Rund 44 000 Euro musste die Stadt Holzgerlingen in den letzten vier Jahren ausgeben, um den Schaden zu beseitigen, der durch Einbrüche, Sachbeschädigungen und Trinkgelage an den Holzgerlinger Schulzentren entstanden war. Die Lage hat sich im vergangenen Jahr laut der Verwaltung weiter zugespitzt und fand im Januar 2022 ihren Höhepunkt: Damals brachen Unbekannte ins Schönbuch-Gymnasium ein und verwüsteten den Eingangsbereich. Die Täter rissen unter anderem die Feuerlöscher aus den Halterungen und versprühten das Löschmittel. Deshalb greift die Stadt nun zu härteren Maßnahmen. Von 18 bis 7 Uhr sollen fortan die Außenbereiche des Schönbuch-Gymnasiums und des Berkenschulzentrums videoüberwacht werden. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung in seiner letzten Sitzung mehrheitlich zu.
„Wir wollen damit nicht die Jugendlichen vom Schulgelände verscheuchen“, sagte Bürgermeister Ioannis Delakos auf kritische Nachfragen aus dem Gremium. Das Ziel sei lediglich, öffentliche Gebäude vor Beschädigungen zu schützen. Ein Datenschutzbeauftragter habe außerdem das Konzept abgesegnet, informierte Delakos. Eltern und Schüler müssten nicht in Sorge sein, während des Schulbetriebs überwacht zu werden. Lediglich in den Abend- und Nachtstunden ist das Alarmsystem scharf gestellt. Außerdem wird nicht jede Ecke des Geländes überwacht, sondern nur bestimmte Punkte, die bei Störenfrieden besonders beliebt sind.
Mitarbeiter können über einen Lautsprecher Warnungen aussprechen
Die Alarmmelder reagieren dabei auf Bewegung: Sobald sich eine Person auf dem Gelände bewegt, wird ein kurzes Video an das Alarmzentrum der Firma Aida geschickt. Ist nichts Verdächtiges auf dem Video zu sehen, wird es wieder gelöscht. Falls ein Mitarbeiter der Firma aber etwa Jugendliche erwischt, die Alkohol trinken, oder gar Zeuge einer Sachbeschädigung wird, drohen Konsequenzen. Neben einer Sirene kann der Mitarbeiter zunächst über einen Lautsprecher die Personen direkt ansprechen und warnen. Bei groben Verstößen wird die Polizei oder der Sicherheitsdienst informiert. „Unser Ziel ist es, dass erst gar keine Schäden entstehen“, sagte Ioannis Delakos.
Die Installation des Alarmsystems kostet einmalig 35 000 Euro
Aufgrund der zahlreichen Sachbeschädigungen hatte die Stadtverwaltung im letzten Jahr bereits einen Sicherheitsdienst beauftragt, der bei den Schulzentren auf Streife ging. Zwar habe sich die Situation verbessert, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage, doch mit der Alarmanlage wolle sie eine langfristige Lösung finden.
Die Installation des Funk-Video-Alarmsystems wird die Gemeinde einmalig rund 35 000 Euro kosten. Dazu kommen jährliche Betriebskosten in Höhe von 1700 Euro. Da sich die Kosten des Sicherheitsdienstes im vergangenen Jahr auf rund 36 000 Euro belaufen, hätte sich die Alarmanlage in einem Jahr amortisiert.