ZF Friedrichshafen Wolf-Henning Scheider fördert Start-up-Kultur

Der neue ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider hat am Donnerstag einen Rekordumsatz von 36,4 Milliarden Euro präsentiert. Foto: dpa
Der neue ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider hat am Donnerstag einen Rekordumsatz von 36,4 Milliarden Euro präsentiert. Foto: dpa

Von Mahle zu ZF: Wolf-Henning Scheider ist seit wenigen Wochen Chef des Autozulieferers vom Bodensee. Einen Kurswechsel kündigt er am Donnerstag nicht an - dafür will er Innovationen innerhalb des Konzerns stärker fördern.

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Friedrichshafen - Den ersten großen Auftritt begleiten gute Zahlen: Der neue ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider hat am Donnerstag einen Rekordumsatz von 36,4 Milliarden Euro präsentiert. Der 55-Jährige ist erst seit dem 1. Februar im Amt. Er folgte auf Stefan Sommer, der Ende vergangenen Jahres im Streit mit kommunalen Anteilseignern gehen musste - laut Medienberichten auch deshalb, weil seine ambitionierte Expansionsstrategie nicht bei allen Aufsehern auf Gegenliebe stieß.

Auf einen Kurswechsel setzt der Branchenkenner Scheider aber offenbar nicht. ZF sei bereits auf dem richtigen Weg, sagte er. 2018 solle aber noch stärker als bisher in Forschung und Entwicklung investiert werden. Weltweit sollen demnach deutlich mehr als zwei Milliarden Euro unter anderem in die Weiterentwicklung von Elektroantrieben und in das automatisierte Fahren fließen.

Teams aus verschiedenen Bereichen

Zudem will Scheider die Start-up-Kultur innerhalb von ZF fördern. Teams aus verschiedenen Bereichen sollten eigenständiger entscheiden und zusammenarbeiten, sagte er. Dadurch seien sie besser in der Lage, sich auf schnell wechselnde Anforderungen in neuen Technologiefeldern einzustellen.

Als Beispiel für diesen Innovations-Prozess präsentierte ZF die Entwicklung des „Sound AI“. Das Modul mit künstlicher Intelligenz erkennt Geräusche aus der Umgebung - zum Beispiel die Sirene eines Rettungs- oder Polizeiwagens. Über ein Display warnt das System dann den Autofahrer. Das Produkt sei innerhalb von zehn Monaten aus der Idee zweier Mitarbeiter entstanden - nun soll der Prototyp im Unternehmen weiterentwickelt werden.

2017 profitierte ZF unter anderem von der hohen Nachfrage in der Nutzfahrzeug- und Antriebstechnik. Das Ergebnis nach Steuern lag auch dank positiver Steuereffekte bei rund 1,2 Milliarden Euro nach 924 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee mitteilte. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Autozulieferer einen Umsatz auf ähnlich hohem Niveau. Bei ZF arbeiten weltweit rund 146 000 Mitarbeiter.

Neue Amtsperiode des ZF-Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat von ZF hat am Donnerstag zudem die neue Amtsperiode begonnen. Der Vorsitzende des Gremiums und sein Stellvertreter würden in der konstituierenden Sitzung am 12. April gewählt, hieß es bei dem Unternehmen. Die Hauptversammlung habe zudem drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat berufen - die Inhaberin des Lehrstuhls für Produktionssysteme und Qualitätsmanagement des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Gisela Lanza, den bisherigen Finanzvorstand der Audi AG, Axel Strotbek, und den Vorstandsvorsitzenden des Technologiekonzerns Freudenberg, Mohsen Sohi.

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