ZF mit Milliardenverlust Zahlen, die zerreißen können

Die Zahlen für 2024 geben Gewissheit: Nichts vom tausendfachen Stellenabbau, der bei ZF bereits im Gang ist, wird abgemildert werden können. Foto: imago stock&people

ZF hat das erwartet schlechte Jahresergebnis vorgelegt. Die Auswirkungen davon wird ganz Friedrichshafen spüren, kommentiert unser Autor.

Politik/Baden-Württemberg: Rüdiger Bäßler (rub)

Niemand im Umfeld der ZF AG hatte sich Illusionen über den Ausgang des zurückliegenden Geschäftsjahres hingegeben. Nun ist klar: 2024 war schrecklich. Nichts vom tausendfachen Stellenabbau, der bereits im Gang ist, wird abgemildert werden können. Der Druck des Autozulieferers, Partner etwa für das Airbag-Geschäft oder die Division für Getriebe und Elektroantriebe hereinzunehmen oder sie ganz zu verkaufen, wächst.

 

Knallhart die Kommunikation im Innern: Den Ton zieht nicht nur der mächtige Konzernbetriebsrat an; das Tischtuch zwischen dessen Chef Achim Dietrich und dem CEO Holger Klein ist bekanntlich zerschnitten. Auch im Aufsichtsrat herrscht offenkundig Alarmstimmung. Am Mittwoch wurde die Ablösung des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Hiesinger durch den früheren Hella-Chef Rolf Breidenbach bekannt.

Unklar, welche Rolle dabei schon der parteilose Friedrichshafener Oberbürgermeister Simon Blümcke gespielt hat, wie viel Einfluss er als Vertreter der Zeppelin-Stiftung ausübte. Er ist ja erst drei Monate Mitglied des ZF-Aufsichtsrats. Dennoch muss er den Bürgern umgehend erklären, wie er unter Ausfall der Stiftungsdividende zu wirtschaften gedenkt. Eine Verdopplung etwa der Kita-Gebühren ist bereits angekündigt.

Seit gut zwei Jahren besetzt Holger Klein die Konzernspitze, geschützt dadurch, dass er an den schuldenfinanzierten Milliardenzukäufen vom TRW und Wabco, man kann auch sagen an der fatalen Hybris früherer Jahre, keinen Anteil hatte. Dieser Vorschuss ist aufgebraucht. Wenn er nicht bald Erfolge erzielt, dürfte er die Härte, die er im Konzern übt, selber zu spüren bekommen.

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