Zivilschutzplan der Bundesregierung Hamstern für den Katastrophenfall

In den USA sind Hamsterkäufe vor erwartbaren Katastrophen nicht selten. Könnte es in deutschen Supermärkten bald ähnlich aussehen? Foto: dpa
In den USA sind Hamsterkäufe vor erwartbaren Katastrophen nicht selten. Könnte es in deutschen Supermärkten bald ähnlich aussehen? Foto: dpa

Es hört sich an wie eine Meldung aus dem Kalten Krieg: Die Regierung will die Bevölkerung auffordern, Vorräte für zehn Tage für den Fall einer Katastrophe oder eines großen terroristischen oder militärischen Angriffs anzulegen.

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Berlin - Die Bundesregierung plant erstmals seit Ende des Kalten Krieges die Verabschiedung von Verhaltensmaßnahmen für die Bevölkerung im Fall schwerer Katastrophen oder militärischer Angriffe. Ein Thema, das auf den ersten Blick absurd erscheint, aber offenbar viele Internet-Nutzer bewegt. Das Hashtag #Hamsterkäufe wurde bei Twitter schnell zum beliebtesten Thema.

„Die Bevölkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten“, heißt es nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ in einer „Konzeption zivile Verteidigung“, die das Kabinett am Mittwoch beschließen solle. Demnach sollen auch Trinkwasser-Vorräte angelegt werden. Bis zu fünf Tagen sollen demnach die Bürger in der Lage sein, sich selbst zu versorgen.

Bereits 2012 habe der Haushaltsausschuss des Bundestags die Erarbeitung der Konzeption beschlossen, berichtete das Blatt. Zwar sei „ein Angriff auf das Territorium Deutschlands, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert, unwahrscheinlich“, heißt nach dem Bericht in dem Konzept. Doch verlange die Sicherheitsvorsorge, „sich trotzdem auf eine solche, für die Zukunft nicht grundsätzlich auszuschließende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten“.

In dem Konzept würde auch die Notwendigkeit eines verlässlichen Alarmsystems, eines besseren baulichen Schutzes von Gebäuden und ausreichender Kapazitäten im Gesundheitssystem erörtert, schreibt die Zeitung. Die zivile Unterstützung der Streitkräfte solle wieder zu einer Priorität werden. Dazu gehörten Eingriffe in die Verkehrslenkung, wenn die Bundeswehr Kampfverbände verlegen muss.




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