Zollbergstraße dicht Esslinger Sperrung mit erheblichen Folgen

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Von Montag an ist mit der Zollbergstraße die direkte Verbindung aus der Stadtmitte hinauf in die südlichen Stadtteile und nach Ostfildern dicht. Die Bauarbeiten sollen bis zum Ende der Sommerferien dauern, der Verkehr wird weiträumig umgeleitet.

Die Zollbergstraße muss im unteren Bereich wegen Hangrutschungen saniert werden. Die Arbeiten sind aufwendig. Foto: Horst Rudel
Die Zollbergstraße muss im unteren Bereich wegen Hangrutschungen saniert werden. Die Arbeiten sind aufwendig. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Der Beginn zumindest ist geschickt gewählt. Wenn am Montag, 15. April, die Zollbergstraße als eine der wichtigsten Verbindungen aus der Innenstadt hinauf zu den Esslinger Stadtteilen Zollberg und Berkheim und nach Ostfildern komplett für den Verkehr gesperrt ist, könnte das erwartete Verkehrschaos nicht gar so groß ausfallen. Denn am Montag beginnen die Osterferien.

Doch spätestens am 29. April werden dann die Behinderungen, die während der voraussichtlich fünfmonatigen Bau- und Straßensperrungszeit unvermeidbar sind, für alle Verkehrsteilnehmer spürbar sein. Denn die Zollbergstraße kann von der Stadtmitte kommend nur bis zur Straße Im Holder befahren werden. Häuser, die sich oberhalb der Baustelle befinden, müssen vom Zollberg her angesteuert werden.

10 000 zusätzliche Autos pro Tag

Die Umleitung des Durchgangsverkehrs soll weiträumig über die Bundesstraße 10 zur Adenauerbrücke und von dort über die Aufstiegsstraße organisiert werden. Dort rechnet die Stadt mit mindestens 10 000 zusätzlichen Fahrzeugen pro Tag – und hat deshalb die Linksabbiegespur von der Adenauerbrücke in Richtung Sirnau und zur Bundesstraße 10 in Richtung Plochingen gesperrt. So kann der Verkehr zweispurig in Richtung Berkheim geleitet und der Knotenpunkt Adenauerbrücke zumindest ein wenig entlastet werden.

Die Sanierung der Zollbergstraße ist unumgänglich, weil der Hang, in den die Straße einst gebaut wurde, ins Rutschen geraten ist. Auf der Fahrbahn haben sich Risse gebildet. Die für die Verkehrsicherheit notwendige Standsicherheit ist nicht mehr ausreichend gegeben. Weil die Bohrgeräte, die notwendig sind, um Sicherungsstützen einzubauen, die den Hang zum Stillstand bringen, groß sind, muss die Oberleitung im Bereich der Kehre abgebaut werden. Auch der Straßenquerschnitt sei zu schmal, um die Trasse nur halbseitig zu sperren.

Sperrung trifft auch den Busverkehr

Aber nicht nur die Autofahrer sind von der voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien dauernden Vollsperrung betroffen. Auch die Busse der Linien 113, 118, 119 und 120 müssen teilweise lange Umwege in Kauf nehmen. Darüber hinaus können einzelne Bushaltestellen nicht angefahren werden. Die Linien 113 und 118 werden von der Haltestelle Weilstraße über die Hohenheimer Straße umgeleitet. Die Linien 119 und 120 müssen die Zollbergstraßen-Baustelle großräumig umfahren und verkehren über die Adenauerbrücke.

In einem Punkt könnte die erst vor kurzem von der Stadt veröffentliche Pressemitteilung zu den Umleitungsalternativen aber schon wieder Makulatur sein, und zwar bei der geplanten Anbindung der Zollberg-Realschule. Zwar ist die Evakuierung vorerst abgewendet. Sollte die Realschule aber später wegen zu hoher PCB-Werte vorübergehend komplett oder teilweise geschlossen werden, steht die Verwaltung vor der Herausforderung, den Weitertransport der Schüler zur ins Auge gefassten Alternative, der Adalbert-Stifter-Schule in der Pliensauvorstadt, zu organisieren. Betroffen von der Schließung wären nämlich auch 60 Schülerinnen und Schüler aus Ostfildern, die die Zollberg-Realschule besuchen. Die Sperrung der Zollbergstraße wird die Problemlösung nicht erleichtern.

Einige Veränderungen nach der Sanierung

Nach der Wiedereröffnung des Streckenabschnitts wird sich in dem unteren Bereich der Zollbergstraße einiges verändert haben. Ein Parkstreifen wird umgesetzt und ein drei Meter breiter Gehweg, den auch Radfahrer nutzen dürfen, gebaut. Vom Fußgängerüberweg an wird dann der zur Verfügung stehende Straßenquerschnitt weiter verringert und ein eigenständiger Radweg geschaffen. Die Pläne sind mit den Bürgerausschüssen in Zollberg und der Pliensauvorstadt sowie mit den Radverkehrsverbänden abgestimmt.

Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Neben der halbseitigen Sperrung der Geiselbachstraße als zentraler Verbindung in den Esslinger Norden und der Sanierung der Vogelsangbrücke ist die Sperrung der Zollbergstraße die dritte aktuelle Großbaustelle im Esslinger Straßennetz.