In einer Umfrage wollten wir wissen, wie viel Geld die Besucher des Esslinger Weihnachtsmarkts dort ausgeben und wie sie die Preise einschätzen. Jetzt gibt es die Ergebnisse.

Es duftet nach gebrannten Mandeln und Glühwein, die Beleuchtung verzaubert die Fachwerkkulisse der Altstadt in ein Winterwunderland. Viele Menschen lieben den Esslinger Weihnachtsmarkt – das bestätigt die stattliche Zahl von etwa einer Million Besucher jährlich. Weltweit erhält die besondere Mischung aus Mittelalterflair und klassischem Weihnachtsmarkt Top-Bewertungen von Reiseportalen und Besuchern. Aber: Der Markt dürfte, wenn es nach den Teilnehmern unserer Online-Umfrage geht, gerne etwas günstiger sein.

 

Vorab zur Datenerhebung: Die Umfrage, die knapp fünf Tage lang freigeschaltet war, ist mit knapp 700 Teilnehmern nicht repräsentativ. Sie kann aber dazu dienen, ein Meinungsbild zu zeigen. Die Teilnehmer konnten anonym angeben, wie viel Geld sie pro Person und Besuch auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt ausgeben, und die Frage beantworten, ob sie die Preise auf dem Markt als zu teuer, fair oder zu niedrig bewerten oder ob sie dies nicht beurteilen können oder wollen.

Viele halten den Esslinger Weihnachtsmarkt für überteuert

Die alljährlich in den sozialen Medien rege geführte Diskussion über die Kosten für Geschenk- oder Dekoartikel, Glühwein, Bratwurst und Co. lässt das Ergebnis bereits erahnen: Fast 70 Prozent der Umfrageteilnehmer empfinden die Preise als zu hoch. Immerhin haben etwas mehr als 21 Prozent die Preise als fair eingestuft. Weniger als 0,5 Prozent der Stimmen entfielen auf die Antwortmöglichkeit „zu niedrig“. 59 Teilnehmer (etwas mehr als 10 Prozent) wollten oder konnten die Preise nicht bewerten.

Wie viel geben die Weihnachtsfans denn auf dem Markt aus? Bei knapp 68 Prozent der Besucher sind es weniger als 30 Euro pro Marktbesuch – die meisten (etwa 33 Prozent der Umfrageteilnehmer) investieren zwischen 20 und 30 Euro in das adventliche Treiben.

Bereits zur Eröffnung war der Esslinger Weihnachtsmarkt gut besucht. Foto: Roberto Bulgrin

Verständnis für die hohen Preise in den sozialen Medien

Auch in den sozialen Medien haben wir nachgefragt, wie die Menschen die Preise einschätzen. Und auch hier spiegelt sich wider, was die Umfrage vermuten lässt: Die meisten Besucher halten die Preise für zu hoch. „Eine Scheibe Raclette-Brot zehn Euro. Das ist sehr teuer!“, schreibt beispielsweise ein Nutzerin. Ein anderer Post geht in die gleiche Richtung: „Neun Euro für ein Steak im Brötchen mit angebratenen Zwiebeln finde ich sehr sportlich.“ Was aber auch mitschwingt ist ein großes Verständnis für die Schausteller und Standbetreiber: „Ich kann es mir nicht leisten dieses Jahr. Wenn ich aber bedenke, was die Schausteller wohl für eine Platzmiete bezahlen müssen, und ja auch so stiegen Kosten wie zum Beispiel Strom, dann muss ich die Preise akzeptieren, die verlangt werden“, meint eine Nutzerin. Mehrere Kommentare vermuten hinter den hohen Preisen hohe Standgebühren und Auflagen, die erfüllt werden müssen.

Weniger als zehn Euro schaffen nur wenige auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt

Ist der Weihnachtsmarkt denn auch was für den ganz schmalen Geldbeutel? Eher nicht: Nur 82 Umfrageteilnehmer, das entspricht zwölf Prozent, haben es geschafft, auf dem Markt weniger als zehn Euro pro Person auszugeben.

Aber das Konto muss man für einen Besuch offensichtlich auch nicht unbedingt plündern: Lediglich 30 Personen (4,4 Prozent) haben angegeben, dass sie für mehr als 70 Euro dort eingekauft haben.