Zug von Weil der Stadt nach Calw Stundenlanger Ausfall: Darum blieb die Hermann-Hesse-Bahn im Bahnhof liegen

, aktualisiert am 27.02.2026 - 12:16 Uhr
Ärgerlich für Reisende: Am Mittwoch führte ein Bedienfehler im Bahnhof Weil der Stadt für Zugausfälle bei der Hermann-Hesse-Bahn. Foto: Simon Granville

Ein vergessener Handgriff am Bahnhof Weil der Stadt hat die Hermann-Hesse-Bahn stundenlang lahm gelegt. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Experten sehen ein Systemproblem.

Die Züge der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw sind am Mittwoch über mehrere Stunden ausgefallen. Nach Angaben der Zweckverbandes war ein Bedienfehler die Ursache. Dies ist schon der zweite Fall, in dem menschliches Versagen zu Zugausfällen auf der erst am 1. Februar in Betrieb genommenen Strecke geführt hat.

 

Was war passiert? Gegen 9 Uhr am Mittwoch sollte ein Zug der Hesse-Bahn am Bahnhof Weil der Stadt abfahren. Die batterieelektrischen Triebwagen des Typs Siemens Mireo Plus B werden dort während der Haltezeit aufgeladen. Dazu wird ein Stromabnehmer ausgefahren, der an der Oberleitung andockt.

Bevor der Zug dann wieder zurück in Richtung Calw fahren kann, muss der Lokführer diesen per Knopfdruck wieder einfahren. Dies wurde am Mittwoch aber vergessen. Laut Frank von Meißner, Geschäftsführer des Hesse-Bahn-Zweckverbandes, rutschte der Stromabnehmer beim Anfahren ab. Die Deutsche Bahn musste in der Folge kontrollieren, ob die Oberleitung bei dem Vorfall beschädigt wurde.

Hermann-Hesse-Bahn: Die Elektrozüge werden in Weil der Stadt aufgeladen

Die Verantwortlichen sprechen von einem „Bedienfehler“ des Lokführers. In der Folge konnte der Zug nicht weiterfahren, ebenso wenig die folgenden Verbindungen auf der eingleisigen Strecke zwischen Calw und Weil der Stadt. Gegen 12.30 Uhr sei der Schaden an der Leitung wieder behoben gewesen, meldete der Zweckverband später. Die Züge seien anschließend wieder regulär im Ein-Stunden-Takt zwischen Weil der Stadt und Calw gefahren.

Im Bahnhof Weil der Stadt muss der Lokführer den Stromabnehmer per Knopfdruck aus- und später wieder einfahren. Letzteres wurde am Mittwoch vergessen, wodurch es Schaden an der Oberleitung gab. Foto: Simon Granville

Das Ein- und Ausfahren des Stromabnehmers zum Laden der Züge lässt sich nur händisch durch den Lokführer ausführen. Bahnexperten weisen darauf hin, dass bislang kein elektronisches Überwachungssystem für diesen Vorgang in den Zügen existiert. Sprich: Vergisst der Zugführer des Einfahren, bekommt er keinen Hinweis darauf.

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