Zugprobleme im Remstal Zeichen der Besserung auf der Remsbahn

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Ein nochmaliger Wechsel der Waggons soll die Probleme der Regionalzüge auf der Remsbahn jetzt lösen helfen. Wochenlang hatte es zwischen Stuttgart und Aalen Verspätungen und Zugausfälle gegeben.

Nach dem Austausch der Doppelstockwagen  soll der Bahnverkehr auf der Rembahn nun flüssiger funktionieren. Foto: © DB AG / Jet-Foto Kranert
Nach dem Austausch der Doppelstockwagen soll der Bahnverkehr auf der Rembahn nun flüssiger funktionieren. Foto: © DB AG / Jet-Foto Kranert

Rems-Murr-Kreis - Der Fahrplanwechsel am vergangenen Wochenende hat offenbar Besserung beim Bahnverkehr auf der Remsbahn gebracht. Die Bahn hatte angekündigt, zusätzliche Züge aus anderen Bundesländern zu holen und die Züge ohne störungsanfälliges Umkuppeln einheitlich mit mehreren Doppelstockwagen je Zug fahren zu lassen. Den eigenen Beobachtungen zufolge seien am Montag auf der Remsbahn keine Zugausfälle vorgekommen, teilt das Verkehrsministerium mit. Statt mit drei seien nun Züge mit vier oder fünf Doppelstockwagen im Einsatz.

Eine Antwort des Stuttgarter Verkehrsministeriums auf die Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Claus Paal hatte vergangene Woche ein Schlaglicht auf die Misere geworfen, von der die Regionalzüge auf der Linie zwischen Stuttgart und Aalen betroffen waren. „Die aktuelle Qualität des Bahnverkehrs im Regionalverkehr zwischen Stuttgart und Aalen ist hinsichtlich der Pünktlichkeit nicht zufriedenstellend und hinsichtlich der Zuverlässigkeit sehr unbefriedigend“, hatte das Ministerium an Paal geschrieben.

Insgesamt 69 Züge ausgefallen

Zwischen dem 1. Oktober und dem 20. November seien 69 Züge ganz oder teilweise ausgefallen, davon acht wegen Personalmangels und 47 wegen defekter Fahrzeuge. In Schorndorf waren knapp zehn Prozent der Züge mehr sechs Minuten verspätet.

Hinsichtlich der jetzt laut gewordenen Befürchtungen, mit dem Betreiberwechsel im Juni 2019 könnte abermals die Zahl der Sitzplätze nicht ausreichen, macht Winfried Hermanns Haus eine klare Ansage: „Jeder heutige Fahrgast wird in den künftigen Zügen einen Sitzplatz haben“, versichert eine Ministeriumssprecherin. Bei stark steigender Nachfrage bleibe dem Land immer die Möglichkeit, längere oder zusätzliche Züge zu bestellen.

Die Sitzplatzkapazitäten für die neuen Züge, die das Bahnunternehmen Go Ahead managen wird, seien seitens des Landes vorgegeben worden und richteten sich nach der ermittelten Nachfrage. Aufgrund des Triebzugkonzeptes mit drei-, vier-, fünf- und sechsteiligen Triebzügen, die zu längeren Zügen zusammengekoppelt werden können, könne die Sitzplatzzahl an die tatsächliche Nachfrage angepasst werden. So ist es beispielsweise bei Fußballspielen oder Großveranstaltungen auf dem Stuttgarter Wasen möglich, größere Kapazitäten tagesaktuell zu bestellen.

„Künftig ausreichend Sitzplätze“

Im Berufsverkehr werden von Juni 2019 an laut dem Ministerium „hohe und auch ausreichende Sitzplatzzahlen“ geboten. Die beiden am stärksten nachgefragten Züge würden künftig sogar etwas aufgestockt und mit mehr als 700 Sitzplätzen gefahren. Das seien etwas mehr Sitzplätze, als in fünf Doppelstockwagen angeboten werden könnten, so das Verkehrsministerium.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Paal hatte die Zustände, die bis zum vergangenen Wochenende herrschten, „völlig inakzeptabel“ genannt. Für die Bahnkunden habe das „eher ein Lotteriespiel als einen zuverlässigen Bahnverkehr“ bedeutet. Die Zustände hätten viele Menschen davon abgehalten, die Bahn zu benutzen. Paal nennt dies „angesichts der anhaltenden Feinstaubbelastungen in der Region Stuttgart widersinnig“.

Inzwischen hat die Bahn angekündigt, auch jene Remsbahn-Kunden zu entschädigen, die über ein VVS-Abo verfügen. Sie erhalten ein persönliches Anschreiben. Dem Brief werde ein Gutschein beigefügt, der bei der Bahn eingelöst werden könne.