Zugverkehr im Land „Sorgfalt vor Eile“

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Wird 2016 wirklich alles besser und billiger auf den Schienen im Land? 2016 läuft der große Verkehrsvertrag aus, den Baden-Württemberg und die DB Regio abgeschlossen haben – aber die Verhandlungen über Anschlussverträge rücken weiter in die Ferne.

Ein Regionalzug fährt ein – ob seine Fahrt nach 2016 billiger wird für das Land, oder gar teurer, ist noch völlig offen Foto: dpa
Ein Regionalzug fährt ein – ob seine Fahrt nach 2016 billiger wird für das Land, oder gar teurer, ist noch völlig offen Foto: dpa

Stuttgart - Wird in vier Jahren wirklich alles besser und billiger auf den Schienen im Land? Klar ist bereits heute, dass es länger dauert als bis Ende September 2016, bis ein großer Teil des Bahnverkehrs im Land durch neue Verträge bestimmt wird. 2016 läuft der große Verkehrsvertrag aus, den das Land Baden-Württemberg und die DB Regio 2003 abgeschlossen haben. Darin ist unter anderem geregelt, dass Züge der DB Regio im Auftrag des Landes 39 Millionen Kilometer im Jahr zurücklegen. Das macht die Hälfte aller „Zugkilometer“ des Schienenpersonennahverkehrs in Baden-Württemberg aus. Der Durchschnittspreis je Kilometer steigt vertragsgemäß Jahr für Jahr an und liegt derzeit bei knapp zehn Euro. „Alles zusammengenommen geht es bei diesen Verträgen in den kommenden Jahren um eine Summe von rund zehn Milliarden Euro“, erklärt Hartmut Bäumer, der Ministerialdirektor im Verkehrsministerium.

Übergangsvertrag für die DB Regio

Das Landesverkehrsministerium erklärte kürzlich das Motto „Sorgfalt vor Eile“ zum Prinzip. In einer Beschreibung für die Vergabe eines Gutachtens formuliert das Ministerium bereits: Angesichts des „sehr hohen Leistungsvolumens der DB Regio AG ist es nicht möglich, dieses Volumen vollständig bis zum vorgesehenen Vertragsende auszuschreiben“. Es geht bereits ausdrücklich um einen Übergangsvertrag mit der DB Regio für die Zeit nach 2016 – die Laufzeit und Kosten sind noch offen.

Anders als das Land spricht der Stuttgarter DB-Regio-Chef Andreas Moschinski-Wald von einem „hohen Zeitdruck“. Ihm wird daran gelegen sein, möglichst bald zu erfahren, wie die künftigen Verträge, auch im Hinblick auf Laufzeit und Betreiber, aussehen werden. Dazu liegt nahe, dass es sich für ein Unternehmen kaum lohnen wird, in neues Wagenmaterial zu investieren, solange alte Verträge lediglich übergangsweise verlängert werden. Auch im Verkehrsministerium wird nicht ausgeschlossen, dass beispielsweise die längst in die Jahre gekommenen rot gestrichenen „Silberlinge“ länger laufen als geplant.