Ende Februar war bekannt geworden, dass das Einkaufszentrum den Besitzer gewechselt hat. Für eine nicht genannte Summe hat es die Activ-Group gekauft. Hinter der Gruppe steht als geschäftsführender Gesellschafter der Immobiliensparte Andreas Dünkel, der die Motorworld in Böblingen mit aufgebaut hat.
„Mit Baby vorerst nie wieder“: Kritik an Mängeln im Stern-Center
Mehr als 100 Kommentare auf Instagram und Facebook zeigen, dass das Thema die Menschen beschäftigt. Auf die Frage hin, was sie sich an Läden und Angeboten im Stern-Center wünschen würden, schlagen viele Nutzerinnen und Nutzer allerdings vor, erst einmal sollten die neuen Besitzer bestehende Mängel beseitigen: kaputte Aufzüge, versperrte Türen und verschmutzte Toiletten, Wickel- und Stillräume werden genannt. Eine Nutzerin findet aus diesen Gründen gar: „mit Baby vorerst nie wieder“.
Doch es kommt nicht nur Kritik. Einige Nutzer erinnern sich in den Kommentaren nostalgisch an das Stern-Center in seinen frühen Jahren nach der Eröffnung 1999: „Ist der Alpenmax noch drinne?“ oder „In meinen 20ern war ich fast jeden Samstag da. Shoppen, essen, bummeln, neueste, tolle Kinofilme schauen und im Anschluss noch tanzen gehen.“ Auch das „freundliche Nordsee-Ehepaar“ und der zweistöckige Real-Markt sind noch vielen in Erinnerung.
„Geht nix mehr“: Forderungen nach Abriss des Stern-Centers
Andere wieder finden, das Stern-Center sei nicht zu retten. „Geht nix mehr“, sagt ein Nutzer. „Das Stern ist ein desolates Einkaufscenter. Warum dort einkaufen?“, fragt ein anderer. Mehrere andere fordern: „Abreißen und bezahlbare Wohnungen!!!!“
Es gibt aber auch ganz konkrete Vorschläge. „Einen schönen Mix aus Mode, Schuhe, Schmuck und vor allem Gastronomie“ wünscht sich eine Nutzerin. Dabei werden Geschäfte genannt, die es in Sindelfingen teilweise noch nicht gibt: der spanische Modeladen Bershka, die Bekleidungsläden Reserved und Primark, die Drogeriekette Rossmann und die Makeup-Kette Sephora werden häufig genannt. Andere wünschen sich ein Babygeschäft, einen Schuhladen zusätzlich zu Deichmann, Matcha-Cafés, Eiscafés, Starbucks – und einer will einen VfB-Shop.
Neue Wege für das Stern-Center: Fitnessstudio und Sicherheit
Während die einen im bestehenden Center-Konzept denken, schlagen andere in ihren Kommentaren andere Wege ein. Eine Nutzerin fordert eine professionelle Umstrukturierung. „Helal Fitnessstudio für Männer, Mieträume für private Veranstaltungen, Aktivtreff für Senioren, Blutspende-Station“, schreibt sie. „Und vielleicht stellt man zu Beginn Security an alle Eingänge.“
Auch andere Nutzer gehen in eine ähnliche Richtung. „Wie wär’s mit einer Akademie für Ehrenamtliche mit optimierten Schulungsräumen, auch für Treffen/Veranstaltungen im Rahmen der Jugendarbeit?“, fragt einer. Eine Nutzerin will „einen kleinen Platz, wo Rezepte zubereitet werden, die vor Ort gleich versucht werden können“. Ein anderer Nutzer fände es sinnvoll, einen Treffpunkt zu organisieren, wo jeder etwas über die in Sindelfingen vertretenen Nationen erfahren könne.
Neben derartigen Nonprofits seien auch Arztpraxen, Physio- oder Ergotherapie sinnvoll. „Wenn man ehrlich schaut, was gesellschaftlich wirklich gebraucht wird und auch wirtschaftlich Sinn macht“, sagt eine Nutzerin, seien das gute Ideen. „Das würde nicht nur Familien helfen, sondern wäre wahrscheinlich auch erfolgreicher als viele andere Konzepte“, findet sie.