Ludwigsburgs Bürgermeister Sebastian Mannl tauscht sich mit MTV-Mitgliedern aus. Foto: Andreas Essig
Das Gelände im Osterholz in Ludwigsburg muss erste Ende 2026 geräumt werden. Der Asperger Bürgermeister bringt für die Zeit danach einen Alterativ-Standort ins Spiel.
Notfalls wolle er sich auf dem Platz der MTV-Bogenschützen im Osterholz anketten. Das hat der Abteilungsleiter der Schützen des Ludwigsburger Traditionsvereins, Jürgen Uhlmann, vor einiger Zeit erklärt. Nach einem Treffen mit dem Ludwigsburger CDU-Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger, mit den Bürgermeistern Christian Eiberger (Asperg) und Sebastian Mannl (Ludwigsburg) sowie mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima, muss der engagierte Mann das zumindest vorerst nicht machen. Bei einer neuerlichen Zusammenkunft auf dem Platz an der Markungsgrenze von Ludwigsburg und Asperg ging es – mal wieder – um die vom Bund angekündigte Aufforstung des Areals und die damit zwangsläufig einhergehende Schließung des Trainingsortes der Schützen.
In den Ohren der rund 20 Jugendlichen und knapp 30 aktiven Erwachsenen, die die Anlage regelmäßig nutzen, dürfte das vor Ort erzielte Zwischenergebnis ganz gut klingen: Die Männer von der Bima haben zugestimmt, dass der MTV das Gelände bis Ende 2026 weiter nutzen darf. Und: Der Asperger Schultes hat einen Alternativ-Standort in der Nähe des Verkehrsübungsplatzes ins Gespräch gebracht. Es sei geplant, dieses Gelände demnächst zusammen mit den Sportlern anzuschauen, so Eiberger weiter. Der Gemeinderat müsste indes auch noch zustimmen.
„Gleichwertiger Ersatz kaum möglich“
Mannl sagte: „Die Bogenschützen des MTV Ludwigsburg sind ein wichtiger Bestandteil unserer Sportstadt und leisten seit vielen Jahren herausragende Arbeit, insbesondere in der Nachwuchs- und Leistungsförderung.“ Auch auf Ludwigsburger Markung werde nach einem neuen Standort gesucht, „im Bewusstsein, dass der Platz im Osterholz in seiner Art einmalig ist und ein gleichwertiger Ersatz kaum möglich sein wird“.
Aspergs Bürgermeister Christian Eiberger (links) zeigt auf der Karte den möglichen Alternativstandort. Foto: Andreas Essig
Steffen Bilger erklärte nach dem Treffen, dass das Gelände im Osterholz nach 2026 weder von der Bundeswehr genutzt werden solle noch als Standort für einen Stromspeicher eingeplant sei. Diese zwei Möglichkeiten waren auch diskutiertet worden. Es gehe dem Bund allein um die Wiederaufforstungen. Der Landkreis Ludwigsburg sei bekanntlich der waldärmste Kreis im ganzen Land.
Auch deshalb sei die Entscheidung der Bima nachvollziehbar. Bilger sagte, er wisse, dass ein Umzug für die Bogenschützen ein „riesiger Aufwand“ sei. Der Verein nutze das knapp 10.000 Quadratmeter große Gelände auf der Lichtung im Osterholz-Wald seit rund 60 Jahren. Nach der Aufforstung soll die Waldfläche für die Naherholung zur Verfügung stehen, sprich öffentlich zugänglich sein.