Sind die Ludwigsburger mit ihrer Wohnsituation zufrieden? Haben sie Diskriminierungserfahrungen? Was ist ihnen wichtig? Die Stadt will sich ein Stimmungsbild einholen und befragt 10 000 Menschen zu Themen wie Klima, Wohnen oder sozialer Zusammenhalt.

Ludwigsburg: Susanne Mathes (mat)

Ludwigsburg - Die Einladungen gehen kommende Woche raus, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mit Hilfe des Einwohnermelderegisters nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden: In einer groß angelegten Bürgerumfrage will die Stadt Ludwigsburg wissen, wie ein repräsentativer Schnitt der Einwohnerschaft die Lebenszufriedenheit und die Zufriedenheit mit der Verwaltung und dem Gemeinderat bewertet und was sie zu Themen wie Wohngegend und -situation, Klimaschutz, Diskriminierungserfahrungen, sozialer Zusammenhalt oder Ehrenamt in der Stadt zu sagen hat. Befragt werden Ludwigsburger ab 16 Jahre.

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„Wir als Stadtverwaltung und ich persönlich nehmen die Bürgerbeteiligung sehr ernst. Es ist uns wichtig, in die Gesellschaft hineinzuhören und zu erfahren, was sie uns mitzuteilen hat“, begründet Oberbürgermeister Matthias Knecht die groß angelegte Umfrage, die in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Forschung der Evangelischen Hochschule stattfindet und für die im Haushalt 50 000 Euro eingeplant ist – eine Summe, die laut dem Rathauschef und dem Leiter des Instituts, Peter Höfflin, um einiges höher ausgefallen wäre, „wenn man sie bei einem kommerziellen Institut in Auftrag gegeben hätte“. Bei der Hochschule steckten hingegen eine große Portion studentisches und wissenschaftliches Eigenengagement in dieser Bürgerumfrage, von einer fundierten Kenntnis der Stadt ganz zu schweigen.

Die Anonymität bleibt gewahrt

Während die Einladung in Postform versendet wird, findet die Befragung selbst online statt. Dass das beispielsweise für die ältere Generation eine Hürde sein könnte, denkt Peter Höfflin nicht – erst recht nicht nach zwei Jahren Pandemie. Selbst Menschen in hohem Alter hätten heutzutage ein Smartphone – samt Impf-QR-Code. Zudem: Auch andere Befragungstechniken würden Zugangsbarrieren bergen: Nicht jeder lasse gerne Interviewer in seine Wohnung und auch nicht jeder fülle gerne handschriftlich einen Fragebogen aus. „Aber ja, wir betreten mit einer kompletten Online-Befragung ein Stück weit Neuland.“ Ausgefüllt werden kann die Umfrage an Smartphones, Tablets, Laptops und PCs in rund 20 Minuten, Rückschlüsse auf die Teilnehmer seien nicht möglich, die Anonymität bleibe gewahrt, versichern die Initiatoren.

Je mehr Befragte mitmachen, desto besser

Matthias Knecht hofft, dass sich möglichst viele der angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger beteiligen, damit die Ergebnisse so aussagekräftig und repräsentativ wie möglich sind. „Jede Antwort ist wichtig und kann dazu beitragen, Politik und Verwaltung Informationen über Bürgermeinungen zu liefern und damit die Lebensbedingungen in Ludwigsburg zu verbessern“, sagt er. Peter Höfflin erklärt, die beste Umfragebeteiligung, die er bisher erlebt habe, habe bei 60 Prozent gelegen, „aber auch 30 bis 40 Prozent können aussagekräftig sein, wenn es keine systematischen Verzerrungen gibt“. Man gehe jedenfalls für jeden Stadtteil von einer „ausreichenden Stichprobengröße“ aus. Die Ergebnisse sollen nicht nur der Kommunalpolitik ein Stimmungsbild liefern: Die Stadt will sie im Sommer auch auf der Online-Bürgerplattform „MeinLB“ veröffentlichen.

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