Zukunftsprojekt Hangweide Vielerlei Wohnformen und E-Mobilität

Von Harald Beck 

Projektgemeinschaft aus Stuttgarter Stadtplanern und Landschaftsarchitekten aus Winterthur siegt im städtebaulichen Wettbewerb für das „Zukunftsprojekt Hangweide“ in Kernen. Das Motto des einstimmig gekürten Siegentwurfs: „Gemeinsam leben im Grünen“.

Der Siegerentwurf für die Hangweide – urban geprägt, mit vielen Wohnformen aber ohne massive Bebauung. Foto: /Gottfried Stoppel
Der Siegerentwurf für die Hangweide – urban geprägt, mit vielen Wohnformen aber ohne massive Bebauung. Foto: /Gottfried Stoppel

Kernen - Die Sieger im städtebaulichen Wettbewerb für die Hangweide in Kernen kommen aus Stuttgart und Winterthur (Schweiz). Besonders beim Anruf bei den jungen Planern des Büros Sima/Breer Landschaftsarchitektur in Winterthur, so berichtete Bürgermeister Benedikt Paulowitsch bei der Präsentation der Siegerentwürfe am Mittwoch im Bürgerhaus in Rommelshausen, sei die Freude riesig gewesen. Für den Wettbewerb hatten sich die Schweizer Planer mit dem Stuttgarter Architekturbüro UTA zur Wettbewerbsgemeinschaft zusammengetan. Und sie haben laut dem Juryvorsitzenden und renommierten Wettbewerbsorganisator Eckart Rosenberger den mit Abstand überzeugendsten Entwurf unter den insgesamt acht Wettbewerbsteilnehmern abgeliefert.

Solides Grundkonzept mit Raum für Verbesserungen

„Wir sind alle froh, dass wir diesen Entwurf haben“, sagte Rosenberger bei der Präsentation zur einstimmigen Juryentscheidung. Diese sei nach elfstündiger Beratung am Montag überraschend schnell und auch mit Billigung der in den Jurysitzungen mit beteiligten Vertretern der Bürgerbeteiligung gefallen. Der Siegerentwurf habe die gestellten Aufgaben umfassend gelöst. „Es gelingt ihm, eine Balance an räumlicher und architektonischer Vielfalt zu generieren, die dem Ort und der Region angemessen ist.“ Außerdem biete er ein extrem solides Grundkonzept, das bei einer Weiterentwicklung ausreichend Platz für Anpassungen und Verbesserungen ermögliche.

Der Entwurf mit seinen bisher 630 Wohneinheiten wird die Grundlage für die Bebauung des knapp acht Hektar großen Areals am Ortsrand von Rommelshausen bilden. In wenigen Jahren soll das eigenständige, urbane und gemischte Quartier mit hohen Freiraumqualitäten die neue attraktive Heimat für bis zu 1400 Menschen werden.

Gefragt sind unterschiedliche Wohnformen

Im Rahmen einer Projektpartnerschaft planen Kernen, die Kreisbau und die LBBW Kommunalentwicklung die Umgestaltung des Areals der einstigen Modelleinrichtung für Menschen mit Behinderung zu einem urbanen und gemischten Wohnquartier. Das zukünftige Quartier soll dabei auch Rommelshausen und Stetten besser miteinander verbinden. Gefragt sind zukunftsweisende und nachhaltige Wohn- und Lebensräume mit ergänzenden gewerblichen Nutzungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen im Sinne von Wohnen und Arbeiten am selben Ort. Das neue Quartier in Kernen ist auch mit dabei im Netz der Vorzeigeprojekte für die Internationale Bauausstellung 2027 Stadt und Region Stuttgart.

Unterschiedliche Wohnformen und Eigentumsverhältnisse, ergänzt durch großzügige Freiräume sollen diese zu einem Quartier der Zukunft machen. Der bewusste und nachhaltige Umgang mit Ressourcen und das Denken in Kreisläufen samt einem fortschrittlichen Mobilitätskonzept, das stark auf E-Mobilität setzt und den Autoverkehr weitgehend aus dem Wohnquartier verbannt, stecken auch im Siegerentwurf. Das Areal ist in drei Teilgebiete gegliedert. Die dazwischen liegenden Grünräume und eine arkadenartige Wasserstraße mit zusätzlichem ökologischen Nutzen beim Transport von Regen- und Grauwasser zum Beibach, trennen und verbinden diese Gebiete für „gemeinschaftliches Leben im Grünen“. „Kernen und die Region“, sagte Bürgermeister Paulowitsch, „dürfen sich auf ein neues, innovatives Quartier freuen“.




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