Zum 1. Januar 2020 Diese Gebühren ändern sich in Stuttgart

Von Armin Friedl 

Die Bäder der Stadt haben ihre Preise schon erhöht mit teils schweißtreibenden Überraschungen, andere wie der VVS ziehen nach. Manches wird punktgenau zum 1. Januar teurer.

Wenn im Mai oder Juni 2020 das Bad Berg eröffnet wird, gibt es dort auch einen Zwei-Stunden-Tarif. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Wenn im Mai oder Juni 2020 das Bad Berg eröffnet wird, gibt es dort auch einen Zwei-Stunden-Tarif. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Früher führte der Weg vom Raucher zum Nichtraucher, vom Sportmuffel zum Bewegungsbegeisterten gerne über den Jahreswechsel: Im alten Jahr noch ein Hedonist, im neuen mit dem letzten Glockenschlag ein Asket. Viele Behörden und Unternehmen handeln ähnlich mit dem Beginn eines neuen Kalenderjahres, indem sie zum 1. Januar ihre Preise erhöhen, seien diese nun Eintritte, Abgaben, Gebühren oder Maut genannt. Ganz aus der Welt gefallen ist dieser Brauch noch nicht, aber alte Schule ist das mittlerweile schon. Um in der allgemeinen Dynamik oder Beschleunigung mithalten zu können, erscheint es vielen nicht mehr ratsam, sich schon zum Jahresbeginn festzulegen, ob ein höherer Obolus wirklich ausreicht für die kommenden zwölf Monate.

Wasser und Strom

Manche gehen sogar beide Wege, etwa die EnBW. Der Trinkwasserpreis steigt zum Jahreswechsel um drei Prozent. Das bedeutet: Ein Kubikmeter Wasser, also 1000 Liter, kosten vom 1. Januar an 2,82 Euro, also knapp 8 Cent mehr als bisher. Dementsprechend steigt der Bereitstellungspreis. In einer Modellrechnung geht die EnBW von einem Wasserverbrauch von etwa 150 Kubikmetern Wasserverbrauch jährlich aus. Daraus resultiert dann eine Mehrbelastung von einem Euro im Monat.

Offen bleibt die Rechnung beim Strom. In der Grundversorgung bleibt beispielsweise die EnBW vorerst beim gleichen Preis. Doch die macht inzwischen nur noch etwa ein Fünftel der Stromrechnung aus. Der viel größere Teil der Rechnung stellt sich zusammen aus Steuern, Umlagen und Netzentgelte. Also Dinge, auf die ein Energieunternehmen nur sehr bedingt Einfluss hat. Wann da nun was und in welcher Höhe teurer wird – der Verbraucher wird es im Lauf des Jahres auf seiner Stromrechnung lesen.

Mehr Geld für die Müllabführ

Der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft ist noch alte Schule. Die Preise für die Müllentsorgung steigen beim Klassiker Restmüll zum 1. Januar zwischen 3,5 und 3,8 Prozent. Auf der Basis Alle 14 Tage einmal abholen kostet der 60-Liter-Behälter künftig 113,40 statt 109,20 Euro (3,85 Prozent), der 120-Liter-Behälter 211,20 statt 204 Euro (3,53 Prozent) und der 240-Liter-Behälter 376,20 statt 363 Euro (3,64 Prozent). Wöchentlich einmal abholen kostet bei 120-Liter-Behältnissen künftig 444,60 statt 429 Euro (3,64 Prozent) und bei 240-Liter-Behältnissen 789,60 statt 762,60 Euro (3,54 Prozent). Plastiksäcke verteuern sich von 5,45 auf 5,60 Euro (2,75 Prozent).

Aber es gibt beim Müll auch viel Preisstabilität für 2020. Das gilt für Bioabfälle wie für Altpapier in allen Behälter-Größen. Bei Zusatzleerungen wird es zum Teil sogar günstiger. Wie viel, das hängt vom Anlass ab, also von der Frage, ob die Zusatzleerung erfolgt wegen mehr Müll, wegen Versäumnissen oder wegen einer früheren falschen Befüllung.

Jetzt mit zwei Stunden schwimmen im Berg

Die Bäderbetriebe Stuttgart haben ihre Hausaufgaben in Sachen neue Eintrittspreise bereits erledigt, deren neue Preise gelten schon seit dem 1. Juni 2019. Insofern bleibt 2020 da alles beim Alten. Wobei: Die Eröffnung des Mineralbad Berg ist da schon fest vorgesehen, Stand der Dinge: Mai oder Juni. Auf jeden Fall gibt es schon mal die Eintrittspreise. Und das geht künftig auch mit Zeitlimit: Zwei Stunden Schwimmen gibt es für 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zeitlich unbegrenztes Schwimmen an einem Tag kostet 12 Euro, ermäßigt 9,60 Euro. Schwitzen in der Sauna gibt es für zusätzlich fünf Euro.

Viel los in den Mineralbädern

Vor allem bei den Mineralbädern wurde das für regelmäßige Besucher vertraute Gefüge erheblich durcheinander gerüttelt: Einiges wurde preiswerter, gleichzeitig wurde die erworbene Schwimmzeit verkürzt – unterm Strich eine Verteuerung. Beispiel Mineralbad Cannstatt: Statt 8,80 Euro zweieinhalb Stunden Schwimmen gibt es jetzt für 8.50 Euro zwei Stunden schwimmen. Wer da nun in die Verlängerung per Nachzahlung will, legt insgesamt 9,90 Euro hin, darf dann aber aufgrund des neuen Nachzahlzyklus 2 Stunden 40 Minuten im Wasser bleiben als bisher 2 Stunden 30 Minuten.

Noch mehr ins Schwitzen als sonst geraten seit diesem Sommer die Saunierer im Leuze: 10,10 Euro kosteten dort bisher zwei Stunden, egal ob schwimmend oder saunierend. Jetzt kosten zwei Stunden 9,50 Euro – allerdings nur für die Schwimmer. Wer in die Sauna will für zwei Stunden, zahlt nun 15,50 Euro – eine Preissteigerung von 53 Prozent.

Schwimmen in Stuttgart wird generell nicht preiswerter, die Preisgestaltung ist jetzt einheitlicher, etliche Spezialtarife sind ersatzlos gestrichen: Den Basispreis von 4,50 Euro gibt es jetzt in allen Hallen- und Freibäder der Stadt (ermäßigt 2,70 Euro), Zehnerkärtle kosten 45 Euro (27 Euro). Das Plus dabei: Jetzt ist der elfte Eintritt frei. Kostenlos ist es künftig auch für Kinder bis einschließlich sechs Jahren.

VVS wird teurer im April

Der VVS kommt mit höheren Preisen 2020 vom 1. April an: Das Kurzticket steigt von 1,40 auf 1,50 Euro, der Klassiker Einzel-Ticket geht von 2,50 auf 2,60 Euro (Eine Zone), von 2,90 auf 3,10 Euro (Zwei Zonen), von drei Zonen an herrscht Preisstabilität, ebenso bei den Kindertickets bei allen Fahrten. Das Vierer-Ticket geht bei Erwachsenen von 9,50 auf zehn Euro (eine Zone) und von 11 auf 11,60 Euro (zwei Zonen).




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