Zum 34. Mal Livenacht Ludwigsburg: Heiße Musik in lauer Frühlingsnacht
Bei der Livenacht in Ludwigsburg haben neun Sänger und Musikgruppen ihren Fans eingeheizt – vom Songwriter bis zur Rockband war für alle etwas dabei.
Bei der Livenacht in Ludwigsburg haben neun Sänger und Musikgruppen ihren Fans eingeheizt – vom Songwriter bis zur Rockband war für alle etwas dabei.
„Gut aufgeheizt“ sei es schon im Irish Pub „Towers“, findet eine Besucherin, die gerade aus dem Lokal kommt – und das gilt gleich doppelt: Ziemlich warm ist es drinnen, und die Band Mallet heizt den Besuchern schon gewaltig ein. Die gute Stimmung trifft aber auf alle Locations bei der 34. Livenacht in Ludwigsburg zu: Insgesamt neun Bands haben dabei ihren Auftritt.
Ein wenig frösteln heißt es aber erst mal für jene, die in der langen Warteschlange vor dem Info-Point stehen, um ihr Bändchen für den Besuch der Livenacht zu kaufen.
Rockige Sounds aus den offenen Fenstern am Ratskeller nebenan lassen aber vermuten, dass das Frieren bald ein Ende haben wird. Dort bringen ab der ersten Sekunde nach 21 Uhr die „Friendly Elf“ die größte Location des Abends zum Kochen. Wer hierher kommt, will nicht in Ruhe ein kühles Getränk schlürfen, sondern einfach abtanzen bis zum letzten Titel des Abends. Gespräche sind bei der Lautstärke von der Bühne her kaum möglich, aber darum geht es auch gar nicht.
Die Plätze direkt vor der Bühne haben sich Musikfans gesichert, die noch gar nicht auf der Welt waren, als Titel wie „Rebel Yell“ von Billy Idol die Charts eroberten. Auf der Bühne stehen dagegen auch welche, die solche Rocksongs schon vor Jahren gespielt oder dazu gesungen und getanzt haben. „Wir haben auch ganz alte Leute hier“, befindet schmunzelnd Sängerin Irina Kühn. Spaß an Musik und Bewegung haben trotzdem alle unter den Hunderten von Besuchern im brechend vollen Saal.
Viele bleiben aber nicht den ganzen Abend bei einer Band, sondern schauen sich auch in den anderen Locations um. Dazu sind ja auch die Bändchen gedacht, die überall zum Eintritt berechtigen. So geht es in Richtung Marktplatz mit Musik von „Steffen & Tobi“ im „Baron“, mit Ricky Vicente im „Permesso“ und mit der Band Mallet im Irish Pub „Towers“. Allerdings zeigt der Blick auf den voll besetzten Außen-Gastro-Bereich auf dem Marktplatz, dass dort viele einfach so den lauen Abend in stimmungsvollem Ambiente genießen.
Zum ersten Mal im „Baron“, spielen „Steffen & Tobi“. Mit Gitarre und Piano tragen sie Titel vor wie „How long has this been going on“. Aber nicht nur die Fans im Inneren hören zu, die Musik dringt durch die geöffneten Fenster auch nach draußen, und die Gäste an den benachbarten Tischen freuen sich daran. Am Ausschank hat Wirtin Veronika Lustnauer mit ihrem Team alle Hände voll zu tun. „Bei diesem Wetter ist Aperol Spritz eindeutig der Renner“, hat sie beobachtet.
Die beiden Türsteher, die direkt am Eingang zum Irish Pub Bändchen verkaufen und kontrollieren, haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass viele nur einige Zeit reinschnuppern und dann weiterziehen. „Die, die kurz nach 20 Uhr gekommen sind, sind jetzt seit zwei Stunden da“, erzählen sie. Spätere Ankömmlinge würden nur kurz wieder reinschauen und dann weitergehen.
Von diesen Nachtschwärmern sind kurz vor 22 Uhr etliche auf dem Marktplatz unterwegs und machen sich zielstrebig auf den Weg ins „Permesso“. Dort hört man Musik aus dem alten Gewölbekeller. Singer-Songwriter Ricky Vicente freut sich über die vielen Neuankömmlinge: „Toll, dass ihr alle da seid“. Er sei erst gerade erst angekommen, und von der Band seien auch alle krank, verkündet er grinsend. Mit Liedern wie „Afterglow“ trifft er auch ohne Rückendeckung von Kollegen genau den Geschmack seiner Zuhörer. Und am Ende sind doch viele gekommen, um zu bleiben und um es sich in den Sitzgelegenheiten im historischen Gemäuer gemütlich zu machen.
Ganz allein ist ein Mann im schrillen Outfit mit seiner schwarz gekleideten Gothic-Freundin auf den Weiten des Marktplatzes unterwegs. „Überall dieser blöde Disco-Mist“, verkündet er laut der Welt im allgemeinen. Aber niemand hört ihn. Stattdessen tanzen und feiern alle begeistert in den vielen Locations genau zu dieser Art von Musik.