Zum Nichtaufstieg der Stuttgarter Kickers Zu wenig Qualität im Kader

Wohin geht die Reise nach dem verpassten Aufstieg? Kickers-Sportdirektor Martin Braun (links) und Trainer Tobias Flitsch. Foto: Pressefoto Baumann

Die Stuttgarter Kickers haben den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. Warum? Weil der höchste Etat der Liga sich nicht in der Qualität des Kaders widerspiegelte, kommentiert unser Redakteur Jürgen Frey. Der zweite Anlauf Richtung Regionalliga-Aufstieg wird nun zur Herkulesaufgabe.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Stuttgart - Lange Zeit sah es so aus, als würden sich die Stuttgarter Kickers ohne besonders ausgeprägte Dominanz, ohne spielerischen Glanz zu Meisterschaft und Direktaufstieg kämpfen. Nun haben sie auch ihre zweite Chance über den Umweg Aufstiegsspiele verspielt. Das ist mehr als enttäuschend und der nächste Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Keiner hat erwartet, dass die Kickers die hoch motivierten Gegner in der Oberliga mit Zauberfußball aus dem Stadion schießen, doch mit dem höchsten Etat, den professionellsten Rahmenbedingungen und der besten Fan-Unterstützung hätte es schon über die Strecke von 34 Spieltagen hinweg keinen anderen Aufsteiger geben dürfen.

 

Team nicht gut zusammengestellt

Die Verantwortung dafür trägt in solchen Fällen der Trainer. Doch nur Tobias Flitsch die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre viel zu kurz gedacht. Denn der 1,05-Millionen-Euro Etat hat sich nicht in der Qualität der Mannschaft widergespiegelt. Sie war alles andere als optimal zusammengestellt. Es fehlte ein „Back up“ für Torjäger Mijo Tunjic, es mangelte an Tempo auf den Außenbahnen, und – das war das Hauptproblem – aus dem Mittelfeldzentrum heraus war so gut wie keine Torgefahr vorhanden. Es gab auch keinen, der mal zwei, drei Gegenspieler aussteigen ließ und damit Räume und Überzahl schaffte. Dies muss sich der Sportliche Leiter vorwerfen lassen – und daraus müssen Lehren gezogen werden. Der Schnitt in der Mannschaft muss größer ausfallen, als bisher vorgesehen. Dass auch hinter Martin Brauns Zukunft bei den Kickers ein Fragezeichen steht, liegt in der Natur der Sache, ein Trainerwechsel ist ohnehin so gut wie sicher.

Geringerer Etat in der neuen Runde

Egal mit welchen sportlichen Entscheidungsträgern es die Blauen anpacken – es wird eine Herkulesaufgabe, den verpassten Aufstieg im zweiten Anlauf nachzuholen. Stand jetzt stehen mindestens 200 000 Euro weniger zur Verfügung. Die Lust der Fans, die Oberliga zu rocken, ist schwer gedämpft. Und die Konkurrenz wird durch den Abstieg des VfB Stuttgart II auch nicht kleiner.

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