Zum Tod von Hans-Ulrich Sckerl Wertschätzung für engagierten Parlamentarier

Hans-Ulrich Sckerl war im Land und auf der kommunalen Ebene viele Jahre engagiert. Foto: dpa/Marijan Murat

Der langjährige Weinheimer Abgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (Grüne) ist an einer Krebserkrankungen gestorben.

Stuttgart - Hans-Ulrich Sckerl saß fast 16 Jahre lang im baden-württembergischen Landtag. Jetzt ist der Abgeordnete des Wahlkreises Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) im Alter von 70 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

 

Ein Grüner der ersten Stunde

Hans-Ulrich Sckerl, den seine Kollegen meist Uli nannten, ist nicht in die allererste Reihe der Grünen im Land aufgerückt. Doch er war stellvertretender Vorsitzender und seit 2011 Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion. An Profil hat es dem gebürtigen Weinheimer nie gefehlt. Der Grüne der ersten Stunde hat sich als innenpolitischer Experte einen Namen gemacht, auf einem Feld, das den Grünen lange Zeit eher fern lag. Er war Obmann in den Untersuchungsausschüssen zum sogenannten EnBW-Deal und zum Polizeieinsatz im September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten.

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In seiner Aufrichtigkeit, seinem Engagement und seiner Ernsthaftigkeit wirkte Sckerl nach außen hin manchmal spröde. Ihn drängte es nicht in den Mittelpunkt. Er nahm sich auch der sperrigen Themen an, etwa als Mitglied der interfraktionellen Arbeitsgemeinschaft für die Einrichtung eines Parlamentarischen Kontrollgremiums des Verfassungsschutzes. Für Innenminister Thomas Strobl (CDU) war Sckerl „ein aufrechter, klarer Typ, mit Ecken und Kanten, Haltung und unglaublich viel Sachverstand“. Dabei habe es der „grüne Politprofi“ dem CDU-Innenminister nie leicht gemacht.

Im Herzen ein Kommunalpolitiker

Eine Herzensangelegenheit war Hans-Ulrich Sckerl die Kommunalpolitik. Für den Landkreistag würdigt der Tübinger Landrat Joachim Walter den langjährigen Kreisrat und Gemeinderat als „engagierten Fürsprecher der kommunalen Sache“. Sckerls „kommunales Herzblut“, hebt Gudrun Heute-Bluhm (Städtetag) hervor.

Als „Kämpfer für ein selbstbewusstes Parlament“, lobt ihn seine Parteifreundin, die Landtagspräsidentin Muhterem Aras, als „überzeugten Verfechter der parlamentarischen Demokratie“ sieht ihn Andreas Stoch, der Chef der SPD-Landtagsfraktion. „Immer war er streitbar in der Sache, immer blieb er fair“, sagt Stoch über Sckerl.

Ein Freund Kretschmanns

Bewegt würdigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Verstorbenen, der wie Kretschmann Gründungsmitglied der Grünen war. Er habe „ein sehr, sehr freundschaftliches Verhältnis“ zu Hans-Ulrich Sckerl gehabt, sagte Kretschmann und lobte die Besonnenheit und Loyalität des „außerordentlich engagierten Abgeordneten“, den eine Krebskrankheit „in wenigen Wochen dahingerafft“ habe.

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