Zum Tod von Leonard Cohen Fünf Cohen-Songs für die Ewigkeit

Leonard Cohen im Jahr 1976 Foto: dpa
Leonard Cohen im Jahr 1976 Foto: dpa

Leonard Cohen ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Was bleibt, ist ein großartiges Gesamtwerk, eindringliche Songs vom Lieben und Hassen: Wir stellen Ihnen fünf Lieder des kanadischen Songpoeten vor, die Sie kennen sollten.

Kultur: Gunther Reinhardt (gun)

Stuttgart - Er war der Mann, auf den sich alle einigen können. Bon Jovi und John Cale, Johnny Cash und Nick Cave, die Pixies und Elton John haben schon Lieder des Rockpoeten Leonard Cohen gesungen. Am 7. November ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Suzanne (1967)

And you want to travel with her, and you want to travel blind

And you know that she will trust you

For you’ve touched her perfect body with your mind

Bevor dieses Lied ein Lied war, war es ein Gedicht. Leonard Cohen veröffentlicht es 1966. Er beschreibt darin seine Treffen mit Suzanne Verdal, die damals die Freundin des Bilhauers Armand Vaillancourt war – eine zartherbe, imaginierte Liebesgeschichte. Im gleichen Jahr erscheint die Vertonung – allerdings zunächst die Version von Judy Collins. Erst ein Jahr später schafft es „Suzanne“ dann auch auf sein Debütalbum „Songs Of Leonard Cohen“ . Kein Lied Cohens wurde häufiger gecovert: Es gibt zum Beispiel Versionen von Nina Simone, Nick Cave, Joan Baez oder Bruce Springsteen.

Bird On The Wire (1969)

Like a bird on the wire

Like a drunk in a midnight choir

I have tried in my way to be free

Der Song, mit dem Leonard Cohen stets seine Konzerte eröffnete, nahm seinen Anfang, als er in den 1960ern zusammen mit seiner Freundin Marianne Ihlen (für die er auch „So Long, Marianne“ schrieb) auf der griechischen Insel Hydra lebte. Die meditative, selbstreflexive Zeitlupenballade ist so etwas wie die Hippie-Folk-Antwort auf „My Way“.

Hallelujah (1984)

I did my best, it wasn’t much

I couldn’t feel, so I tried to touch

I’ve told the truth, I didn’t come to fool you

Seine eigene Version dieses melancholischen Meisterwerks, die Cohen 1984 auf dem Album „Various Positions“ veröffentlichte, war zunächst kein großer Erfolg. Erst als sich John Cale und Jeff Buckley dem Lied annahmen, wurde das Lied zu einem Klassiker, der sich inzwischen ebenso auf Beerdigungen wie in TV-Serien („Crossing Jordan“, „Navy CIS“) und Kinofilme („Shrek“, „The Watchmen“) verirrt.

Tower Of Song (1988)

Well my friends are gone and my hair is grey

I ache in the places where I used to play

And I’m crazy for love but I’m not coming on

I’m just paying my rent every day

Oh in the Tower of Song

Diese herrlich sarkastische Nummer über das Älterwerden, die 1988 auf dem Album „I’m Your Man“ erschien, bescherte den späten Konzerten Leonard Cohens stets ein Glanzlicht. Er mimte dann den selbstmitleidigen Alleinunterhalter, spielte Einfinger-Synthesizer-Soli, nötigte seine Sängerinnen am Ende der Nummer dazu, in einer Endlosschleife „Du dam-dam-dam-dam, du dam-dam“ zu singen und behauptete, dass genau das seine Antwort auf das große Mysterium der Existenz sei: „Du dam-dam-dam-dam, du dam-dam.“

The Future (1992)

Give me crack and anal sex

Take the only tree that’s left

And stuff it up the hole

In your culture

Give me back the Berlin wall

Give me Stalin and St. Paul

I’ve seen the future, brother

It is murder

Der vielleicht düsterste Song Leonard Cohens stammt von dem gleichnamigen Album „The Future“ aus dem Jahr 1992. Ein von historischen Ereignissen inspirierte dystopische Vision, die einmal mehr vorführt, dass Cohen nicht nur die hellsten Momente, sondern auch die finstersten mit seiner vielschichtigen Lyrik ergründen konnte.




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