Zum Tod von Manfred Läpple Ein Schultes mit Leib und Seele hinterlässt in Oberstenfeld Spuren

Manfred Läpple war fast vier Jahrzehnte im Amt. Foto: Werner Kuhnle

Die Gemeinde Oberstenfeld trauert um ihren langjährigen Bürgermeister Manfred Läpple. Seine Verdienste sind groß.

Ludwigsburg: Oliver von Schaewen (ole)

„Manfred Läpple war Vordenker und bleibt für uns immer Vorbild.“ So umschreibt der Oberstenfelder Bürgermeister Markus Kleemann das Lebenswerk des Mannes, der von 1953 bis 1991 die Bottwartalkommune fast vier Jahrzehnte lang geprägt hat. Nun ist Manfred Läpple am Mittwoch im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Gemeinde am Nordrand des Landkreises Ludwigsburg  hat ihrem Ehrenbürger viel zu verdanken.

 

Die Gemeinde wuchs von 1800 auf 8000 Einwohner

Läpple habe sich „stets in außergewöhnlich beispielhafter und herausragender Weise“ in den Dienst der örtlichen Gemeinschaft gestellt, teilt Markus Kleemann am Tag nach dem Tod seines Vorvorgängers in einem Pressetext mit. Manfred Läpple habe Oberstenfeld, Gronau und Prevorst entscheidend geprägt und vorangebracht. So wuchs die Gemeinde in seiner Amtszeit von etwa 1800 auf 8000 Einwohner. „Er war Bürgermeister mit Leib und Seele“, schreibt Kleemann. Das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger habe ihm sehr am Herzen gelegen. Die Einwohner schätzten ihn für seine außerordentliche Arbeit und sein freundliches Wesen. „Mit ihm geht auch ein Teil unserer Gemeinde.“

Als Kind wuchs Manfred Läpple während des Nationalsozialismus in Eglosheim auf. Er besuchte das Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg und wurde mit 15 Jahren als Flakhelfer auf dem Dach von Bosch in Feuerbach eingesetzt. Er machte ein Not-Abitur und entschied sich für die Verwaltungslaufbahn mit Stationen im Tammer Rathaus und im Landratsamt Ludwigsburg. Bei der Wahl in Oberstenfeld setzte er sich als 25-Jähriger gegen neun Mitbewerber durch.

Der Bau der Teilortsumgehung war eine wichtige Entscheidung

Anlässlich seines 90. Geburtstages hatte Manfred Läpple noch den Bau der Teilortsumgehung Ende der 1980er-Jahre als eine seiner wichtigsten Entscheidungen bezeichnet. Er habe den Ort auch deshalb stark wachsen lassen, damit die Ärzteversorgung gesichert sei. Viele Bauprojekte begleitete die von ihm geleitete Verwaltung: unter anderem die Gemeindehalle, die Ortsbücherei und Neubaugebiete. Dabei wirtschaftete er auch nach der Eingemeindung von Gronau und Prevorst im Jahr 1972 sparsam.

Als Finanzexperte der CDU-Fraktion im Kreistag, dem er von 1971 bis 1999 angehörte, entwickelte er 1996 ein Sanierungskonzept für die verschuldete Abfallgesellschaft. Läpple hatte das Scheitern des Deponierückbaus als einer der ersten Räte erkannt.

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