Zum Weltfahrradtag Auf diesen Radtouren lässt sich die Region um Leonberg entdecken

Durch den Altkreis Leonberg und die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg zieht sich ein großes Netz an schönen Radwegen. Foto: Landratsamt Böblingen

Sie führen vorbei an ruhigen Waldseen, plätschernden Flüssen, weitläufigen Ausblicken und sogar an richtiger Kunst: Fünf Tipps für abwechslungsreiche Radtouren rund um Leonberg.

Leonberg: Sophia Herzog (she)

Es kurbelt Herz und Kreislauf an, stärkt Muskeln, ist gut für die Gelenke, baut Stress ab und ist obendrein noch richtig umweltfreundlich –Radfahren hat so einige Vorteile für Körper und Geist. Beliebt ist es allemal: Über 80 Prozent der Deutschen nutzen laut Verkehrsministerium das Fahrrad, 55 Prozent halten es gar für unverzichtbar.

 

Um die Vorteile des Radfahrens geht es auch am 3. Juni, den die UN vor einigen Jahren zum Weltfahrradtag erklärt hat. Genug Anlass also, um sich diese Woche auf den Sattel zu schwingen und die Region rund um Leonberg vom Drahtesel aus zu erkunden. Wir geben Tipps für fünf schöne Touren.

Auf dem Fahrrad durch die „Kleine Toskana“

Sanfte Hügel, stoppelige Felder und saftige Wiesen: Nein, diese Radtour führt nicht durch die Toskana, sondern durch die Region zwischen Leonberg und Weil der Stadt. Die Strecke ist eine von inzwischen zehn Radtouren, die die Gruppe „RadL“ der Lokalen Agenda in Leonberg als gebundene Broschüre herausgibt. Die „Kleine Toskana“ ist mit rund 46 Kilometern und gut 500 Metern Aufstieg zwar eine der anspruchsvolleren, hat aber auch einiges zu bieten.

Vom Leonberger Bahnhof geht es ein kurzes Stück an der Glems entlang, durch ein kleines, grünes Tal in Richtung Gebersheim, vorbei an Streuobstwiesen, durch den Rutesheimer Wald nach Flacht und dann nach Heimsheim, hinunter nach Merklingen und dann zurück nach Leonberg. Vom Weitblick bis zum lauschigen Plätzchen am Waldsee ist alles dabei – wer Glück hat, entdeckt auf dieser Strecke sogar einige Ziegen an der steilen Felswand im Glemstal. Die Wege sind entweder asphaltiert oder gut befestigt.

Mühlen-Hopping auf dem Glemsmühlenradweg

Der Name dieser Tour hält, was er verspricht: An 19 Mühlen führt der Glemsmühlenradweg vorbei, viele von ihnen noch gut erhalten und vereinzelt sogar noch in Betrieb. Der Startpunkt der Route liegt am Hotel Glemseck. Von dort geht es immer entlang an dem kleinen Flüsschen, über Leonberg, Ditzingen, Hemmingen bis nach Unterriexingen, wo die Glems in die Enz mündet. Auf Schildern gibt es unterwegs viel über die Geschichten der 19 Mühlen zu lesen. Und wer von der ganzen Anstrengung eine Abkühlung braucht, kann hier und da die Füße in die Glems strecken.

Bis auf einige Schotterwege führt die Tour über asphaltierte Wege. Rund 40 Kilometer misst die Strecke in ihrer Gesamtlänge, sie kann aber auch nur in Etappen befahren werden: Als Startpunkt bietet sich etwa der Leonberger S-Bahnhof an, von Schwieberdingen fährt die Strohgäubahn ab. Eine weitere Variante startet am Korntaler Bahnhof und führt mit tollem Ausblick auf den Grünen Heiner bei Ditzingen auf den Glemstalradweg.

Vom Fahrrad auf Kunst schauen entlang der Sculptoura

Rund 100 beeindruckende Kunstwerke sind auf dieser Strecke durch die Region zu sehen: Auf der passend benannten „Sculptoura“ bietet der Landkreis Böblingen zusätzlich zur schönen Natur des Heckengäus und Schönbuchs auch den Ausblick auf verschiedenste Skulpturen. Die Hauptroute ist 65 Kilometer lang, kann aber auch einfach in Etappen aufgeteilt werden.

Ach Künstlerinnen und Künstler waren an diesem Gemeinschaftskunstwerk beteiligt, das auf dem Sculptoura-Weg bei Weil der Stadt steht. Foto: Andreas Sporn

Ein Teilabschnitt führt etwa von Weil der Stadt bis Leonberg: Vor den historischen Mauern der Keplerstadt gibt es kunstvolle Objekte aus Stein oder Metall zu sehen. Auf dem Weg nach Malmsheim ragt ein geschwungener Tetraeder aus Stahl gen Himmel, im Wasserbachtal thronen drei Stühle aus Stein und bei Rutesheim taucht der Arm eines großen Schwimmers aus den Gräsern auf. Der Weg führt bis Leonberg und misst 25 Kilometer, kann aber auch ab Rutesheim abgekürzt werden.

Radfahren an der Würm entlang

53 Kilometer Länge misst die Würm, die im Schönbuch entspringt und bei Pforzheim in die Nagold mündet. Fast genauso lang ist auch der Radweg, der den Verlauf des Gewässers nahezu komplett begleitet: Los geht die Tour in Holzgerlingen, die Strecke führt anschließend durch malerische Täler, vorbei an Streuobstwiesen, Wacholderheiden und Feuchtgebiete über Aidlingen, Weil der Stadt und Mühlhausen bis nach Pforzheim.

Die Würm schlängelt sich auf einer Gesamtlänge von über 50 Kilometern bis nach Pforzheim. Foto: Landkreis Böblingen

Auch dieser Radweg kann in Gänze oder in Teilstücken befahren werden – in Weil der Stadt etwa bietet der Bahnhof einen möglichen Start- oder Endpunkt. Übrigens führt auch eine Teilstrecke der Sculptoura an der Würm entlang, Kunst gibt es also ebenso zu erleben wie das plätschernde Wasser der Würm.

Auf einem Rundweg an sechs Seen vorbeiradeln

Ruhepause gefällig? Die Seen-Tour der Leonberger RadL-Gruppe führt vorbei an gleich sechs Seen rund um die Stadt am Engelberg, die für Verschnaufpausen in idyllischer Natur einladen. Mit Blick auf die ruhigen Gewässer kann gut Kraft getankt werden für die nächsten Etappen. Los geht es am Leobad, die Strecke führt etwa zum Wasserbachsee, zum Renninger See, Hölzersee und sogar bis zum Bärensee. Der Katzenbacher Hof bietet außerdem gute Gelegenheit für eine Einkehr.

Die Tour ist zwar 47 Kilometer lang, kann laut RadL-Gruppe aber auch abgekürzt werden. Vom Hölzersee oder vom Katzenbacher Hof geht es etwa auch über das Glemseck zurück zum Leobad, die Schleife zum Bärensee spart man sich so.

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