Zur Remstal-Gartenschau in Remseck Die Fußarbeiter rennen dem Zeitplan davon

Wacker: ein Teil der Remsecker Wanderer beim Kleinheppacher Kopf. Foto: Gottfried Stoppel
Wacker: ein Teil der Remsecker Wanderer beim Kleinheppacher Kopf. Foto: Gottfried Stoppel

Ein Jahr ist es noch bis zum Start der Remstal-Gartenschau. 350 Hardcore-Freitzeitwanderer, darunter mehr als 50 aus Remseck, sind die Gartenschau-Strecke in einer 65-Kilometer-Tour abgewandert. Start war um Mitternacht – mit Stirnlampen.

Remseck - Dem vom Organisationsteam ausgetüftelten Zeitplan sind etliche der rund 350 Teilnehmer der 24-Stunden-Tour von Lorch nach Remseck am Donnerstag einfach davongelaufen: Etwa drei Stunden früher als geplant erreichten die schnellen Wanderer die jeweiligen Versorgungsstationen auf der 65 Kilometer langen Strecke. „Einige besonders schnelle Läufer haben die anderen dazu animiert, sehr zügig zu gehen“, sagt Claudia Ingelmann vom Team der Remstal Gartenschau-Gesellschaft. Diese hat das Wanderereignis „Unendlich wandern“ organisiert, bei dem am Feiertag mehr als 700 Frauen und Männer das Remstal flussauf- und flussabwärts per pedes erkundeten.

Schönberger: „Der Anblick des langen Lindwurms mit Strahlern war sensationell.“

Die größte Wandergruppe bei der 24-Stunden-Tour, die als Auftakt zur interkommunalen Gartenschau gedacht war, kam aus dem Zielort selbst: aus Remseck. Das bemerkt Oberbürgermeister Dirk Schönberger nicht ohne einen Anflug von lokalpatriotischem Stolz. Schönberger war, wie einige Stadträte, eine Sportabzeichen-Gruppe und etliche Privatleute, auch selbst mit von der Partie: Ausgerüstet mit Regenklamotten, die dann aber gar nicht gebraucht wurden, und einer Flasche Wasser war er mit dem großen Tross von Gleichgesinnten, die vom Schwäbischen Albverein begleitet wurden, um kurz Mitternacht losmarschiert. Die Anfangsetappe im Dunkeln war es auch, die ihn am meisten beeindruckte: „Faszinierend fand ich besonders die Nacht, als wir mit Stirnlampen auf einer Serpentinenstrecke gewandert sind. Der Anblick dieses langen Lindwurms mit den Strahlern war sensationell“, sagt er.

Dank der Beleuchtung aus dem Starterpaket habe er sich bestens ausgestattet gefühlt, um auch im Dunkeln richtig Gas zu geben. „Sonst bin ich eher Radfahrer“, erzählt Schönberger. Trainiert habe er für die 65-Kilometer-Tour nicht, dennoch habe alles gut geklappt: „Nur meine Schuhe hätte ich besser einlaufen sollen.“ Seine Motivation, sich der Strapaze auszusetzen: „Dass man sich vergegenwärtigt, dass man nicht für jede noch so kurze Distanz das Auto braucht.“ Die Gewohnheit, sich auch für kleine Strecken ins Auto zu setzen „und, überspitzt gesagt, am liebsten auch noch ins Gebäude reinzufahren“, gehöre einfach hinterfragt. Wohin der Individualverkehr führe, erlebten die verkehrsgeplagten Remsecker Tag für Tag. Die Gartenschau-Wanderung sei ein guter Anlass, eine Lanze fürs Gehen, aber auch für den öffentlichen Nahverkehr zu brechen, findet das Remsecker Stadtoberhaupt.

Die Schnellsten waren fünf Stunden früher als geplant da

Kurz vor 16 Uhr lief Schönberger in seiner Heimatstadt ein, in der das Team, das den Empfang vorbereitete, angesichts des flotten Tempos der Wanderer etwas in Hektik geraten war: Mit den ersten Eintreffenden hatte man gegen 18 Uhr gerechnet, doch die Schnellsten waren bereits gegen 13 Uhr da. Für die Finisher gab’s in Rems-eck Getränke, Kaffee, Kuchen, eine Pasta-Party und Musik. Nur zwei Teilnehmer hatten früher abbrechen müssen, berichtet Claudia Ingelmann. „Einer ist umgeknickt, einer hatte Kreislaufprobleme.“ Von dem großen Zuspruch bei den Touren – es gab auch noch eine 35-Kilometer-Variante, die von Kleindeinbach im Ostalbkreis zur Remsquelle bei Essingen führte – ist Thorsten Englert, der Geschäftsführer der Remstal Gartenschau-Gesellschaft, geradezu begeistert: „Die Beteiligung ist überwältigend.“

Die Remstal-Gartenschau beginnt am 10. Mai 2019. Dann wollen 16 Kommunen von der Quelle der Rems bis zur Mündung in den Neckar das Remstal in ein riesiges Ausstellungsgelände verwandeln.




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