Zur Zukunft von Stetten Gedankenspiele

Von Natalie Kanter 

Oberbürgermeister Roland Klenk will zur Zukunft des Geländes der ehemaligen Haldenschule in Stetten und damit auch zur Zukunft des Stadtteiles bis Ende des Jahres ein Konzept verabschieden.

In der Haldenschule wird seit Jahrzehnten nicht mehr unterrichtet Foto: Natalie  Kanter
In der Haldenschule wird seit Jahrzehnten nicht mehr unterrichtet Foto: Natalie Kanter

Stetten - Kinder lärmen auf dem Hof der Stettener Haldenschule. Das Gebäude ist 60 Jahre alt. Es müsste zumindest energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Seit 1992 wird dort nicht mehr unterrichtet. Dennoch ist es gut genutzt: Das Gudrun-Mebs-Kinderhaus ist in der ehemaligen Schule untergebracht. Die örtliche Feuerwehr, die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes, sowie der Jugendtreff Forum haben dort ihr Domizil. Die Oase Stetten mit der Volkshochschule und dem Tanz- und Kulturverein Karawane, der Waldorfkindergarten sowie der Musikverein Stetten sind in direkter Nachbarschaft in zwei barackenähnlichen Gebäuden zuhause.

Wie geht es weiter mit dem Areal an der Weidacher Steige 31? Diese Frage gilt es nicht nur wegen einer möglichen Sanierung des Schulgebäudes zu beantworten, sondern auch, weil, salopp gesagt, in dem Stadtteil vieles im Fluss ist. Die Kindergartenlandschaft wurde mit dem Neubau an der Jahnstraße neu gestaltet. Für die Grundstücke, auf denen bisher die Schützlinge des Erlach- und des Fröbelkindergartens betreut wurden, gibt es noch keine neue Verwendung. „Schon allein deshalb müssen wir neu planen“, sagt Oberbürgermeister Roland Klenk auf Nachfrage. Der Waldorfkindergarten soll in einer neuen Kita im Echterdinger Waldhorngebiet unterkommen. Die Stadtwerke wollen aus dem ehemaligen Stettener Rathaus, das ebenfalls an der Weidacher Steige liegt, ausziehen. „Hier gibt es Umzugs- und Neubaupläne“, erklärt der Rathauschef.

Mittelfristig werden diese Räume also frei. Vereine, die bisher auf dem Areal der Haldenschule beheimatet sind, könnten dort unterkommen. Klenk kann sich „eine Vereinsnutzung“ gut vorstellen. Zumal das frühere Rathaus ein Identifikationspunkt der Stettener Bürger sei. Dann aber wären zumindest die beiden Baracken auf dem Stettener Schul-Areal obsolet. „Wir müssen uns anschauen, ob sie auf Dauer stehen bleiben“, sagt er dazu.

Stadträte haben sich laut Informationen unserer Zeitung mit der Zukunft des Geländes bereits vor einem Jahr befasst. Stadträtin Sabine Onayli (L.E.-Bürger) hat das Thema nun im Gemeinderat wieder aufs Tapet gebracht. Der Anlass: Anwohner haben eine Gruppe von Leuten über das Gelände laufen sehen. Diese sollen das Schulgebäude unter die Lupe genommen haben. Die Bürger wunderten sich und haben sich an Stadträte der Fraktionsgemeinschaft FDP/L.E.-Bürger gewandt. Onayli selbst liegt der Jugendtreff Forum am Herzen. Dieser befindet sich bisher im Souterrain des Hauses und bietet stadtteilbezogene Jugendarbeit an. „Egal was passiert, irgendwo sollte es einen Platz für das Forum geben“, sagt sie.

OB Klenk sprach in der Sitzung über erste Ideen, die entwickelt worden seien. Diese Gedankenspiele wolle man mit dem Vereinsring Stetten besprechen. Denn: „Wir wollen nicht über die Bedürfnisse der Menschen vor Ort hinweg planen“, sagte er. Und: „Wir sind für viele Ideen offen.“ Wie zu erfahren war, hat der Zusammenschluss am gestrigen Donnerstagabend getagt und die Verwaltungsspitze dazu eingeladen.

Gegenüber unserer Zeitung wird der Rathauschef konkreter: Die Verwaltung kann sich vorstellen, das Gudrun-Mebs-Kinderhaus, dass sich bisher im Erdgeschoss des Schulhauses befindet, künftig in einem Flügel, dann aber auch im Obergeschoss unterzubringen. Die Folge: Die örtliche Feuerwehr und der DRK-Ortsverein hätten den Teil des Gebäudes zur Weidacher Steige hin für sich. Der Vorteil: Die Kindertagesstätte und die Feuerwehr müssten sich keinen Eingang mehr teilen. Es wird auch darüber nachgedacht, das alte Hausmeisterhaus auf dem Gelände abzubrechen. Der Abriss würde den Platz für eine Garage frei machen, die sich das DRK wünscht.

Die Verwaltung will die vielen unterschiedlichen Nutzer des ehemaligen Schulhauses klar voneinander trennen, erklärt OB Klenk. Umsonst gibt es dies alles freilich nicht. „Wir rechnen mit Kosten, die im siebenstelligen Bereich liegen“, sagt er.

Mit der Zukunft der Haldenschule und damit auch der Zukunft des Stadtteiles soll sich nun die Arbeitsgruppe Stetten befassen. In diesem Gremium sitzen Stadträte verschiedener Fraktionen. Der Vereinsring soll drei Mitglieder bestimmen, die in dieser Gruppe mitarbeiten wollen. „Ich wäre froh und zufrieden, wenn wir bis Jahresende ein Konzept erstellen und verabschieden können“, sagt Klenk. Ein solches Konzept fordern FDP/L.E.-Bürger schon seit langem.




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