Zwei Bauanträge konkurrieren Wettstreit der Supermarkt-Projekte in Oberstenfeld
Ein dm-Drogeriemarkt könnte in Oberstenfeld an zwei Stellen entstehen. Unklar ist aber noch, welche Discounter-Kette der Nachbar wird.
Ein dm-Drogeriemarkt könnte in Oberstenfeld an zwei Stellen entstehen. Unklar ist aber noch, welche Discounter-Kette der Nachbar wird.
Die 8100-Einwohner-Kommune Oberstenfeld hat Bedarf für einen neuen Discounter, es gibt aber zwei Projekte, die sich derzeit laut Gemeindeverwaltung im Weg stehen. Nach aktuellem Stand dürfe sich nämlich nur eins ansiedeln: Mehr Verkaufsfläche im großflächigen Einzelhandel ließen die Behörden nicht zu. Das gehe aus Gutachten hervor, die der Verband Region Stuttgart (VRS) zur Grundlage von Genehmigungen heranziehe. Derzeit liegen zwei verschiedene Bauanträge vor. Welcher es letztlich bis zur Genehmigung bringt, erscheint offen.
Nur einer der beiden Anträge könne letztlich Erfolg haben, so der Bürgermeister Markus Kleemann. Der VRS setze mit Hilfe des sogenannten Einzelhandelerlasses Grenzen für die Kapazitäten in den Orten, die im Bauverfahren zu beachten seien. Die Oberstenfelder Gemeinderäte hatten kürzlich beiden Projekten das städtebauliche Einvernehmen gegeben. Dieses Okay ist aber nur ein Teil des Verfahrens. „Die Baugenehmigung erteilen nicht wir, sondern die untere Baurechtsbehörde des Landkreises Ludwigsburg nach den Vorgaben der Regionalverbandes“, sagt Markus Kleemann.
Einer der beiden Bauanträge soll nach unbestätigten Informationen von Rewe und der Kette dm-Drogeriemarkt ausgehen. Es würde das Sheddach im Neubau-Areal Bottwarwiesen auf dem ehemaligen Werzalit-Areal betreffen. In dem Gebiet will die Backnanger Volksbank-Tochter Levkas in enger Abstimmung mit der Gemeinde abschnittsweise insgesamt rund 1300 Menschen ansiedeln. Der Bauantrag sieht einen 1400 Quadratmeter großen Discounter und einen 700 Quadratmeter großen Drogerie-Markt vor. Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1970 ermöglicht diese Ausmaße sowie 90 Stellplätze direkt neben dem Gebäude.
Der andere Bauantrag beinhaltet ebenfalls den Bau eines dm-Drogeriemarktes. Er würde wie auch ein Trinkgut-Getränkemarkt ganz in der Nähe des bestehenden Edeka-Marktes entstehen. Ein solches Vorhaben sei ihm schon länger bekannt, es sei aber bisher noch nicht umgesetzt worden, erklärt Markus Kleemann. Nach dem Abbruch eines bestehenden Gebäudes würden auf dem Gelände der Drogeriemarkt mit einer Verkaufsfläche von etwa 700 Quadratmeter sowie der Getränkehandel mit ebenfalls 700 Quadratmetern Verkaufsfläche und insgesamt 74 Stellplätzen entstehen.
Welcher Bauantrag wird nun bewilligt? Das Landratsamt Ludwigsburg wartet darauf, dass beide Bauherren ihre Marktgutachten nachbessern. „Sie müssen dabei die andere Seite berücksichtigen“, sagt der LRA-Sprecher Andreas Fritz. Erst danach könnten das Regierungspräsidium Stuttgart und der VRS beteiligt werden. Den Stellungnahmen dieser beiden Behörden komme entscheidende Bedeutung zu. Eine Höchstgrenze an Quadratmetern lasse sich nicht angeben: Letztlich müssten Marktgutachten belegen, ob die Gebote und Verbote des Einzelhandelserlasses eingehalten werden.