Zwei Ministerien zuständig Wundersamer Wettstreit um Wanderwege

Weg-Einweihung: Kretschmann (Mitte), Hermann (rechts) Foto: bwegt

Gleich zwei Minister von CDU und Grünen sehen sich im Südwesten für Wanderwege zuständig. Wie es dazu kommt – und warum ein neuer Weg „Grüne Unendlichkeit“ heißt.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Für Wanderwege ist in Baden-Württemberg eigentlich das Wirtschaftsministerium von Nicole Hoffmeister-Kraut zuständig. Es führt den Tourismus im Namen und bekam dafür in Patrick Rapp (beide CDU) eigens einen Staatssekretär. Nun aber erkundigt sich die Landtags-FDP, ob es im Land einen zweiten Tourismusminister gebe: den für Verkehr zuständigen Grünen Winfried Hermann.

 

Auch Hermann kümmert sich neuerdings nämlich um Wanderwege. Seit einem Jahr weist sein Ressort eigene Routen aus, deren Start und Ziel sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen. Aus der Nahverkehrskampagne „bwegt“ gibt es dafür eine Viertelmillion Euro. Zehn Strecken wurden bereits beschildert, sieben folgen bald. Zuletzt eröffnete Ministerpräsident Kretschmann im Nordschwarzwald den Weg „Grüne Unendlichkeit“, benannt nach dem satten Grün und den weiten Ausblicken.

Tourismus-Ministerin fehlt bei der Einweihung

Wildert der Verkehrsminister also im Bereich seiner Wirtschaftskollegin? Die Antwort an die Liberalen klingt etwas danach. Der erste bwegt-Weg wurde danach im August 2023 eröffnet, doch erst Anfang 2024 erfuhr das CDU-Ministerium „auf der Fachebene“ von dem Projekt. Die Tourismus-Marketing-Gesellschaft TMBW sei aber vorab eingebunden gewesen, heißt es. Auch mit den lokalen Akteuren arbeite man eng zusammen. Bei der Tourismus-Messe CMT habe Hoffmeister-Kraut zudem einen Stand der bwegt-Wanderbewege besucht. Zur Eröffnung der „Grünen Unendlichkeit“ sei sie eingeladen gewesen, habe aber aus Termingründen abgesagt. Die beiden grünen Winfrieds blieben so mit lokaler Prominenz unter sich. Vielleicht ließen sich die CDU -Oberen beim nächsten Mal durch eine passende Benennung locken. Wie wäre es mit „Schwarze Herrlichkeit“, angelehnt an die landschaftliche Pracht des Schwarzwalds?

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