Zwischen Aichwald und dem Weißen Stein Geförderter Radweg bis heute nicht gebaut

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Auf der Landesstraße zwischen Aichwald und dem Weißen Stein leben Radler gefährlich. Das Land hat die Finanzierung einer Fahrradspur zugesagt, doch wegen Personalmangels bei Behörden hat sich das Projekt immer wieder verzögert.

An dieser Stelle am Weißen Stein müssen Radfahrer in Richtung Aichwald auf die viel befahrene Straße wechseln. Foto: /Horst Rudel
An dieser Stelle am Weißen Stein müssen Radfahrer in Richtung Aichwald auf die viel befahrene Straße wechseln. Foto: /Horst Rudel

Aichwald/Esslingen - Fahrradfahrer, die gerne über den Schurwald strampeln, kennen den Straßenabschnitt, vor dem den meisten von ihnen grauen dürfte. Es ist die rund eineinhalb Kilometer lange Strecke zwischen dem Aichwalder Ortsteil Aichschieß und dem Weißen Stein, wo sie auf der viel und schnell befahrenen Landesstraße (L 1201) radeln müssen. Schon seit gut drei Jahren befindet sich das Teilstück im Radwege-Lückenschlussprogramm des Landes, womit auch die Finanzierung steht. Die Planungen sind offensichtlich bei der Stadtverwaltung Esslingen hängen geblieben. Diese räumt auf Anfrage ein, das Projekt habe sich „aufgrund personeller Veränderungen im Sachgebiet Verkehrsplanung“ verzögert.

Seit 2014 hat sich nichts getan

Die am 21. November 2014 verschickte gemeinsame Pressemitteilung der Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr (Grüne) und Wolfgang Drexler (SPD) klang verheißungsvoll. Denn in dieser wurde der „längst überfällige“ Ausbau des Radwegs an der Landesstraße 1201 zwischen Aichschieß und dem Weißen Stein verkündet. Doch bis heute, fast fünf Jahre später, hat sich für die Radler nichts getan.

Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, das eigentlich zuständig wäre, weil der Radweg entlang einer Landesstraße führen soll, sieht die Stadt Esslingen in der Verantwortung. „Die Radwegeplanung sowie die landschaftspflegerische Begleitplanung wird derzeit bei der Stadt Esslingen erstellt. Anschließend stellt diese das Baurecht her“, sagt die RP-Sprecherin Julia Christiansen.

Dem widerspricht Martin Frank vom städtischen Tiefbauamt nicht. Tatsächlich sei im Jahr 2015 eine entsprechende Planungsvereinbarung zwischen dem RP und der Stadt geschlossen worden. Die Stadt habe das RP unterstützen wollen, weil dieses wegen „enger personeller Kapazitäten“ das Projekt seinerzeit nicht habe vorantreiben können, so Martin Frank.

Der erste von zwei Abschnitten, in die der Radwegbau aufgeteilt worden sei, sei planerisch bereits umgesetzt. Der zweite sei jedoch noch „nicht angegangen“ worden. Personelle Veränderungen im städtischen Sachgebiet Verkehrsplanung hätten eine Verzögerung des Projekts verursacht. Doch in diesem Jahr seien die Planungen wieder aufgenommen worden. Das RP und die Stadt hätten vereinbart, mit den Plänen für den zweiten Radwegabschnitt einen externen Anbieter zu beauftragen – die Kosten dafür trage das Land. Zurzeit würden naturschutzrechtliche Belange geklärt – beispielsweise erfordere der Flächenverbrauch für den Radweg ökologischer Ausgleichsmaßnahmen.

Die Kosten belaufen sich auf 325 000 Euro

Martin Frank ist zuversichtlich, dass im kommenden Jahr die Pläne zur Genehmigung eingereicht werden. Sei diese erteilt, übernehme das RP die weitergehenden Planungen und den Bau. Mit dem Beginn der Arbeiten werde vermutlich erst im Frühjahr 2021 begonnen. Es werde dann voraussichtlich zwei bis drei Monate dauern, bis der erste Radler auf dem neuen, 2,50 Meter breiten und knapp zwei Meter neben der Landesstraße verlaufenden Radweg rollen kann. Die Kosten von rund 325 000 Euro übernehme das Land.