Zwischen Aidlingen und Dätzingen Breitere Straße durchs Würmtal nicht vor 2025

Schützenswerte Idylle: Würmtal zwischen Aidlingen und Dätzingen. Foto: Stefanie Schlecht

Umweltauflagen verzögern seit Jahren die Verbreiterung und Sanierung der maroden Straße zwischen Aidlingen und Dätzingen durchs Würmtal. Immerhin: Bis Ende 2023 soll der Radweg durch das landschaftlich reizvolle Tal verbreitert und asphaltiert werden.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Auf der Liste der marodesten Straßen im Landkreis Böblingen nimmt die Kreisstraße zwischen Aidlingen und Dätzingen seit Jahren einen der vorderen Plätze ein. Der Belag ist vielerorts brüchig, Schlaglöcher und Hubbel säumen den Asphalt. Außerdem kommt es aufgrund der Breite von nur 4,5 bis 5 Metern im Begegnungsverkehr schnell zu brenzligen Situationen. Nicht selten müssen Außenspiegel dran glauben. Die Gemeinden Grafenau und Aidlingen fordern seit Jahren einen Ausbau inklusive Verbreiterung. Das Landratsamt plant diesen seit April 2018. Doch auf der Talseite der Fahrbahn bestehen viele ökologische Schutzgebiete sowie historische Wassergräben, die es zu schützen gilt.

 

Das Regierungspräsidium machte den Ausbauplänen auf sieben Meter daher einen Strich durch die Rechnung. Die Pläne wurden angepasst und die Straße soll nur noch auf eine 6 bis 6,5 Meter verbreitert werden. Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern müssen die Planer die Trasse allerdings aufgrund der Schutzgebiete bergseitig versetzen. Daher müssen nun weitere Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur kommen.

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Außerdem muss die Tierwelt dort noch einmal genauer untersucht werden. Im Kreistag brachte die CDU das Thema nun wieder auf die Tagesordnung und wollte den aktuellen Planungsstand erfahren. Kritik an der Verbreiterung kommt von Beginn an von Umweltschützern vor Ort und der Grünen-Fraktion im Kreistag, die davon „wenig begeistert“ ist. „Wir versuchen dabei, alle widerstrebenden Interessen unter einen Hut zu bringen“, sagte Verkehrsdezernent Thomas Wagner. Bis spätestens zum Jahresende will das Landratsamt nun ein Planfeststellungsverfahren in die Wege leiten. Sobald dies abgeschlossen ist, dauert es noch einmal ein Jahr, bis die Straßenplanung final steht. Erst danach können die Bauarbeiten ausgeschrieben werden und die Bagger anrücken. Dies dürfte kaum vor 2025 der Fall sein.

Doch das Würmtal wird nicht nur von rund 3900 Autos pro Tag durchfahren, sondern ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Fahrradfahrern und Wanderern. Diese sind auf der gegenüberliegenden Talseite bisher auf einem Schotterweg am Waldrand unterwegs. Allerdings ist sein Zustand alles andere als gut. In der Mitte wuchert das Gras, der Untergrund ist brüchig und auf den Abschnitten mit Steigung herrscht ein erhöhtes Unfallrisiko, sagt das Landratsamt. Daher brachte die Behörde nun die Verbreiterung auf drei Meter samt Asphaltierung auf den Weg, auch weil ein Radweg entlang der Kreisstraße aufgrund der Umweltauflagen nicht möglich ist.

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Kreisrätin Angie Weber-Streibl (Grüne) monierte, dass der Asphaltweg die touristische Besonderheit des Würmtals störe. Doch Freie Wähler, FDP und CDU sprachen sich klar für die Asphaltierung des Wegs aus. Dies sei auch die Beschlusslage in den Gemeinderäten von Aidlingen und Grafenau, was es zu respektieren gelte. Das Böblinger Landratsamt geht davon aus, dass der Weg bis Ende des kommenden Jahres ausgebaut ist.

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