Ihr liebt Bücher und Musik? Dann kommt am besten am 7. Oktober ins Stadtpalais. Bartek lädt zum Buchclub der etwas anderen Art ein.
Als ich neulich mit meinem Rucksack voller Bücher aus der Landesbibliothek geschlendert kam, dachte ich, es wäre doch jetzt was, mit ein paar Gleichgesinnten bei einem Glas Wein über Literatur zu sprechen. In kleiner Runde mit Freunden passiert das schon hin und wieder, aber nicht alle teilen dieselbe Begeisterung für Bücher. Also dachte ich mir, machen wir doch etwas Neues.
Manchmal braucht es kein weiteres Café, lediglich einen Raum für Geschichten, Bücher und Ähnliches. Erster Gedanke: lass einen Buchclub starten – allerdings ohne Pflichtlektüre und Stirnrunzeln. Denn ganz ehrlich: Die Vorstellung, dass zehn Leute das gleiche Buch lesen und sich dann mit ernstem Blick über Interpretationen in einem Stuhlkreis austauschen, hat mich eher abgeschreckt. Ich mag Bücher, ja. Aber ich mag sie so, wie man Sommerabende mag: individuell, spontan, manchmal auch widersprüchlich. Im Stadtpalais hat sich dann die Möglichkeit ergeben, den Saal Marie für genau so ein Zusammenkommen nutzen zu können. Perfekt!
Mein Ansatz: Wir sind alle gleichberechtigt zu erzählen und zu fragen, in keinster Weise möchte ich Lehrer-mäßig irgendwas über Literatur dozieren. Natürlich leite ich die Abende ein, aber im Idealfall entsteht ein natürlicher Talk. Wir sitzen gemütlich da und bringen einfach unser momentanes Lieblingsbuch mit. Nicht den ewigen Klassiker, nicht den Alltime-Favorite Wälzer, den man seit Jahren im Regal stehen hat, sondern genau das, was gerade jetzt das Herz schneller schlagen lässt. Entweder, weil es einfach sehr unterhaltsam oder lehrreich war, uns inspiriert hat oder wir es nicht weglegen konnten, obwohl es uns fuchsteufelswild gemacht hat. Das Buch, von dem wir, sagen würden: Liebling! Egal ob Roman, Biografie oder Sachbuch. Wir fragen uns: Wie kam dieses Buch in dein Leben? Was nimmst du mit aus der Lektüre? Hast du es mehrmals gelesen?
Bücher, Beats und Stadtpalai(sekreis)
Und weil ich ein ebenso großer Musikfan bin, dachte ich: Damit nicht genug. Wie witzig wäre es, wenn man sich fragt: Was ist denn momentan mein Lieblings-Album? Höre ich überhaupt noch Alben? Ist es immer noch das Guns&Roses Album aus der Mitte der 90er? Ist es ein Guilty Pleasure Album von Tokio Hotel? Passt diese Musik womöglich zur favorisierten Lektüre?
Lasst uns gemeinsam den Büchern die Musik gegenüberstellen und diskutieren, dann schauen wir, ob Roman und Refrains sich umarmen, streiten oder komplett aneinander vorbeitanzen. Langweilig wird es garantiert nicht. Bei Bier und Wein entdecken wir vielleicht, dass ein Fantasy-Roman erstaunlich gut zu einem Hip-Hop Album passt. Oder, dass eine Biografie mit einem Punkrock Album viel mehr Sinn ergibt, als man ahnt.
Ich verspreche mir davon keine akademischen Abhandlungen, sondern lockere Gespräche mit allen, die irgendwo zwischen „Aha!“ und „Ach, Quatsch!“ pendeln. Mal ernst, mal albern, immer persönlich. Vielleicht werden wir Parallelen ziehen, vielleicht lachen wir einfach nur über die schrägste Kombination des Abends. Gerne lesen wir Passagen aus den Büchern vor oder tauschen untereinander und haben beim “silent-reading”- Ausklang die Möglichkeit, in andere Lieblingsbücher reinzulesen…mal als Idee.
Was passiert, wenn Bücher, Musik und Menschen aufeinandertreffen?
Der Ablauf ist noch nicht in Stein gemeißelt, ich würde sagen wir tasten uns langsam heran und schauen erstmal, wie viele Lesebegeisterte wir denn sind. Start ist der 7. Oktober und dann alle drei Wochen. Immer Dienstagabend. Eintritt ist frei. Vorfreude it is! Also, wer Lust hat: Kommt vorbei, bringt Buch und Sounds mit – (Buch gerne physisch, wenn ihr habt) und ein kleines bisschen Neugier. Es gibt keine Pflichtlektüre, keine Notenblätter, keine Prüfungen. Nur die Freude daran, zu entdecken, was passiert, wenn Geschichten und Musik aufeinandertreffen.
Vielleicht wird daraus eine kleine Tradition, vielleicht nur ein paar launige Abende. Aber eines weiß ich schon jetzt: Es wird garantiert unterhaltsamer, als allein auf dem Sofa zu scrollen. Und wer weiß – vielleicht lernen wir dabei nicht nur neue Bücher und Songs kennen, sondern auch ein paar Menschen, die man sonst in der U-Bahn nur stumm angestarrt hätte.