Seit Jahren trifft sich Bartek von den Orsons mit seinen Freunden immer an den gleichen Orten. Nun hat er für seine Kneipentour eine neue Route gewählt – und dabei viel erlebt.

Wow, wie gut ist Abwechslung? In letzter Zeit – sagen wir, gefühlt die letzten zwei Jahre – gab es immer nur dieselben drei Spots, an denen ich mich mit Freunden verabredete habe, um mich abends noch auf einige Bierchen oder ein Abendessen zu treffen.

 

Es war auch alles in Ordnung und ich wusste gar nicht, dass mir etwas fehlen könnte, bis wir vor kurzem aus einer spontanen Laune heraus einen anderen Treffpunkt wählten. Hier hingen wir sonst nur tagsüber ab – und das auch nur sporadisch an sonnigen Wochenenden: die Tübinger Straße.

Plan-Wirtschaft am Marienplatz

Unser Plan war schlicht, aber effektiv. Wir würden uns, beginnend am Galao, durch die Bars und Kneipen schlagen und dann einfach mal schauen, wie weit wir kommen. Hauptsache, nicht wie sonst immer am Hans-im-Glück-Brunnen versacken und gar nichts Neues ausprobieren.

Zu sechst setzten wir uns in den Außenbereich und bestellten die ersten Getränke, sowie Spätzle mit Soß und Currywurst mit Pommes. Sehr gute Grundlage für ein Kneipen-Hopping. Vielleicht muss man im Nachhinein sagen, dass die Pfeffis eins zu früh bestellt wurden, wobei ich im Nachhinein das Zünglein auf der Schnapswaage war, muss ich zugeben.

Die erste Stunde war dann fast rum und nach kurzer Diskussion entschieden wir uns, die Lennart Bar zu skippen und auf unserer Straßenseite zu bleiben. Allesamt also rüber ins Arigato, klar. Kennt man, liebt man. Ich erzähle, dass hier ein Mal in der Woche ein Open Mic Event stattfindet für Stand Up Comedy, wusste aber schon jeder. Jemand fragte, ob wir nicht ins „Sitt” gehen sollten, da könne man aus Wein-Spendern, sich immer wieder sein Glas selbst auffüllen, oder so. Wir waren uns schnell einig, dass das den sicheren Untergang bedeuten würde, nicht nur den finanziellen.

Bruno und selbstgemachte Werbung

Wir blieben auf unserer Straßenseite und wechselten nach einer weiteren Schnapsrunde das Lokal und betraten das „Bruno”. Es ist gemütlich und ein bisschen schick im Bruno. Für kleine Gruppen, die gerne Longdrinks trinken und sich unterhalten möchten, ist es eine gute Anlaufstelle. Von nettem Personal bedient, fielen wir einem von einem selbstgemalten Plakat angepriesenen Szenegetränk zum Opfer, das lecker war, jedoch viel zu süß. Ein Pfirsich-Cocktail oder so, niemand kann sich erinnern. So wie sich auch niemand am nächsten Tag erinnern konnte, wo mein Handy geblieben sein könnte.

Nun ja, ab hier fing es an, dass die Gruppe zusehends lustiger, müder (eine Person würde schon eine Station später am Tresen fast einschlafen und den Heim-Weg antreten) und/oder gesprächsbeeinträchtigt wurde – natürlich wegen der eingeatmeten „Berliner Luft”. Lieber noch auf ein Schnelles in die „Sattlerei“.

Hier gibt es einen zauberhaften kleinen Raum innerhalb des Lokals, der einer Miniatur-Ritter-Tafel gleicht und in dem man eng an einem Tisch zu zehnt sitzen kann – selbstverständlich eine gute Möglichkeit Trinkspiele zu erfinden.

Es folgte eine weitere Stunde voller Lachen und Durcheinanderreden, was zur Folge hatte, dass die fast eingeschlafene Person nun den Heimweg antrat und wir anderen – mittlerweile waren wir zu siebt gewesen – wieder als Sechsertrupp beratschlagten, wie wir nun zu unserem Zielpunkt, der Café Bar, gelangen würden.

Abschluss in der Café Bar

Niemand weiß mehr genau, wer wie dorthin kam. Ich weiß nur noch, dass ein Kühler mit einem Rosé-Kessler reihum ging und ich irgendwann wutentbrannt die Bedienung gefragt habe, ob hier nicht ein Handy abgeben wurde, weil ich meins nicht mehr bei mir hatte….ein krönender Abschluss dieses spontanen Tübinger-Straße-Abends!

Fazit: Es lohnt sich, seine Komfortzone zu verlassen, aus den immer selben Feierabendbier-Treffpunkten auszubrechen und sich einfach mal an der Tübinger Straße „abzuarbeiten”.

Gute Getränke, sehr nettes Personal und – was unbedingt erwähnt werden muss – problemlose Kommunikation auch am Folgetag mit den Betreibern. Mein Handy ist dann nämlich doch noch aufgetaucht; ich hatte es in der Sattlerei in dem Ritter-Tafel-Räumchen auf der Sitzbank vergessen. Das nächste Mal werden wir uns die andere Straßenseite vornehmen, da bin ich mir sicher.