Zwischenfall in Stuttgart Hausmeister in Asylheim zückt Schusswaffe

Von Wolf-Dieter Obst 

Warum bewaffnet sich ein Mitarbeiter eines Flüchtlingsheims mit einer Pistole? Ein Zwischenfall in Stuttgart wirft Fragen auf.

Ein Zwischenfall in Bad Cannstatt hat die Polizei auf den Plan gerufen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Ein Zwischenfall in Bad Cannstatt hat die Polizei auf den Plan gerufen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Bisher sind Übergriffe auf Asylsuchende durch private Wachdienste in Unterkünften vor allem ein Thema in den neuen Bundesländern gewesen – zuletzt in Sachsen-Anhalt. Nun gibt es in Stuttgart einen Zwischenfall: Ein 61-jähriger Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Cannstatt soll am Donnerstag einen Bewohner im Streit mit einer Schusswaffe bedroht haben. Dabei soll es sich nicht um einen Wachmann, sondern um einen für Hausmeisterdienste zuständigen Beschäftigten gehandelt haben.

Die Aktion löste einen größeren Polizeieinsatz aus. Gegen 15.20 Uhr ging im Lagezentrum ein Anruf ein, bei dem gemeldet wurde, dass in einer Asylunterkunft an der Mercedesstraße ein 42-jähriger Bewohner mit einer Pistole bedroht worden sei. Als die Polizei am Tatort eintraf, war der Pistolenträger bereits auf einem Mofa geflüchtet. „Zunächst war nicht bekannt, um welche Art von Schusswaffe es sich handelte“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Die Identität habe aber zweifelsfrei geklärt werden können.

Festnahme einige Zeit später

Der Mitarbeiter wurde in seiner Wohnung an der Ostendstraße im Stuttgarter Osten kurz vor 17 Uhr festgenommen. Bei der Waffe handelte es sich um eine Luftpistole. Die Hintergründe des Streits sind noch unklar – der Beschuldigte soll nicht näher darauf eingegangen sein.

Die Stadtverwaltung zeigte sich auf Anfrage betroffen über den Vorfall. Der Beschuldigte sei Mitarbeiter einer externen Hausmeisterfirma, die unter anderem kleinere Reparaturen im Haus erledige, sagt Stadtsprecher Sven Matis. „Das Sozialamt wird dafür Sorge tragen, dass dieser Mitarbeiter keine Flüchtlingsunterkunft mehr betritt“, kündigt Matis an.

Das Thema Übergriffe auf Asylsuchende hat zuletzt in Halberstadt in Sachsen-Anhalt für Aufsehen gesorgt. Im August waren Videosequenzen im Internet zu sehen, auf denen vier Wachleute zwei Flüchtlinge drangsalieren. Die Beschuldigten wurden suspendiert, die Polizei bildete eine Ermittlungsgruppe.

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