Hochdynamische Lage im gesamten Nahen Osten bis ins östliche Mittelmeer: Diese Reisehinweise gelten aktuell für Zypern.
In der Nacht zum 2. März 2026 kam es auf der vor der Türkei gelegenen Mittelmeerinsel Zypern zu einem Zwischenfall, der viele Urlauber aufhorchen lässt und an die aktuelle Situation in Dubai erinnert: Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri wurde von einer Drohne getroffen.
Vor dem Hintergrund der massiven Eskalation im Nahen Osten stellen sich viele Reisende nun die bange Frage: Ist der Urlaub in Zypern und den Nachbarländern noch sicher? Gibt es eine offizielle Reisewarnung?
Zunächst keine offizielle Reisewarnung für Zypern
Die wichtigste Nachricht für alle Zypern-Reisenden vorweg: Nein, es gibt aktuell (noch) keine Reisewarnung für Zypern (Stand 2.3., 15.16 Uhr)
Ein Blick auf die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zeigt, dass Zypern weiterhin als mögliches Reiseziel eingestuft wird. Das Auswärtige Amt hat aufgrund der jüngsten Ereignisse zunächst keine formelle Reisewarnung für die Inselrepublik ausgesprochen.
Die Sicherheitssituation auf Zypern hat sich indes verschärft. In der vergangenen Nacht (2. März 2026) schlug eine "Shahed"-Drohne in den britischen Militärstützpunkt Akrotiri bei Limassol ein. Präsident Nikos Christodoulidis berichtete von geringen Sachschäden, jedoch blieben Personen unverletzt.
Erneuter Drohnenalarm auf Zypern - Flughafen geräumt
Im Anschluss an den ersten Vorfall wurden erneut Alarmstufen für die Basis Akrotiri ausgerufen. Zwei weitere Drohnen, die Kurs auf die britischen Einrichtungen genommen hatten, konnten erfolgreich neutralisiert werden. Der Zivilflughafen Paphos musste geräumt werden, wodurch der Flugverkehr nach Larnaka verlegt wurde.
Griechenland stockt seine militärische Hilfe für Zypern auf und entsendet zwei Fregatten sowie zwei F-16-Jets auf die Insel. Die Marineschiffe verfügen über zeitgemäße Systeme zur Luft- und Drohnenverteidigung.
Orte evakuiert - EU-Gipfel auf Zypern abgesagt
Die zyprischen Zivilschutzbehörden veranlassten die Räumung sämtlicher Ortschaften im Bereich des Militärstützpunkts, deren Bewohner sich nach Limassol begeben sollten. Die amerikanische Botschaft riet ihren Bürgern, sowohl den Flughafen Paphos als auch militärische Einrichtungen zu vermeiden. Ein geplantes informelles Treffen der EU-Minister auf Zypern musste kurzfristig gestrichen werden, da die unerwarteten Ereignisse den Flugverkehr zur Insel beeinträchtigen. Seit dem 1. Januar 2026 führt Zypern planmäßig für ein halbes Jahr den EU-Ratsvorsitz.
Zypern und der Iran-Krieg
Auch wenn (noch) keine akute Reisewarnung für Zypern gilt, weist das Auswärtige Amt in seinen allgemeinen Hinweisen auf die angespannte Weltlage hin, die Reisende im Hinterkopf behalten sollten:
- Weltweiter Sicherheitshinweis: Es wird generell auf die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge hingewiesen.
- Nahost-Konflikt: Das Auswärtige Amt betont ausdrücklich, dass sich durch den Konflikt im Nahen Osten ein „erhöhtes Mobilisierungspotenzial“ ergibt.
- Allgemeine Vorsicht: Reisenden wird geraten, sich sicherheitsbewusst zu verhalten, die lokalen und internationalen Medien zu verfolgen und verdächtige Vorgänge sofort den örtlichen Behörden zu melden.
USS Gerald R. Ford – Flugzeugträger operiert bei Zypern
Der Drohnenangriff in der Nacht zum Montag richtete sich gezielt gegen die britische Luftwaffenbasis Akrotiri, die sich auf einem souveränen britischen Gebiet im Süden der Insel befindet. Großbritannien nutzt diesen Stützpunkt unter anderem für defensive Einsätze im aktuellen Nahost-Konflikt.
Laut offiziellen Angaben gab es keine Verletzten und nur geringen Sachschaden auf dem Flugfeld. Die zyprische Regierung stellte zudem klar, dass sich die Republik Zypern in keiner Weise an den militärischen Operationen in Nahost beteiligt und das Land selbst nicht das Ziel sei.
Allerdings operiert bei Zypern auch der US-Flugzeugträger Gerald R. Ford und schickt aus dem Mittelmeer den Tod Richtung Iran.
Reisehinweise für Zypern
Wenn Sie in den nächsten Tagen oder Wochen nach Zypern reisen, sollten Sie folgende Ratschläge beherzigen:
- Krisenvorsorgeliste (ELEFAND): Tragen Sie sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ein. So können Sie in Notfällen schnell kontaktiert werden.
- Informiert bleiben: Verfolgen Sie die Nachrichtenlage vor und während der Reise aufmerksam.
- Flugstatus prüfen: Da es im Zuge der Nahost-Krise immer wieder zu kurzfristigen Luftraumsperrungen in der Großregion kommen kann, sollten Sie sich bei Ihrer Fluggesellschaft oder Ihrem Reiseveranstalter über mögliche Flugplanänderungen informieren.
Die Lage ist so dynamisch, dass sie sich schnell ändern kann. Ohne offizielle Warnung vom Auswärtigen Amt sind indes keine kostenlosen Stornierungen von gebuchten Flügen oder Reisen möglich.