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Um 16 Uhr ist zwar noch lange nicht Schicht im Schacht bei Alexander Mayer, aber es geht ein kleines bisschen gemächlicher zu als am Vormittag, wenn Abfülltag ist. Am Nachmittag werden in der Regel im Familienunternehmen in Uhlbach die Lkws beladen. "Das sind 15- bis 18-Tonner", sagt der Chef von Fruchtsaft Mayer. Drei LKW werden dann so in den Hof gestellt, dass die Gabelstapler von der Produktionsstätte direkt an die Fahrzeuge gekarrt werden und die Saftkisten auf die Ladeflächen hieven können.
Dann wird der Saft ausgeliefert: hauptsächlich innerhalb der Landeshauptstadt, aber auch nach Schwieberdingen, Ludwigsburg, Schorndorf oder Sindelfingen. Zwar gibt es drei unterschiedliche Flaschengrößen, aber den meisten dürfte die kleinste Ausgabe, die gern in Unternehmen oder bei Events auf Tischen stehen, bekannt sein. Was viele nicht wissen: dass die Abfüllung der 35 Sorten sich in einem Raum abspielt, der die Größe eines weitläufigen Wohnzimmers hat. Jeder Handgriff der vier Mitarbeiter und einer Mitarbeiterin, die an diesem Dienstagvormittag in der Anlage stehen, muss sitzen und man muss die Abläufe im Blick haben. Es rattert und knattert, wenn Abfülltag ist und das schon ab dem frühen Morgen. Erst einmal werden die leeren Flaschen in den Flaschenkästen auf einem Band dem ganzen Ablauf zugeführt. Der „Auspacker" macht seinem Namen alle Ehre: er holt die leeren Flaschen aus der Kiste heraus. Dann trennen sich die Wege von Glas und Deckel: der Aludeckel wird abgeschraubt, einem großen Behälter mit vielen weiteren Deckeln zugeführt, wird zusammengepresst und in eine Extra Kiste ausgespuckt. Diese kommen zum Recycling", sagt Alexander Mayer. Die Flaschen gehen unterdessen "duschen", das heißt sie werden in einer Art Spülmaschine richtig heiß gewaschen. „Das dauert acht Minuten", so der Junior-Chef. Wie neu geschaffen werden sie nach dem Reinigen automatisch wieder aufs Band gesetzt, zum Abfüllen, der Saft kommt aus dem Tank ins Glas.


Unmittelbar danach werden die Flaschen sofort verschlossen. "Und jetzt kommt noch das Datum drauf", sagt Elke Mayer, die Senior-Chefin, die die Geschicke im Familienunternehmen mitführt. Tatsächlich ist es kaum zu bemerken, dass ein Drucker das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den neuen Deckel setzt. Ebenso ist es mit dem Etikett. "Die Motive haben Kinder aus der Kinderklinik Esslingen entworfen, die wir unterstützen." Jede Flasche dreht nochmals eine Pirouette und im nächsten Moment sitzt das Zettelchen drauf, das anzeigt, was eigentlich in der Flasche drin ist.
Den größten Anteil bei den insgesamt 35 Sorten macht der Apfelsaft aus.
"Den größten Anteil bei den Sorten macht schon der Apfelsaft aus", sagt Alexander Mayer. Insgesamt sind 2,5 Millionen Flaschen Fruchtsaft im Jahr 2022 abgefüllt worden. Doch ein Blick in Elke Mayers Statistiken zeigt, dass von einem Jahr aufs nächste die Zahl der in der Region zusammengetragenen Äpfel um das Zehnfache steigen oder fallen kann.
Noch einmal heißt es für die jetzt gefüllten Flaschen "in der Schlange stehen" und warten, bis der automatische Arm sie wieder in die Zwölfer-Flaschen-Kiste setzt. Dann werden die vollen Kisten vom Band wieder auf Paletten gehievt, wo sie um 16 Uhr zum Abtransport bereitstehen.
„Was mir besonders Freude bereitet", sagt Alexander Mayer, „ wenn wir Kindergruppen hier haben und sie darüber staunen, dass hier Prozesse wahrgenommen werden können, die man sonst nicht sieht und dass Fruchtsaft nicht nur ein Konzentrat ist sondern etwas mit unserer Umwelt und mit unserer Region zu tun hat."
GUT ZU WISSEN
Mayer Fruchtsaftkelterei GmbH & Co. KG
Uhlbacher Str. 196
70329 Stuttgart
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