Bad Cannstatt & Neckarvororte

Familienzentrum„Die Heidelbeere“, Obertürkheim: Ein Ort voller Leben

Offener Treff für alle Generationen mit Mittagstisch, Kursen, Sprachcafé, Beratung, Kinderangeboten und starkem Ehrenamt – ein lebendiger Mittelpunkt des Stadtteils.

Familienzentrum„Die Heidelbeere“, Obertürkheim: Ein Ort voller Leben

Hereinspaziert! Nina Weisenheimer (rechts) und Clara Knupe leiten das Stadtteilzentrum und freuen sich auf neue Besucher. Fotos: Martina Fürstenberger

Seit fünf Jahren gibt es in Obertürkheim das Stadtteil- und Familienzentrum„Die Heidelbeere“. Dort wird für Jung und Alt allerhand geboten – auch dank viel ehrenamtlichem Engagement.

Fisch mit Kräuterreis gibt es heute zum Mittagessen. Das lassen sich nicht nur die Mütter mit ihren Kindern schmecken, die an diesem Mittwoch in der Heidelbeere zu Gast sind, sondern auch einige ältere Obertürkheimer und auch Angestellte benachbarter Firmen. Auf der Speisekarte steht das Gericht als „Sabzi Polo ba mahi“ - denn die Köchinnen haben das Rezept aus dem Iran mitgebracht. Fahime Ebrahimi hat als feste Küchenkraft das Zepter beziehungsweise den Kochlöffel in der Hand und wird dabei von den Ehrenamtlichen Nuray und Kismet unterstützt.

„Immer dienstags und mittwochs gibt es eine warme Mahlzeit“, erklärt Nina Weisenheimer, die zusammen mit Clara Knupe für die Koordination des Stadtteilzentrums zuständig ist. Bunt gemischt ist nicht nur das Publikum beim Mittagstisch, sondern auch das restliche Programm: von KrabbelundSpielgruppen über Fitnesstanz für Kids und Bastelangebote bis hin zu Qi Gong und die Tablet-Gruppe ist alles dabei. Kooperationen gibt es mit der Stuttgarter Musikschule und der Volkshochschule, die zum Beispiel einen Spanisch-Kurs anbietet. An zwei Vormittagen gibt es einen Deutsch-Kurs für Mütter, am Montagnachmittag Nachhilfe für Kinder. Das Café ist an jedem Nachmittag geöffnet.

Unternehmen aus der Region

Viele schöne Begegnungen

Die Angebote richten sich dabei nach der Nachfrage aus dem Stadtteil. „In der Regel kommen die Menschen auf uns zu.“ Manche suchen ein Angebot, andere bieten ihre Mithilfe an, ob beim Kochen, oder bei der Leitung einer Gruppe. Rund 30 Menschen bringen sich aktuell mehr oder weniger regelmäßig ein, auch eine Studentin unterstützt aktuell. So ist das Angebot in den letzten fünf Jahren stetig gewachsen. Denn die Anfangszeit mitten in der Corona-Pandemie war nicht einfach. Inzwischen hat sich alles stabilisiert. Träger des Stadtteil- und Familienzentrums ist die Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft.

„Äußerst beliebt ist der Frühstückstreff montags und donnerstags“, erzählt Clara Knupe. Bei der Vorbereitung sind vor allem türkische Frauen engagiert, sodass es neben dem klassischen Frühstücksangebot auch warme Speisen gibt. Dazu wird eine Kinderbetreuung angeboten, so können die Mütter (oder auch Väter) in Ruhe einen Kaffee trinken. Oft finden mehrere Angebote gleichzeitig statt, die Gruppen mischen sich also. „Es gibt viele schöne Begegnungen hier.“ Für eingeschränkte Menschen gibt es einen Hol- und Bringdienst, im Haus gibt es außerdem eine barrierefreie Toilette. An diesem Mittwoch füllt sich nach einer kurzen Pause das Café schon wieder. An einem Tisch trifft sich eine Gruppe Frauen zum Sprachcafé. Heute üben sie Artikel und Adjektive. Am Nachbartisch hilft die Ehrenamtliche Gülcan einem Paar beim Ausfüllen eines Antrags. Die Formularhilfe wird montags und mittwochs angeboten – aufgrund der hohen Nachfrage aktuell nur mit Anmeldung. Montags ist das Angebot in den "Willkommensraum“ eingebunden. Diesen gab es schon, bevor das Stadtteilzentrum vor fünf Jahren eröffnet wurde. Hervorgegangen war der Willkommensraum aus der Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde. Auch heute noch ist die Zusammenarbeit eng – schon weil man unter einem Dach ist.

Unternehmen aus der Region

Vielfältige Kontakte werden gepflegt

„Die kurzen Wege in Obertürkheim sind super“, sagt Weisenheimer. So pflegt man Kontakte zur Grundschule, zur Kita, zur PopUp-Bibliothek, zum Jugendhaus und vielen anderen Einrichtungen im Stadtteil. Einen Wunsch haben Weisenheimer und Knupe trotzdem: „Wir bräuchten für die Sozialraumarbeit und die Umsetzung des Angebots mehr Personal.“ Damit neben dem vielen Organisieren wieder mehr Zeit bleibt für Gespräche mit den Besuchern.


Bürgerverein zeigt Archiv

Foto: Fürstenberger
Foto: Fürstenberger

Großes Interesse herrschte beim ersten Tag der offenen Tür des Bezirksarchivs im Obertürkheimer Rathaus. Das Archiv des Bürgervereins ist seit einer Weile in den renovierten Räumen in der ehemaligen Polizeidienststelle untergebracht. 

Dort können alte Fotos und Dokumente aus Uhlbach und Obertürkheim fachgerecht und mit genügend Platz gelagert werden.„Wir wollten den Menschen die Gelegenheit geben, die neuen Räume kennenzulernen“, so Archivar Ulrich Schlumberger (rechts), der gemeinsam mit Gerhard Böckle Rede und Antwort stand.

„Das Archiv soll für die Bevölkerung nutzbar sein.“ Wer zu Hause interessantes Material hat, kann sich an den Bürgerverein wenden (www.bvou.de).

Gut zu wissen

Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 9.30 bis 13.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr, Freitag 14 bis 17 Uhr.

Zum Programm www.sfz-obertuerkheim.de

Engagement - Wer sich engagieren will, ist willkommen. Auch Spenden werden entgegengenommen.


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