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Beruf&Karriere

Bäckerin Rebecca Specht: Dem Sauerteig verfallen

Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Südwest in Stuttgart: Bestmeisterin im Bäckerhandwerk, arbeitet in der Schweiz, übt Selbstständigkeit auf Markt und will eigene Bäckerei eröffnen

Bäckerin Rebecca Specht: Dem Sauerteig verfallen

Fasziniert von Brot: Rebecca Specht Foto: Privat

Bäckerin Rebecca Specht hat ihren Meister an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Südwest e. V. in Stuttgart gemacht. Das ist an und für sich nichts Besonderes. Die junge Frau wohnt jedoch in der Schweiz, und sie ist Bestmeisterin im Bäckereihandwerk geworden. 

„Mein Ziel ist die Selbstständigkeit“, sagt Rebecca Specht. Um dafür mit dem wichtigsten Grundwissen ausgerüstet zu sein, hat sie sich dafür entschlossen, den Meister zu machen. Ihre Entscheidung für Deutschland war naheliegend – die junge Frau ist nämlich in München geboren, aufgewachsen und hat auch dort das Bäcker- und Konditoren-Handwerk erlernt. 

Ein gutes Abitur, dann eine Lehre – manch ein Bekannter von Rebecca Specht konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen, aber die junge Frau war infiziert. Für einen Cousin versorgte sie während dessen Urlaub einmal einen Sauerteig und kam nicht mehr davon los: Was sich aus Mehl, Wasser und Salz alles herstellen lässt, hat sie fasziniert und fasziniert sie noch heute. 

Die Begeisterung für die Berge und die französische Sprache führten die Jung-Bäckerin in die Schweiz nach Gstaad. Ihren Meister hätte sie dort auch machen können, aber der hätte die kaufmännischen Punkte, die ganze Betriebswirtschaft, wie man einen Betrieb aufbaut und führt, alles, was ihr für ihre Selbstständigkeit wichtig ist, missen lassen. Und dann gab es da noch ein weit entscheidenderes Problem: Ihr Gesellenbrief wird in der Schweiz nicht automatisch anerkannt. Den bürokratischen Papierkram wollte sie sich ersparen. 

Erste Schritte in die Selbstständigkeit macht Rebecca Specht auf dem Markt. Nicht in Vollzeit angestellt, ist sie samstags immer mit ihren eigenen Produkten dort vertreten. „Ich bereite den Teig vor und kann ihn dann am Morgen in einer angemieteten Backstube immer frisch backen“, erzählt sie. Um voll einzusteigen, braucht es allerdings die richtigen Räumlichkeiten und im besten Fall sind es solche, in denen schon mal eine Bäckerei ansässig war, denn die notwendigen Arbeitsgeräte neu erwerben, das ist teuer. 

Jeden Tag um halb zwei in der Nacht Aufstehen, das könnte Rebecca Specht in Zukunft umgehen, wenn sie mit dem eigenen Betrieb mehr in Richtung Konditorei ginge. Dumm nur, dass in ihrer Brust zwei Herzen schlagen: das der Konditorin und das der Bäckerin. Die Festtagstorte im Rahmen ihrer Meisterprüfung lud ein, die Schweizer Berge mit einem Heißluftballon zu erkunden. jal

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