Anzeige

Beruf&Karriere

Friseur-Akademie Baden-Württemberg: Kreativ und attraktiv

Claudia Langhammer, Schulleiterin der Friseur-Akademie Baden Württemberg im Stuttgarter Süden, über Meisterschule und Herausforderungen der Branche

Claudia Langhammer
Claudia Langhammer

Frau Langhammer, stellen Sie uns bitte die Friseur-Akademie vor.

Die Friseur-Akademie Baden-Württemberg wurde 1947 gegründet und hat ihren Standort im Stuttgarter Süden. Sie wurde 2020/21 umfangreich saniert und modernisiert. In großzügigen, hellen und technisch modern ausgestatten Räumen geben 13 freiberufliche Dozenten ihr Wissen an unsere Meisterschüler weiter. Wir bieten im Jahr drei Meisterkurse, davon zwei Voll- und ein Teilzeitkurs an. Zusätzlich finden bis zu 30 Seminare im Jahr zur Weiterbildung im Bereich Friseur und Kosmetik statt. 

Wie sieht die Meistervorbereitung konkret aus?

In erster Linie sieht unsere Vorbereitung motivierend, offen und wertschätzend aus. Wir bereiten auf alle vier Teile der Meisterprüfung vor: Fachpraxis, Fachtheorie, betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse sowie Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse. In unserem berufsbegleitenden Kurs werden die Teile III und IV zu 80 Prozent online unterrichtet. Praktisches und theoretisches Wissen wird in 700 Stunden pro Kurs vermittelt. Für das Meisterprüfungsprojekt und die Situationsprüfung im Teil I trainieren unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unserem großzügigen Salon mit 29 Plätzen. Aber wir begleiten unsere Teilnehmer nicht nur formell zum Titel „Meister“ sondern vermitteln Vertrauen, sind Gesprächspartner für persönliche Belange und stärken Selbstbewusstsein. 

Was sind die Herausforderungen der Friseurbranche?

Der Erhalt gediegener Friseurbetriebe hat erste Priorität. Die Pandemiejahre haben die Branche stark belastet und den Fachkräftemangel befeuert. Viele Mitarbeitende sind in dieser Zeit in andere Branchen abgewandert. Mancher Friseurbetrieb musste sich verkleinern. Die Zahl der Soloselbstständigen ist angestiegen. Das baden-württembergische Friseurhandwerk hat diese kritische Situation erkannt und neue Entgelt-Tarifverträge mit der Gewerkschaft verhandelt. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 19 auf sieben Prozent ist ein weiteres Anliegen. Die Reduzierung der Steuerlast kann dann für Investitionen von sicheren Arbeitsplätzen und Fortbildungen der Belegschaft verwendet werden. Das Friseurhandwerk ist der „Meister“ in Sachen Integration von Migrantinnen und Migranten. Es gilt nun diese Menschen für ein nachhaltiges Unternehmertum zu begeistern. 

Was wird getan, um den Beruf für junge Menschen attraktiv zu machen?

Der Friseurberuf ist kreativ und schon immer attraktiv. Die Auszubildenden-Vergütungen wurden gleichfalls im September 2023 erhöht. In den allgemeinbildenden Schulen ist es wichtig, den Friseurberuf vorzustellen. Dafür gibt es zum Beispiel die Ausbildungsbotschafter. Meistertitel, Studium und der Lehrerberuf sind nur einige berufliche Ziele, die man erreichen kann. Die Teilnahme an Frisurenshows, Wettbewerben oder das Arbeiten in der Medienbranche eröffnen „berufliche Horizonte“.

Die Fragen stellte Dagmar Engel-Platz

View is not found