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Handwerkskammer Stuttgart: Meisterbrief eröffnet Horizonte

Handwerkskammer Region Stuttgart feiert am 20. Oktober im Congresscenter auf Landesmesse Stuttgart ihre Meister des diesjährigen Jahrgangs

Handwerkskammer Stuttgart: Meisterbrief eröffnet Horizonte

Foto: Handwerkskammer Region Stuttgart

Die Handwerkskammer Region Stuttgart feiert am heutigen 20. Oktober im Internationalen Congresscenter auf der Landesmesse Stuttgart ihre Meisterinnen und Meister des diesjährigen Jahrgangs. 635 junge Frauen und Männer haben ihre Prüfungen erfolgreich absolviert und erhalten ihren Meisterbrief.

Mit Herz, Hand und Verstand

635 junge Meisterinnen und Meister lassen sich ehren und feiern den Abschluss, der neue Wege im Beruf eröffnet. Sie können Führungskräfte werden, einen Betrieb übernehmen oder selbst gründen.

Es ist wieder einmal so weit – die Meisterfeier des Handwerks steht an. Am 20. Oktober, werden 635 junge Handwerkerinnen und Handwerker im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) offiziell ihren Meisterbrief in Empfang nehmen. Diesen haben sie sich, ganz entsprechend dem Motto des Festabends, mit Herz, Hand und Verstand meisterlich erarbeitet. 

Endlich den Meisterbrief in Händen halten – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Ob Voll- oder Teilzeit, hinter den Jungmeisterinnen und -meistern liegen fordernde Monate in den Meisterschulen. Die Meisterbriefe, die Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, überreichen wird, verbinden Fachkompetenz mit theoretischem Wissen, stehen für handwerkliche Arbeit in Perfektion. Sie weisen aber etwa auch auf Wissen in Arbeitspädagogik oder Betriebswirtschaft hin. 

Bestmeisterinnen und Bestmeister in zehn Gewerken

Für zehn Gewerke haben sich Bestmeisterinnen und Bestmeister qualifiziert – mit sieben zu drei zeigen die Damen den Herren, dass, was gut ist, noch besser geht. Alle können sich über eine Riesenflasche Sekt und eine Bestmeisterin oder ein Bestmeister über einen Förderpreis über 3000 Euro des Rotary Clubs Stuttgart freuen. Und auch all die anderen frisch gekürten Meisterinnen und Meister gehen nicht leer aus: Seit drei Jahren zahlt die Landesregierung für jede erfolgreich bestandene Meisterprüfung im Handwerk eine Prämie in Höhe von 1500 Euro. 

Digitaler Einblick: Meisterstücke via Bildschirm

„Meisterlich – mit Herz, Hand und Verstand – die Trilogie typisiert unsere junge Nachwuchsgeneration“, erklärt Kammerpräsident Rainer Reichhold. So stehe die Hand für die praktische Qualifikation, das Wissen über das jeweilige Handwerk werde über den Verstand ausgedrückt – die meisterliche Qualifikation sei schließlich Grundlage für Top-Produkte und zufriedene Kunden. 

Einen digitalen Einblick in die Funktionsweise und Qualität einiger Meisterstücke bieten am Festabend mehrere Bildschirme im ICS. Es gibt viel zu sehen, wie beispielsweise die Umgestaltung einer Vinothek, ein transparentes Leuchtschild, das für einen Hobbyschäfer wirbt, oder eine perfekt umgesetzte Zugangs- und Abluftsteuerung, die für angenehme Luft in einer Tiefgarage sorgt. 

Meisterbrief lohnt sich und ist dem Bachelor ebenbürtig

Der Handwerksmeister ist übrigens dem akademischen Bachelorabschluss ebenbürtig, und mit dem „Europäischen Qualifikationsrahmen“ (EQR) ist der internationale Vergleich gegeben. Zunächst muss für den Meister-Abschluss neben Zeit auch Geld investiert werden. Je nach Gewerk fallen die Kosten für Meisterkurs und Prüfung unterschiedlich aus, können zwischen 4000 bis 9000 Euro liegen. Hilfreich sind da etwa das Meister-Bafög, ein Zuschuss vom Staat wie auch ein Darlehen zu günstigen Konditionen bei der KfW-Bank. 

Traum von Selbstständigkeit lässt sich verwirklichen

Aber die Erfahrung zeigt: Je nach Branche und Arbeitgeber rechnet sich der Meister finanziell meist nach vier bis fünf Jahren, und nicht nur das. Mit dem Meisterbrief in der Tasche lässt sich der Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen, rückt die Übernahme eines Betriebs in greifbare Nähe. Für diesen Schritt erhalten Jungmeisterinnen und Jungmeister eine Gründungsprämie in Höhe von bis zu 10 000 Euro vom Land Baden-Württemberg. Der Antrag auf die Meistergründungsprämie kann in den ersten 24 Monaten nach der erfolgreich absolvierten Meisterprüfung gestellt werden. Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, rät jedoch allen Interessierten, sich im Vorfeld sorgfältig zu informieren. „Es würde mich sehr freuen, wenn zahlreiche Absolventinnen und Absolventen nun den Weg in die Selbstständigkeit finden würden“, betont Friedrich. Der Meisterbrief sei ein idealer Türöffner auf dem Weg ins Unternehmertum. 

Um den Profis aus dem Handwerk das Netzwerken zu erleichtern, hat die Handwerkskammer einen Meisterclub ins Leben gerufen. Die Plattform dient dem zwanglosen gewerkübergreifenden Austausch von jungen Meisterinnen und Meistern. Peter Friedrich fügt ergänzend an: „Wir möchten damit auch die potenziellen Betriebsnachfolger und Führungskräfte in ihrer fachlichen Kompetenz und persönlichen Entwicklung stärken.“ Julia Alber

www.hwk-stuttgart.de/


Meisterbrief zahlt sich aus

Nicht in jedem Gewerk ist der Meisterbrief eine Voraussetzung, um sich selbständig zu machen. Aber wer ihn hat, tut sich erfahrungsgemäß etwas leichter mit der Gründung des eigenen Betriebs. Unverzichtbar ist dabei, sich frühzeitig um eine ausreichende finanzielle Basis zu kümmern. Werkstatt oder Geschäft, Handwerkszeug, Fahrzeug, EDV – das alles kostet Geld, und das Kapital dafür haben die wenigsten ohne weiteres zur Verfügung. 

Baden-Württemberg unterstützt Existenzgründungen mit einer Reihe von Beratungsangeboten und Förderprogrammen, beispielsweise dem Programm Startfinanzierung 80, das die Landeskreditbank, L-Bank, anbietet. Dabei handelt es sich um ein zinsgünstiges Förderdarlehen, das zu 80 Prozent durch eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg abgesichert ist. Investitionen und Betriebsmittel bei Gründung eines neuen oder Übernahme eines bestehenden Unternehmens können über das Programm finanziert werden – bis zu einer Summe von 250 000 Euro je Unternehmerin oder Unternehmer. Ein besonderes Plus dieses Programms ist die Meistergründungsprämie. Der Meisterbrief bringt einen Tilgungszuschuss in Höhe von 10 Prozent des Bruttodarlehensbetrags, maximal jedoch 10 000 Euro. Auf der Homepage gibt es ausführliche Infos: www.l-bank.de

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