Der Weg hätte für Felix Völz auch in eine andere Richtung führen können, denn zunächst hat er seinen Master in Elektro- und Informationstechnik gemacht. Nun aber ist Felix Völz Tischler-Bestmeister, und er wird zusammen mit seinem Kollegen Niklas Kunze den Betrieb seines Schwiegervaters in Fellbach übernehmen. Eine Vorarbeit hat er dafür schon im Rahmen seiner Meisterprüfung geleistet. Sein Meisterprüfungsprojekt war der Raumentwurf für einen neuen Eingangsbereich der Tischlerei.
Was war für ihn das entscheidende Argument, seiner Begeisterung für den Werkstoff Holz den Vorzug zu geben? Der Weg zum Tischler-Meister führte zwar zunächst über die Elektro- und Informationstechnik. Dann aber stellte sich die Frage, ob dem Master-Abschluss eine Promotion folgen sollte.„Ich wollte einen Beruf ausüben, dem ich mit Leidenschaft nachgehe“, erzählt der 32-Jährige. Diese Leidenschaft hatte er während des Studiums bei der Mitarbeit in einer Tischlerei erlebt, und dann war da auch noch die Option der Selbstständigkeit, die ein Handwerksberuf mit sich bringt.
Der Arbeitsalltag zwischen Kundengesprächen, Arbeit in der Werkstatt oder auf der Baustelle gepaart mit der Kreativität, die bei der Arbeit mit Holz möglich ist - Felix Völz hat als Tischler seinen Beruf gefunden - und mit der Ökologischen Werkstatt Schreinerei in Fellbach auch einen Betrieb ganz nach seinem Herzen. Hier ist wirklich nachhaltiges Tischlern angesagt. Wenn alles klappt, könnte gar ein Kompetenzzentrum entstehen, in dem man sich über Ressourcen schonendes Arbeiten im Holzhandwerk austauscht und die Kunden bei ihrer Materialauswahl auf eine besondere Hilfe treffen.
Der Beratungs-Stehtisch für den Empfang, den Felix Völz im Rahmen seiner Meisterprüfung getischlert hat, gibt einen kleinen Vorgeschmack. „In der Tischplatte ist eine Scan-Einheit verbaut, mit der man Materialmuster abscannen kann. Auf einem Bildschirm bekommt man dann Informationen dazu“, erzählt er. Angedacht sind auch Hilfestellungen für die Planung eines Schrankes bis hin zu kompletten Inneneinrichtungen - auch informative Rätselspiele rund ums Holz wären möglich.
Die Chance, seine jetzige Arbeitsstelle zu übernehmen, ist ein Glücksfall für Felix Völz und nicht zuletzt auch der Grund dafür, dass er den Tischler-Meister schneller in Angriff genommen hat als gedacht - jetzt zählt er gar zu den Bestmeistern in diesem Jahr. Die Prüfungsvorbereitungskurse hat er genutzt, um Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen aufzubauen und um die Schule kennenzulernen, in die einmal seine Auszubildenden gehen werden.
Von Julia Alber