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Engagement des Fischereivereins Esslingen: Den Lebensraum Wasser schützen

Der Verein pflegt Gewässer wie den Neckar, verbessert die Wasserqualität und stärkt die Artenvielfalt durch Renaturierung, Besatzmaßnahmen und aktiven Einsatz für Tier- und Umweltschutz.

Engagement des Fischereivereins Esslingen: Den Lebensraum Wasser schützen

Die Mitglieder des Fischereivereins kümmern sich vor allem um die Wasserqualität von Fließgewüsser Foto: oh/privat

Der Esslinger Fischereiverein pflegt den Abschnitt des Neckars zwischen Mettingen und Deizisau sowie die Esslinger Stadtkanäle. Auch einen Abschnitt der Körsch und des Sulzbachs und Zuflüsse, den Hainbach und den See in Berkheim sowie den Denkendorfer Klostersee werden gepflegt. Außerhalb Esslingens gehören drei Seen in Bayern zum Revier des Vereins, ein Teil der Donau bei Dillingen und ein drei Kilometer langer Abschnitt ihres Nebenflusses, der Glött. Der Vorsitzende Richard Martin und sein Vize Gregor Schrof sitzen jeden Donnerstag mit Kassier und Geschäftsführer Peter Lupastean und mit Schriftführer Gerald Portz in der Geschäftsstelle im Restaurant Insel am Neckarufer zusammen. Wer sich mit den beiden Vorständen unterhält, dem fällt die Häufigkeit eines Wortes sofort auf: Naturschutz. „Umweltschutz ist unser Tagesgeschäft“, erklärt Richard Martin und fügt hinzu: „Fischen bedeutet für unsere Mitglieder, sich verantwortlich zu fühlen für den sensiblen Lebensraum Wasser.“ Wie vielfältig dieser Lebensraum ist, erfährt man ebenso: Von kleinen Bachfischen bis zu riesigen Welsen sind die Fische vertreten, im Untergrund und im Boden unter Wasser tummelt sich eine Vielzahl an Krebsen, Wasserflöhen, Würmern, Schnecken, Fliegenlarven und vieles andere mehr. Und erstaunlicherweise überwiegt die sogenannte Einbringung von Fischen aller Größen ins Gewässer gegenüber der Entnahme von Fischen, dem Angeln also.

Fische, die auf der „Roten Liste“ stehen, können selbst Nachwuchs aufziehen

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Eine der Hauptaufgaben des Vereins ist die Verbesserung der Wasserqualität der Fließgewässer. So werden beispielsweise Tothölzer in Seen, Flüsse und Bäche eingebracht, die so Rückzugs- und Laichgebiete für Fische schaffen, was sie beispielsweise in Baggerseen oder vielen verbauten Gewässern nicht mehr finden. „,So können Fische, die auf der „Roten Liste“ als gefährdet geführt werden, bei uns wieder selbst Nachwuchs aufziehen“, erklärt Gregor Schrof. So schwimmen wieder Bachforellen in Esslinger Gewässern, auch Aale werden wieder gesehen. Nach vier bis fünf Jahren hat der Besatz von kleinen Glasaalen durch die Esslinger Fischer zu einer zufriedenstellenden Aal-Population geführt. Das ist mit nicht unerheblichen Kosten für den Verein verbunden, wie Martin und Schrof erklären. Ein Kilo Glasaal kostet beim Züchter rund 750 Euro. Ein anderes wichtiges Thema ist die Renaturierung. Als ein Bespiel aus der jüngsten Zeit nennt Schrof die Renaturierung des Hainbachs und des Sulzbachs. Gewässer wieder naturnah zu gestalten, liege im Trend und nehme zu, sagt der Vize-Vorsitzende. Es gibt auch Themen, die Martin, Schrof und ihre Vereinskameraden auf die Palme bringen: die Schwarzfischerei. Während für die Vereinsfischer die Vermeidung von Leid für Tiere ein unumstößliches Gesetz ist, erleben sie Folgendes. Schwarzangler ziehen Tiere aus Spaß aus dem Wasser, und lassen sie zappelnd liegen oder werfen sie verletzt ins Wasser zurück. „Das ist Tierquälerei, catch and release ist überdies verboten“, sagt Martin und beklagt, dass es wenig Möglichkeiten gibt, das zu ahnden,obwohl Fischervereine kontrollieren dürfen. „Da fühlen wir uns auch von Politik und Ordnungswesen alleingelassen.“ Auch würden Schwarzfischer keine Schon- und Sperrzeiten befolgen, weil sie darüber nicht Bescheid wüssten. Vereinsmitglieder hingegen lernten, wie man Fische vorschriftsmäßig tötet, wie man sie richtig ausnimmt, und sie wissen, welche Fische nicht gefischt werden dürfen. Oft genug setzen Esslinger Fischer die gesetzlichen Schon- oder Sperrzeiten sogar hoch, um bestimmte Tiere in ihren Gewässern noch mehr zu schützen.

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2180
Stunden

Arbeit haben Vorstands-, Ausschussund weitere Mitglieder im Jahr 2025 geleistet.

So wird nur das gefischt, was danach auch zubereitet und gegessen wird. „Aus Spaß wird nicht getötet“, betont Schrof. Den sportlichen Aspekt seines Hobbys findet er in den langen Strecken, die er entlang der Ufer geht, bis er einen Hecht erwischt. „Das können schon mal zehn Kilometer zwischen Mettingen und Altbach sein, morgens um 4 Uhr bei Sonnenaufgang“, erzählt Schrof begeistert. „Das versteht man aber erst, wenn man am Wasser ist.“ Ein anderer Typ ist Richard Martin. Er, ein Ansitzangler, liebt die „Ruhe, den Stressabbau, das Singen der Vögel“.

Nachdem die Namen Edward-Errol Jaffke und Helmut Tielesch jahrzehntelang fest mit dem Fischereiverein verbunden waren, führen seit 2024 Martin und Schrof den Verein. Der Fischereiverein hat 300 Mitglieder, davon 180 aktive Angler und 25 Jugendliche und Kinder. 20 Frauen sind dabei, meist aus den Familien der Angler, mit steigender Tendenz Überhaupt scheint sich die Liebe zur Fischerei von Generation zu Generation zu vererben: „Ich war wohl drei oder vier Jahre alt, als ich das erste Mal eine Angel in der Hand hatte“, erinnert sich Martin, Schrof berichtet Ähnliches Viele gemeinsame Unternehmungen wie Uferputzete, Fischbergeaktionen, Kanalabschläge, Uferpflege, Gewässerbau, Gewässergüte und deren Kontrolle, und die Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzorganisationen halten den Verein frisch und jung. Martin und Schrof wollen den Verein aber auch attraktiv für junge Leute machen. So sollen künftig mehr Aktivitäten für Jüngere angeboten werden. Eine Jugendgruppe ist gerade im Aufbau.


Der Verein in Zahlen

Gründung im Jahr 1920
Mitglieder 300
Altersdurchschnitt 50+, Aktive 180
davon Frauen 20, also 11 Prozent
Jugendliche 25
Ältestes Mitglied 86 Jahre
Vereinslokal Restaurant Insel mit großem Biergarten, Inselstraße 21, 73730 Esslingen Geschäftszeiten Donnerstag ab 18 Uhr
Kontakt Telefon: 0711/3 16 13 66
E-Mail info@fischereiverein-esslingen.de
www.fischereiverein-esslingen.de


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