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Studieninfotag der DHBW Stuttgart: Topaktuell und praxisrelevant

Interview mit Prof. Dr. Joachim Weber über Studienangebot, "Ersti-Betreunung", Forschung und Duale Partner. 2024 geht der Rektor der DHBW Stuttgart in den Ruhestand.

Studieninfotag der DHBW Stuttgart: Topaktuell und praxisrelevant

Eine Ära mitgeprägt: Prof. Dr. Joachim Weber, Rektor der DHBW Stuttgart Foto: Marc Gilardone

Herr Professor Weber, das duale Studium an der DHBW Stuttgart ist ein Erfolgsmodell. Warum ist es so attraktiv?
Sie haben recht, vom dualen Studium profitieren Studierende und Duale Partner gleichermaßen. Die Studierenden wechseln im dreimonatigen Rhythmus zwischen der Hochschule und der Praxisphase in einem Unternehmen beziehungsweise in einer sozialen oder gesundheitsnahen Einrichtung. Das in der Theoriephase erlernte Wissen kann daher direkt in der Praxis eingesetzt und erprobt werden. Gleichzeitig können und sollen Fragen, die in der Praxisphase aufgekommen sind, in den Vorlesungen wissenschaftlich beleuchtet werden. So bleibt unser Studienangebot ganz automatisch topaktuell und praxisrelevant. Mit dem Bachelor-Abschluss nach sechs Semestern haben unsere Absolventinnen und Absolventen einen entscheidenden Vorteil: Sie haben Berufserfahrung, sowohl fachlich als auch menschlich! Natürlich sind auch finanzielle Aspekte nicht von der Hand zu weisen: Unsere Studierenden erhalten von Tag eins an ein Gehalt, sowohl während der Theorie- als auch während der Praxisphase. Das macht unabhängig und gibt auch eine gewisse Sicherheit.

Es ist aber auch herausfordernd, vor allem für Studienanfängerinnen und -anfänger. Wie finden sie gut ins Studium?
 Der Start ins Studium ist eine aufregende Zeit, in der viele neue Dinge zusammenkommen. Oftmals steht auch ein Umzug in eine unbekannte Stadt und in die erste eigene Wohnung oder in eine WG an. Zum Glück haben wir an der DHBW Stuttgart ein gutes Netzwerk, das unsere „Erstis“ beim Ankommen in der neuen Lebensphase unterstützt. Unsere Studienberatung hilft bereits vor dem Studienbeginn mit wertvollen Tipps z. B. bei der Wohnungssuche. Die Studiengangsleitungen begrüßen die neuen Studierenden mit Einführungsveranstaltungen, bei denen sowohl der Ablauf des Studiums als auch das gegenseitige Kennenlernen auf der Agenda stehen. Der Studiengang Wirtschaftsinformatik hat dieses Jahr sogar einen Vorkurs in Italien angeboten. Vor allem möchte ich an dieser Stelle aber auch die Studierendenvertretung, kurz StuV, nennen, die die neuen Studierenden mit den beliebten Ersti-Tüten über alles Wichtige informiert. Die StuV organisiert auch Parties und lädt die Erstsemester zur Kneipentour ein - auch das gehört zum Studium.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Dualen Partnern -den Unternehmen und Institutionen - aus?
Unsere 2000 ausgewählten Dualen Partner sind Hochschulmitglieder. Sie gehören fest dazu, genauso wie die Studierenden, die Professor*innen, die Dozierenden und die Verwaltung. Die Zusammenarbeit ist sehr eng und zumeist langjährig. Viele Mitarbeiter*innen der Dualen Partner lehren nebenberuflich als Dozentinnen und Dozenten bei uns und tragen somit ihr aktuelles Praxiswissen in die Hochschule. Die Studiengangsleitungen stehen stets mit den Ansprechpersonen bei den Dualen Partnern, die die Studierenden während der Praxiseinsätze betreuen, im Austausch. Auch im gegenwärtig stark expandierenden Bereich der kooperativen Forschung ist die Zusammenarbeit sehr eng: Beispielsweise haben wir an der DHBW Stuttgart über unser Zentrum für Künstliche Intelligenz - ZfKI - eine regionale Kl-Supportplattform Mittelstand - KISMi - eingerichtet, über die wir gemeinsam mit mittelständischen Unternehmen fakultätsübergreifend und interdisziplinär viele aktuelle Forschungsthemen aus technischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und auch ethischer Sicht bearbeiten.

Welche sind die neuen Studiengänge, was beinhalten sie?
Ganz frisch, seit 1. Oktober, gibt es an der DHBW Stuttgart die Studienrichtung Wirtschafts- und Steuerrecht im Studiengang Rechnungswesen Steuern Wirtschaftsrecht. Die neue Studienrichtung kombiniert die praktischen Vorteile eines dualen Studiums mit der Vermittlung anspruchsvoller ökonomischer sowie wirtschafts- und steuerrechtlicher Inhalte. Bei Kanzleien und Rechtsabteilungen in Unternehmen sind Studierende, die ihr Studium mit dem Abschluss Bachelor of Laws abschließen, sehr gefragt.
Seit einem guten halben Jahr haben wir an der DHBW Stuttgart zudem den Kontaktstudiengang Digital Health Management. Dieser richtet sich an beruflich Qualifizierte aus der Gesundheitsbranche, also z. B. Pflegekräfte oder Therapeut*innen, die sich im IT-Bereich weiterbilden möchten. Die digitale Transformation hat auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt gemacht und wir brauchen dringend geschultes Personal, das diese Transformation weiter vorantreiben und damit die optimale Versorgung für alle Patient*innen sicherstellen kann.
Gemeinsam mit der DHBW Mosbach bieten wir außerdem mit New Study Informatik auch ein digitales Studienmodell in englischer Sprache an. Nicht zuletzt wird unser Studienangebot im Bereich der Data Science kontinuierlich ausgeweitet.

Werden eigentlich auch Studiengänge abgeschafft?
Unsere Studiengänge werden laufend evaluiert und inhaltlich angepasst, sodass wir stets ein topaktuelles Curriculum anbieten können. Manchmal geht das auch mit einer Umwidmung bestehender Studienangebote einher, beispielsweise zu Embedded Systems, zu Digital Business Management, zu Data Science oder zu Artificial Intelligence und Machine Learning. Und ja, sollte ein Studiengang obsolet werden, würden wir ihn mittelfristig abschaffen und frei werdende Kapazitäten möglichst für neue Studienangebote nutzen. Aktualität und Praxisnähe haben oberste Priorität, das sind wir unseren Dualen Partnern sowie auch unseren Studierenden, den Fach- und Führungskräften von morgen, schuldig.

Künstliche Intelligenz und deren praktischer Einsatz ist das Thema der Zeit. Welche Rolle spielt es an der DHBW Stuttgart?
Seit 2022 gibt es an der DHBW Stuttgart das Zentrum für Künstliche Intelligenz, kurz ZfKI. Das ZfKI fungiert als fakultätsübergreifende und interdisziplinäre Austauschplattform für die KI-Aktivitäten in Lehre und Forschung. Professor*innen, Dozierende, Studierende und Duale Partner werden dabei unterstützt, ihr KI-Wissen in die Anwendung zu transferieren. Aktuell fokussiert sich das ZfKI insbesondere auf die Bereiche Maschinelles Lernen, Bild- und Mustererkennung, Intelligente Interaktive Systeme und Automatisches Theorembeweisen. Gerade befinden wir uns übrigens mitten im Kl-Herbst, einer Veranstaltungsreihe des ZfKI, in der es um den Einsatz von KI, insbesondere in Unternehmen, geht. Interessierte finden die nächsten Termine in unserem Veranstaltungskalender.

Im nächsten Jahr beenden Sie Ihre dritte Amtszeit als Rektor der DHBW Stuttgart und gehen in den Ruhestand. Welche waren für Sie die prägendsten Ereignisse in den vergangenen 18 Jahren an der DHBW Stuttgart?
In dieser eher ungewöhnlich langen Amtszeit gab es viele aus meiner Sicht bemerkenswerte Phasen:
- Bereits seit Ende der 90er Jahre haben wir vielfältige internationale Kooperationen innerhalb und außerhalb der EU aufgebaut, gepflegt und weiterentwickelt.
- Mit meinem Amtsantritt als Rektor in 2006 begannen wir im Rahmen eines bis 2012 geplanten Ausbauprogramms des Landes, die Zahl unserer Professuren und Studienanfängerplätze, insbesondere wegen des bevorstehenden Doppelabiturientenjahrgangs, fast zu verdoppeln, was auch die Suche und die Einrichtung zusätzlicher Gebäudestandorte in Stuttgart und Horb a. N. zur Folge hatte.
- Zeitparallel haben wir ab 2006 alle Studienangebote in das Bachelor-Master-System der EU überführt und akkreditieren lassen.
- Ab 2008 begannen wir damit, die Forschungsaktivitäten der DHBW Stuttgart durch die Einrichtung zahlreicher Zentren für lehrintegrierte kooperative Forschung institutionell zu verankern.
- Nicht zuletzt konnten wir 2009 die 1974 gegründete Berufsakademie Stuttgart in die DHBW überführen.
 - Seitdem sind wir auch mit dem weiteren Ausbau unseres dualen Masterstudienangebots befasst.
- Ab 2013 haben wir, die Akademisierung im Gesundheitswesen teilweise antizipierend, gesundheits-, pflege- sowie hebammenwissenschaftliche Studiengänge entwickelt und in einem neuen Studienfachbereich Gesundheit etabliert.

- Seit 2015 sind wir zusätzlich damit befasst, unser duales Studienangebot im Bereich aktueller Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Mobilitätskonzepten, Diversität, Internationalität etc. weiterzuentwickeln und auszubauen.
- Ab 2020 vermochte die Corona-Pandemie für drei Jahre unser Leben zu prägen und alle Gewohnheiten in Frage zu stellen: Mehr oder weniger unvorbereitet waren wir gezwungen, ein flächendeckendes Angebot von Homeoffice und Onlinestudium rechtlich, technisch und organisatorisch zu ermöglichen. Dass dies vor dem Hintergrund sich laufend ändernder Corona-Hygieneregeln erfolgreich gelang, ist eine eindrucksvolle Leistung aller an der DHBW Stuttgart wirkenden Menschen. Dafür bin ich sehr dankbar.
- Was mich für die DHBW letztlich ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass wir im Frühjahr 2023 mit unserem architektonisch eindrucksvollen Neubau für die Fakultät Technik an der Stuttgarter Lerchenstraße, zwischen Rosenberg und Hegelstraße gelegen, ein mich als Rektor ca. 18 Jahre beschäftigendes Großprojekt erfolgreich und zugleich stadtbildprägend abschließen konnten. Hierzu gibt es eine Broschüre zum Download.

Ein Blick in die Zukunft: Was wünschen Sie sich für die DHBW Stuttgart?
Während meiner Zeit an der DHBW Stuttgart habe ich darauf hingewirkt, eine Lern- und Arbeitsumgebung zu schaffen, die inklusiv und vielseitig ist und die für alle Akteur*innen einen echten Mehrwert schafft. Es wäre schön, wenn dies auch weiterhin angestrebt würde, und alle, die Professor innen und Dozent*innen, die Dualen Partner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Studiengängen und in der Verwaltung gemeinsam auf unser Ziel hinarbeiten: Dass unsere Absolventinnen und Absolventen die Hochschule als bestausgebildete, motivierte und praxistaugliche Nachwuchskräfte verlassen, welche die Gesellschaft bereichern und auf eine anspruchsvolle und gewinnbringende Hochschulzeit zurückblicken können.
Die Fragen stellte Dagmar Engel-Platz

Download: Broschüre zum Neubau Fakultät Technik
www.dhbw-stuttgart.de/neubau-technik


AUF EINEN BLICK

Die DHBW Stuttgart

- Circa 8000 Studierende inklusive Campus Horb
- Circa 2000 Duale Partner
- Circa 200 Professuren, etwa 2000 Lehrbeauftragte, circa 300 Mitarbeitende in Lehre, Forschung und Verwaltung
- Großstadtflair: Die Gebäude der DHBW Stuttgart liegen im Herzen der Landeshauptstadt
- Größter von neun Standorten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die mit rund 32 000 Studierenden die größte Hochschule des Landes ist
- Außencampus in Horb am Neckar mit rund 800 Studierenden in Technik-Studiengängen
www.dhbw-stuttgart.de ;
www.dhbw-stuttgart.de/horb

Studieren oder Geld verdienen? Beides geht an der DHBW Stuttgart
- Intensivstudium mit 210 ECTS-Punkten in drei Jahren
- Rund 40 Bachelor-Studienrichtungen in den Bereichen Technik, Sozialwesen, Wirtschaft und Gesundheit
 -Regelmäßiger Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen
- Finanzielle Unabhängigkeit durch festes monatliches Gehalt
- Kleine Kurse mit rund 30 Studierenden und intensiver Betreuung
- International anerkannter Bachelor of Science, Bachelor of Laws, Bachelor of Arts, oder Bachelor of Engineering
- Studium oder Praxis im Ausland, z. B. Auslandssemester bei einer von zahlreichen kooperierenden Hochschulen weltweit
- Aktuelles und verzahntes Know-how durch Professorinnen und Professoren sowie Dozierende aus Wissenschaft und Praxis
www.dhbw-stuttgart.de/studium

Duales Masterstudium
Am CAS (Center for Advanced Studies) der DHBW wird das duale Masterstudium angeboten.
- berufsbegleitendes und berufsintegrierendes Studium in Kooperation mit einem Unternehmen beziehungsweise einer Einrichtung (Dualer Partner)
- 30 Masterstudiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Gesundheit
- Zahlreiche Wahlmodule für eine passgenaue Ausrichtung des Abschlusses
www.cas.dhbw.de

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