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Gesundheit&Umwelt

Was tun bei Zahnnotfällen?

Notfälle wie ein abgebrochenes Zahnstück oder Zahnfleischbluten sind lästig und schmerzhaft - und benötigen schnelle Hilfe. Wie verhalten Sie sich dann am besten?

Was tun bei Zahnnotfällen?

Foto: Pixabay

Es passiert unerwartet und ist extrem unangenehm: ein abgebrochener Zahn, eine verlorene Zahnfüllung oder Zahnfleischbluten. Jochen Schmidt und Julia Thome, beide praktizierende Zahnärzte in Köln, geben Tipps, was man dann am besten tun kann.

1. Eisbeutel hilft gegen Zahnschmerzen: Akute Zahnschmerzen treten gerne mal am Wochenende oder an Feiertagen auf. Wer sie vorübergehend lindern will, kann es mit einem Eisbeutel auf der Wange versuchen. Wenn das auch nicht hilft, sollten Betroffene sich an die Zahnarztpraxis oder den zahnärztlichen Notdienst wenden.

2. Abgebrochenen Zahn richtig verstauen: Eine kleine Unachtsamkeit beim Joggen oder Radfahren – und schon liegt man auf der Nase. Wenn es ganz blöd läuft, können dabei Zähne komplett abbrechen. Selbst bei starker Verschmutzung sollte man den Zahn nicht abwaschen oder desinfizieren. Er sollte statt dessen sicher verstaut werden – am besten in eine Zahnrettungsbox, die es in Apotheken oder beim Zahnarzt gibt. Ist eine Zahnarztpraxis in der Nähe, kann man den Zahn kurzfristig auch in der Mundhöhle im Wangenbereich aufbewahren. Dadurch wird die Wurzeloberfläche am Austrocknen gehindert und der Zahn überlebt eher.

3. Abgebrochenes Zahnstück lässt sich manchmal ankleben: Ein abgebrochenes Zahnstück sollte schnellstmöglich zum Zahnarzt gebracht werden. Der Mediziner kann es in manchen Fällen wieder ankleben. Ist eine Zahnkrone betroffen, so lässt sich der Schaden meist durch eine neue Füllung oder Keramik-Krone beheben. Wie schwer die Verletzung ist, wird aber erst durch eine Röntgenaufnahme ersichtlich, so Jochen Schmidt.

4. Rausgefallene Zahnfüllung muss nicht aufgehoben werden: Klar, die klassische Füllung sollte nicht heruntergeschluckt werden. Sie muss aber auch nicht aufgehoben werden, sagt Julia Thome. Anders sieht das bei sogenannten Inlays aus, die als Zahnersatz angefertigt werden und wieder eingesetzt werden können. Thome empfiehlt Betroffenen, schnell zum Zahnarzt zu gehen. Als Übergangslösung für die klassische Füllung eignen sich Dental- beziehungsweise Zahnwachs oder Kaugummis ohne Zucker.

5. Zahnfleischbluten mit Wattestäbchen stoppen: Blutendes Zahnfleisch ist zwar nicht gefährlich, sollte aber trotzdem ernst genommen werden. Die Blutung lässt sich mit Hilfe eines Wattestäbchens stoppen. Entzündungshemmend und desinfizierend wirken Spülungen mit Kamille. Sollte das Zahnfleischbluten länger andauern oder das Zahnfleisch angeschwollen sein, rät Jochen Schmidt, zum Zahnarzt zu gehen. dpa/tmn

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