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Städtisches Tiefbauamt in Stuttgart: Neuer Steg am Seeblickweg

Die Landeshauptstadt beschreitet mit diesem Projekt neue Wege beim Brückenbau, da erstmals der Naturwerkstoff Holz sowie Carbonbeton ressourcenschonend im Verbund eingesetzt werden

Städtisches Tiefbauamt in Stuttgart: Neuer Steg am Seeblickweg

Der geplante Steg soll das Wegenetz für den Rad- und Fußverkehr verbessern. Visualisierung: Harrer Ingenieure GmbH

Die Zeichen stehen auf Veränderung für mehr Verkehrssicherheit: Im Bereich Seeblickweg / Ecke Zuckerbergstraße haben die Arbeiten am neuen Steg begonnen. Ziel des Bauprojekts ist es, bessere Verbindungen für den Rad- und Fußverkehr zwischen den Bezirken Mühlhausen und Bad Cannstatt zu schaffen – genauer wird somit eine direkte, barrierefreie Verbindung zwischen den Stadtteilen Steinhaldenfeld und Neugereut ermöglicht.

„Eine barrierefreie Querung zwischen den beiden Stadtteilen war an dieser Stelle schon sehr lange gewünscht“, erzählt Ralf Bohlmann, Bezirksvorsteher in Mühlhausen. „Das evangelische Ferienwaldheim Steinhaldenfeld in der Zuckerbergstraße wird beispielsweise regelmäßig von vielen Kindern aus Neugereut als auch aus Hofen besucht. Und auch die Kirche zieht Menschen aus beiden Stadtteilen an. Ebenso ist die ‚Arche’ der Mobilen Jugendarbeit in der Lüglensheidestraße im Stadtteil Neugereut ein Anziehungspunkt. Generell wird mit dem neuen Steg eine wichtige Verkehrsachse für Fußgänger, Spaziergänger und Radfahrer geschaffen.“

Bessere CO2-Bilanz durch den Baustoff Holz

Dem Bezirksbeirat Mühlhausen war es laut Ralf Bohlmann ein besonderes Anliegen, diese Verbesserung der Wegebeziehung hinzubekommen. Daher wurde beschlossen, den Bau des Stegs in das Programm der Sozialen Stadt mit aufzunehmen.

Baustelle am Seeblickweg/Ecke Zuckerbergstraße: In den nächsten Monaten wird hier ein innovativer Steg gebaut, der Neugereut und Mühlhausen verbinden soll. Foto: Tatjana Eberhardt
Baustelle am Seeblickweg/Ecke Zuckerbergstraße: In den nächsten Monaten wird hier ein innovativer Steg gebaut, der Neugereut und Mühlhausen verbinden soll. Foto: Tatjana Eberhardt

„Ohne diesen Beschluss wäre eine Realisierung nicht möglich gewesen“, betont er. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 3,4 Millionen Euro, 60 Prozent davon übernehmen Bund und Land über das Programm „Soziale Stadt“.

Die Landeshauptstadt Stuttgart beschreitet mit diesem Projekt neue Wege beim Brückenbau: Erstmals werden der Naturwerkstoff Holz sowie Beton, genauer Carbonbeton, „auf innovative Weise und ressourcenschonend im Verbund eingesetzt“, wie die städtische Pressestelle auf der offiziellen Website mitteilt.

Die Konstruktion des Brückenüberbaus besteht dabei aus einem vorgefertigten Holzträger. Auf diesen Träger wird auf der Baustelle eine Betonplatte gegossen, die mit dem Holzträger verbunden ist.

„Bei der Fußgänger- und Radwegbrücke über den Seeblickweg hat man sich bewusst für eine Holz-Beton-Verbund-Brücke entschieden, denn die Materialien Holz und Carbonbeton werden entsprechend ihren Eigenschaften optimal eingesetzt. Die Holzträger im Zugbereich und der Beton im Druckbereich beziehungsweise Zugbereich über der Mittelstütze“, erklärt Bernd Schröder vom städtischen Tiefbauamt.

Die Vorteile: „Durch den Baustoff Holz ergibt sich eine bessere CO2-Bilanz und durch den Einsatz der Carbonbewehrung kann auch der Betonüberbau schlanker und gewichtsreduziert ausgeführt werden. Der Betonüberbau schützt zudem die Holzträger vor Witterungseinflüssen. Hinzukommt, dass durch die Verwendung von Carbonbeton keine Korrosionsprobleme auftreten, weshalb wir auch auf eine Abdichtung auf dem Beton verzichten können“, so Bernd Schröder. Die Carbonbewehrung ersetzt dabei die klassische Bewehrung aus Stahl. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige, langlebige und dauerhafte Brücke herzustellen, die sich zudem in die naturnahe Umgebung gut einfügt.“

Gut zu wissen: Der Steg und die angrenzenden Wege werden mittels Mastleuchten beleuchtet. Auf eine Effektbeleuchtung wird verzichtet.

Der Baufortschritt

Aktuell wurde die sogenannte „Tiefgründung“ hergestellt: „Mit einem Bohrgerät wurden insgesamt acht Bohrpfähle (Durchmesser 90 Zentimeter, Länge circa 15 bis 18 Meter) im Baugrund abgeteuft. Im Bereich der seitlichen Widerlager jeweils zwei Pfähle und im Bereich der späteren Mittelstütze vier schräge Pfähle“, sagt Bernd Schröder.

„In den nächsten Wochen werden die Pfahlkopfplatten, die Widerlager und das Stützenfundament hergestellt.“ Die Fertigstellung des Stegs soll voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2024 erfolgen. Tatjana Eberhardt

DATEN UND FAKTEN

• Standort/Adresse: Seeblickweg Ecke Zuckerbergstraße
• Länge Brückenbauwerk: rund 70 Meter
• Bauherr: Landeshauptstadt Stuttgart, Technisches Referat, Tiefbauamt
• Projektleitung: Landeshauptstadt Stuttgart, Technisches Referat, Tiefbauamt
• Planung Brückenbauwerk: Harrer Ingenieure GmbH, Ostfildern-Nellingen
• Bauausführung: Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH, Stuttgart
• Baustart: April 2023
• Bauende: im 2. Quartal 2024
• Kosten: 3,4 Millionen Euro (60 Prozent finanziert durch Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“)

Weitere Informationen sind online unter www.stuttgart.de einsehbar. Besonderheit: Vom Herstellungsprozess der Brücke werden zudem einzelne, kurze Videos erstellt, die auf den sozialen Netzwerken der Landeshauptstadt Stuttgart veröffentlicht werden - und zwar unter #BrückeSeeblickweg auf Facebook, Instagram und Twitter. te

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