Günter Lenhardt für die AfD im Wahlkreis Kirchheim „Dem Flüchtling ist egal, an welcher Grenze er stirbt“

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Als bekennender Konservativer hat Günter Lenhardt der CDU den Rücken gekehrt, weil er sich durch die Entscheidungen eines Helmut Kohl und einer Angela Merkel seiner politischen Heimat beraubt gesehen hat. Jetzt kandidiert er für die AfD.

Günter Lenhardt hat inzwischen die Krawatte und die langen Haare abgelegt. Foto: Horst Rudel
Günter Lenhardt hat inzwischen die Krawatte und die langen Haare abgelegt.Foto: Horst Rudel

Esslingen - Frauke Petry, die Bundesvorsitzende der Alternativen für Deutschland (AfD), hat in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen bejaht, dass ein Grenzpolizist notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen sollte, wenn es darum gehe, einen Flüchtling am illegalen Grenzübertritt zu hindern. Die Aufsehen erregende Ansicht seiner Chefin garniert Günter Lenhardt, der Kandidat der AfD im Wahlkreis Kirchheim, mit einer ganz eigene Interpretation des Themas. „Dem Flüchtling ist es doch egal, an welcher Grenze, an der griechischen oder an der deutschen, er stirbt“, sagt er. Wenn ein Grünen-Politiker wie der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer fordere, an den EU-Außengrenzen bewaffnete Grenzkontrollen einzuführen, da frage er, Lenhardt, sich doch: „Wozu ist eine Waffe da, wenn nicht zum Schießen?“

Flüchtlinge spielen am Stammtisch keine Rolle

Ohnehin sei die ganze Diskussion um den Umgang der AfD mit Flüchtlingen überbewertet. „An unseren Wahl-Stammtischen spielt das Thema eigentlich keine Rolle“, sagt Lenhardt. Die Leute, die dort zusammenkämen, wollten wissen, was die AfD zum Thema Innere Sicherheit, Finanzen, Bildung und Verkehr zu sagen habe. „Da haben viele einen Diskussionsbedarf. Mir können sie sagen, wo der Schuh drückt“, sagt Lenhardt.

Meist entwickele die Veranstaltung dann eine Eigendynamik – ähnlich wie die Mitgliederzahlen in dem von Lenhardt gegründeten Ortsverband Filder. „Wir haben mehr als 100 Mitglieder und einen Antragsstau von weiteren 30 “, sagt Lenhardt. Er selbst sei auf die AfD gestoßen, weil er sich von der CDU nicht mehr vertreten gefühlt habe. „Ich war schon immer konservativ eingestellt und habe 40 Jahre lang auch so gewählt“, sagt er. Nach der Wende habe er sich zunehmend seiner politischen Heimat beraubt gesehen. „Schon unter Kohl hat mir die Familienpolitik und der Umgang mit der deutschen Staatsbürgerschaft nicht gefallen. Mit Merkels Politik konnte ich dann gar nichts mehr anfangen“, sagt Lenhardt, der in Eislingen/Fils geboren ist und in Filderstadt lebt.

Arbeitsplatz: Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge

Die AfD hat der Landtagskandidat sechs Monate lang beobachtet, ehe er schließlich eingetreten ist. „Wenn ich da schon mitmache, dann will ich auch mitgestalten“, habe er sich damals gesagt und gleich den Ortsverband Filder gegründet. Beruflich hat es ihn inzwischen nach Heidelberg verschlagen. Dort ist er als Reservist der Bundeswehr in die Landeserstaufnahmestelle abgeordnet, wo er mit der Registrierung von Flüchtlingen beschäftigt ist. Zuvor war er als Sachbearbeiter für Produktion und Logistik für einen Stuttgarter Autohersteller weltweit im Einsatz gewesen.

Gegen das Etikett „rechtsradikal“ wehrt sich Lenhardt vehement. „Ich ändere doch nicht von heute auf morgen meine Einstellung, nur weil ich in der AfD bin“, sagt er. Er und seine Parteifreunde seien normale Bürger, die Sorge um ihr Land hätten. Als solche seien sie nicht allein. „Ich schätze, hinter uns und unserem Programm stehen rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung“, sagt Lenhardt.

Diesen 20 Prozent verspricht Lenhardt, das dreigliedrige Schulsystem wieder einzuführen, die deutschen Grenzen besser zu schützen, das baden-württembergische Integrationsministerium aufzulösen, den Nahverkehr zu fördern und den Bau von Windkraftanlagen zu stoppen.

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4 KommentareKommentar schreiben

Hauptsache er stirbt, Herr Lenhardt?: Typisch AfD, oder wie? Wenn man dann noch Exemplare wie Herrn Höcke anschaut.... Bin froh, daß es außer dieser Namensklau-Partei und der Partei des "Leuchtturm-Philosophen" Wolf (siehe "Heute-Show" vom letzten Freitag) noch eine vernünftige Alternative mit einem vernünftigen Ministerpräsidenten gibt.

Alte Fotos : wie auch bei Robert Mackert ,einem anderen AfD Kandidaten zeigen Sie hier ein Jugendfoto. Machen Sie das jetzt bei jedem, der für die Wahl kandidiert oder was steckt dahinter ? Der Sinn erschließt sich mir nämlich nicht. Zeigen Sie doch vielleicht auch mal ein Jugendfoto von Wolf. Würde mich wirklich interessieren, wie der vor 20 Jahren aussah.

Wenn ich das so salopp sagen darf,..: es gibt Menschen, bei denen es eben besser ist, das diese kein politisches Amt in Parlamenten bekleiden. Und der Herr Lenhardt gehört da eben vermute ich, dazu. Und das muss nicht rechtsradikal sein, nein meine Großmutter sagte auch vor 40 Jahren ganz in der Nähe von Kirchheim, das "dia Grine des Deifels wärad, ond au ed besser wia dr Reschd send". Kann ich Ihr da heutzutage wirklich noch elementar wie bundesweit widersprechen? Ich bin ganz sicher, was wir gesellschaftlich brauchen, und dafür stehen die Aussagen auch des Herrn Lenhardt ist, Diskussion ums Wissen, um Kultur, Kultur, Kultur hier wie dort und das Wissen um die Frage, ob unsere politischen Vertreter nicht doch schon zu sehr am Tropf von Soll und Haben hängen und uns alle weiland dem Abgrunde dadurch näher bringen. Und was Empathie hin zum Menschen in Not im Kontext kapital herbeigeführter Katastrophen sowohl national wie global bedeuten könnte. Und warum gerade dann das eigene Umfeld so in lebendiger Gefahr scheint, durch fremde Kulturen zerstört zu werden, ja gleich mit in die allgemeine Kopfkatastrophe und den Worthülsenautomaten für die Sprechblasen von vorgestern übernommen wird.

So schlimm sieht es nicht aus Herr Krauß.: Gestern wurde in n-tv wieder die interessante Sendung "Das Duell" übertragen ... http://www.n-tv.de/mediathek/tvprogramm/formate/Das-Duell-bei-n-tv-article9505066.html ... und da hat der CDU-Politiker Herr Klaus-Peter Willsch zahlreiche kluge Sachen gesagt. Schauen Sie sich die Sendung mal in Ruhe an. Wenn Herr Willsch und Frau Klöckner das Sagen haben, würde ich sogar die Bundes-CDU wählen.

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