Rettungskräfte im Großeinsatz Zug am Hauptbahnhof entgleist

Von /dpa/SIR 

Am Stuttgarter Hauptbahnhof ist am Samstagmittag ein Zug entgleist. Acht Passagiere wurden leicht verletzt. Der Zugverkehr wurde über Stunden komplett eingestellt. Mit Störungen ist aber noch bis Sonntagnachmittag zu rechnen.

Der IC 2312 ist am Hauptbahnhof Stuttgart entgleist. Foto: Viktor Ortmann 61 Bilder
Der IC 2312 ist am Hauptbahnhof Stuttgart entgleist.Foto: Viktor Ortmann

Stuttgart - Am Samstagmittag ist am Stuttgarter Hauptbahnhof ein Zug entgleist. Acht Menschen wurden leicht verletzt. Der Zugverkehr am gesamten Hauptbahnhof wurde stundenlang eingestellt, inzwischen fahren die S-Bahnen, Regionalzüge und Teile des Fernverkehrs wieder.

Der IC 2312 verließ mit 200 Passagieren gegen 11.40 Uhr den Bahnhof auf Gleis 10 in Richtung Hamburg. Die Lokomotive, die am Schluss des Zuges fuhr, entgleiste aus noch unbekannten Gründen ca. 200 Meter hinter dem Bahnsteig und schob drei Waggons ebenfalls aus den Gleisen. Dabei sind die Strommasten beschädigt worden, die Oberleitung riss ab und liegt zum Teil auf dem Zug. Die Bundespolizei ermittelt nun die Unfallursache. Die Bahn konnte den finanziellen Schaden am Samstag zunächst noch nicht beziffern.

Zunächst musste die Bahnstromleitung geerdet werden, da der Zug unter Strom stand. Erst dann konnten die Rettungskräfte zum Einsatz kommen. Bei dem Unfall seien mehrere Passagiere leicht verletzt worden, teilte die Feuerwehr mit. Die Fahrgäste waren über anderthalb Stunden lang im Zug eingeschlossen.

Passagiere erleiden Schock

Die Passagiere wurden schließlich über die Gleise und über eine Böschung geleitet. Es waren 50 Feuerwehrleute und 20 Sanitäter im Einsatz. Der Unfall sei glimpflich ausgegangen, ein Passagier habe ein Kopfplatzwunde, ein anderer habe sich den Fuß umgeknickt, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Fünf Reisende wurden ins Krankenhaus gebracht. Einige Fahrgäste hätten einen Schock erlitten.
 
Der IC war in Richtung Hamburg-Altona unterwegs. Stundenlange Verspätungen für Fern- und Regionalzüge und die S-Bahn waren die Folge des Unfalls. Zwei Regionalzüge und eine S-Bahn waren auf dem Weg aus dem Bahnhof, als der IC entgleiste. Auch diese drei Züge konnten nicht mehr weiterfahren und mussten geräumt werden. Verletzte habe es in diesen Bahnen jedoch keine gegeben, sagte der Sprecher der Feuerwehr.
 
Bahn informiert im Internet
 
Der Stuttgarter Hauptbahnhof war lange Zeit komplett gesperrt, die Bahnreisenden müssen sich auf größere Behinderungen im Zug- und S-Bahnverkehr einstellen. Im Zugverkehr rund um Stuttgart gibt es teils stundenlange Verspätungen.

Die Bahn rechnet noch mindestens bis Sonntagnachmittag mit Einschränkungen im Bahnverkehr. Aktuelle Informationen zu Verspätungen gibt es bei der Bahn und für die S-Bahn bei der VVS.

Auf Youtube kursiert bereits ein Video von dem Unfall, das ein Amateurfilmer aufgenommen hat.

Erst im Juli war ein Zug im Stuttgarter Hauptbahnhof entgleist, dabei handelte es sich ebenfalls um den IC 2312 nach Hamburg. Offenbar entgleiste der Zug sogar an der gleichen Stelle, der Weiche 227. Auch dabei war die schiebende Lokomotive sowie mehrere Wagen aus den Gleisen gesprungen. Verletzt wurde dabei niemand. Es kam aber tagelang zu Behinderungen im Zugverkehr.

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111 KommentareKommentar schreiben

Wer keinen Ahnung von der Planung hat…: Wer über „K21 Tunnel“ schreibt, sollt wissen, dass der einzige vorgesehene Tunnel im Citygebiet identisch ist mit der geplanten Zuführung für S21 aus Bad Cannstatt. Die Sanierung der Rosensteintunnel könnte dann bei 6 Gleisen aus Bad Cannstatt durch eine Vollsperrung von einer Tunnelröhre erfolgen. Übrigens wird das Gleisvorfeld des Kopfbahnhofs für S21 schon seit Jahren unter „rollendem Rad“ umgebaut. Nur wie bei S21 üblich in sehr schlechter Qualität.Über den Pfusch beim Abriss des Südflügels muss ich nicht näher eingehen.

K21 Tunnel: Nicht auszudenken wenn das in einem der K21 (Kein Plan 21) Tunnel passiert wäre. Eventuell auch noch während der Umbauzeit unter laufendem Rad! Ein furchtbares Szenario!

So etwas passiert in einem Kopfbahnhof: @Franz, 19:42 Uhr am 29. Sept.: komische Behauptung, da ist der Haltepunkt S-Zatzenhausen oder Bad Cannstatt-Ebitzweg wohl der beste Bahnhof. Hier gibt es nur jeweils ein Durchfahrgleis und keine Weichen!!!!!! Nachteil: diese Haltepunkte sind zu kurz..............

2. IC Entgleisung im Stuttgarter Hbf: Im angeblich am besten geplanten Projekt aller Zeiten, schafft man es nicht einmal, einen Gleisabschnitt für 40 km/h (signalisierte Ausfahrgeschwindigkeit) zu trassieren, mit dem Ergebnis dass ständig Züge entgleisen. Es war ja wieder genau dieselbe Stelle, wie bei der 1.IC-Entgleisung. Im noch bestehenden Kopfbahnhof ist über Jahrzehnte nichts passiert. Seit an S21 gewurschtelt wird, gibt es mehrere Pannen pro Jahr (S-Bahnausfall, einstürzende Dächer etc.). Wie sollen denn Herausforderungen wie Grundwasser, Schutz der Mineralquellen oder Tunnelbau durch schwierige Gesteinsschichten funktionieren, wenn nicht einmal die 'Vorarbeiten' halbwegs reibungslos ablaufen. Hinweise sind vorhanden, dass dieses Projekt sich mit einer größeren Wahrscheinlichkeit mit geringerem oder größerem Schaden früher oder später mit einer kleineren oder größeren Bauruine selbst beerdigt. Die Berichterstattung der Stz halte ich insofern für 'gelenkt', als dass die Unfallursache zu 100% der Baustelle von S21 anzulasten ist. Der Artikel tut aber so, als sei der Zug 'einfach so' entgleist, weil dies eben ab und an mal passiert.

Naive Kommentierung eines sich „Professor“ nennenden Herrn Faiß: „Bei Kopfbahnhöfen, wie dem Stuttgarter, müssen Züge nun einmal mehr Weichen durchfahren als bei dem künftigen Durchgangsbahnhof Stuttgart 21. Die Wahrscheinlichkeit von Zugentgleisungen ist bei Kopfbahnhöfen daher tendenziell größer.“ Diese engen Weichentypen gibt es gerade auch bei Durchgangsbahnhöfen, wie z. B. Köln (gerade dort sehr extrem). Ein weiterer Versuch solcher Eselsgläubigen an S21 wie Herr Faiß zu suggerieren, daß alles bei S21 besser werden soll. Von den Gefahren der Todesfalle Tiefbahnhof hat er offensichtlich noch nichts vernommen. Wie lange braucht es, bei einem Brand eines Triebkopfs den Strom abzustellen? In Berlin dauerte es 45 Minuten, aktuell hier in Stgt sogar anderthalb Stunden (siehe Presseberichte). Wie lange braucht es, bis das Lösch-Wasser von den Fildern herunterströmen soll? Wie lange dauert es, einen Verantwortlichen zu finden, der den Wasserhahn überhaupt erst mal aufdreht? .......... Ein ordentlicher Schuss ins Knie eines sich „Professor“ schimpfenden Schein-Experte. Von einem Professor verspreche ich mir eine besser funktionierende Logik! – Oben bleiben!

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