Weltraum Stippvisite eines Asteroiden

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Der kleine Brocken VJ38 wird in der Nacht zum Donnerstag die Erde passieren. Er kommt uns dann näher als der Mond. Die Nasa gibt sich interessiert, aber unaufgeregt.

An Heiligabend 2011 wurden diese Leuchtstreifen am Himmel über Bayern beobachtet. Foto: dapd
An Heiligabend 2011 wurden diese Leuchtstreifen am Himmel über Bayern beobachtet.Foto: dapd

Stuttgart - Viel Vorwarnzeit bleibt nicht: In der Nacht zum Donnerstag werde der Asteroid VJ38 an der Erde vorbeifliegen, teilt die US-amerikanische Raumfahrtagentur Nasa über den Kurznachrichtendienst Twitter ihren fast eine Millionen Abonnenten mit. Um 2.51 Uhr mitteleuropäischer Zeit werde der Brocken nur 226.000 Kilometer von der Erde entfernt sein – der Mond ist fast doppelt so weit weg. Der Asteroid benötigt gut anderthalb Jahre, um die Sonne zu umkreisen, geht aus der Datenbank der Nasa hervor. Er ist diese Woche zum ersten Mal gesichtet worden.

Weil VJ38 nur geschätzte sieben Meter breit sei und die Bahn in den vergangenen zwei Tagen genau genug vermessen wurde, hält die Nasa den Asteroiden „nicht für ein gefährliches Objekt“. Asteroiden mit der Größe von nur wenigen Metern explodieren, wenn sie auf die Erde treffen, in der Regel noch in der Atmosphäre. Die Bruchstücke verglühen dann.

Die Nasa nimmt die Gefahr dennoch ernst und überwacht den Himmel seit einigen Jahren systematisch. Ausgelöst wurde das Interesse 1994, als der Komet Shoemaker-Levy 9 auf dem Planeten Jupiter einschlug und das Ereignis von der Erde aus gut zu beobachten war (Übersicht der Bilder). Auch vor einigen Wochen gelang Amateurastronomen ein kurzer Film eines weiteren Einschlags dort. Die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) betreibt ebenfalls ein kleines Überwachungsprogramm. In der vergangenen Woche sprach der ehemalige Astronaut Thomas Reiter am Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt von der Bedrohung durch Asteroiden: „Es gibt Asteroide, die irgendwann die Erdbahn kreuzen und uns gefährlich werden können“, sagte Reiter, der bei der Esa für den Bereich der bemannten Raumfahrt zuständig ist.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt sich seit Anfang des Jahres am internationalen Projekt NEO-Shield. Die Abkürzung NEO steht für erdnahe Objekte (near earth objects), das englische „shield“ bedeutet Schutzschild.

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1 KommentarKommentar schreiben

Das ist kein Asteroiden auf dem Bild!: Das Bild zeigt kein natürliches Himmelobjekt (was prima zu Überschrift gepasst hätte), sondern Teile der am Heiligabend 2011 abstürzenden Sojus-Rakete. Was übrigens in ganz Deutschland (inkl. Stuttgart) und nicht nur in Bayern zu sehen war ;-)

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