ADAC-Test: Pro und Kontra: Fahrradanhänger oder Fahrradkindersitz?

Mit Kind und Kegel auf zur Radtour. Wie man das Fahrrad nutzt, entscheidet darüber, ob Anhänger oder Kindersitz die bessere Alternative ist.
Shutterstock/FamVeldEltern, die ihre Kleinen mit dem Rad mitnehmen wollen, müssen entscheiden, welches System am besten zu den Anforderungen ihres Alltags passt. Im Wesentlichen gibt es vier Systeme: Kindersitze, Fahrradanhänger, sogenannte Nachziehräder und Lastenräder. Doch am beliebtesten und meist gekauft sind Fahrradanhänger und Kindersitze. Und die Entscheidung zwischen diesen beiden Systemen fällt vielen schwer. Eine Auflistung der Vor- und Nachteile, Hänger versus Sitz, hilft vielleicht weiter.
Sperrige Anhänger - wacklige Kindersitze
Das Radfahren mit Anhänger kann auf engen Fahrradwegen, bei Gegenverkehr oder beim Rangieren wegen der Breite des Gespanns schwierig werden. Eltern, die sich für einen Kindersitz entscheiden, müssen sich dagegen mehr auf die eigene Balance konzentrieren – das gilt besonders, wenn hinten ein agiles Mini-me sitzt. Auch können hier Spurwechsel oder enge Kurven wackelig werden, vor allem beim Anfahren und bei langsamer Fahrt. In jedem Fall aber gilt: Kinder sollten immer einen Fahrradhelm tragen und angegurtet sein. Und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist – egal für welches System man sich entscheidet – ein Muss. Außerdem muss der Fahrende, der Kinder auf dem Rad mitnimmt, mindestens 16 Jahre alt sein.

Das Praktische am Fahrradanhänger: es können zwei Kinder darin Platz nehmen.
Shutterstock/Adelia KamaleevaFahrradanhänger für Kinder
Die Vorteile
Die Nachteile

Vorteil Fahrradanhänger: lange Radtouren sind kein Problem. Auf den Rücken der Eltern passt auch noch ein Proviantrucksack.
Shutterstock/Andrey_PopovFahrradsitz für Kinder
Die Vorteile
Die Nachteile

Schnell montiert und ab geht's: für den täglichen gebrauch sind Kindersitze ideal.
Shutterstock/AnnBulashenkoWelches System ist sicherer?
Für die meisten Einsätze ist der Fahrradanhänger die sicherere Transportvariante. Der Fahrradsitz für Kinder eignet sich besonders für Alltagsfahrten aufgrund seiner einfachen Handhabung – in punkto Sicherheit kommt er aber nicht an den Fahrradanhänger heran. Weiterhin spielt das Können des Radfahrenden eine wichtige Rolle – ebenso wie die korrekte Bedienung, der Einsatzort sowie der technische Zustand des Fahrrads.
Erst testen, dann kaufen
Beim Radfahren mit Fahrradanhänger oder Kindersitz unbedingt die veränderten Fahreigenschaften ohne Kinder testen, bevor man sich für ein System entscheidet.
Wichtig: Vor dem Kauf eines Fahrradanhängers unbedingt auch prüfen, wie viel zulässiges Gesamtgewicht laut Herstellerangaben das Fahrrad ziehen darf. Sonst kann es bei zu viel Gewicht zu einem Rahmenbruch am Fahrrad kommen. Denn nicht jedes Fahrrad ist für einen Fahrradanhänger geeignet. Zudem kann auch nicht jede Anhängerkupplung an jedes Fahrrad montiert werden. Eine Beratung im Fachhandel ist damit unverzichtbar.