Brazilian Look
: Zufriedener im Alltag durch Farben und Muster

AnzeigeDer Brazilian Look kann als Antithese zum skandinavischen Stil verstanden werden – und setzt sich im aktuellen Interiordesign durch. Warum das gute Gründe hat, erklärt architare Geschäftsführerin Barbara Benz.
Von
SWMN
Stuttgart
  • „Auch an Urlaubsorten wie Mykonos, Ibiza oder Bali gewinnt der Brazilian Modern an Bedeutung.“, sagt Barbara Benz. Perfekte Begleiter für farbenfrohe Stunden im Freien: Loungemöbel von Cassina.

    Cassina
  • Gewagt, aber gut: Tapete und Stoff in einem Design halten, wie hier Rubellis „Magico Mexico“.

    Rubelli
  • Die Kollektion von Moroso verbindet klare Linien mit kräftigen Farben.

    Moroso
  • Holz und Naturtöne erden den farbstarken Designmix. Hier Leuchte „Moragas“ von Santa & Cole, ein Entwurf von 1957.

    Carlos Pericas / Santa & Cole
  • In der XL-Outdoorvariante wirken die Strukturen von Paola Paronettos Keramik noch künstlerischer.

    Paronetto
  • Am schönsten in Farbe: Designerin Faye Toogood verlieh Polstermöbelserie „Squash“ den knautschig-organischen Look.

    Poltrona Frau
  • Farblich dicht und doch natürlich: Vorhangstoff „Tagu“ im Brazilian Look.

    Fischbacher 1819
  • Der perfekte Klassiker für moderne Architektur: Freischwinger „S32“, dieses Jahr neu aufgelegt von Designstar Sebastian Herkner.

    Thonet
  • Frohsinn kann auch ohne Farbe transportiert werden, wie das Vitra-Ensemble mit expressivem Teppichmuster beweist.

    Vitra
  • Leuchtendes Statement-Piece: Marcel Breuers Sesselklassiker „Wassily“ in Rot.

    Federico Cedrone / Knoll International
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Verhältnismäßig wenige Deutsche sind in der glücklichen Lage, behaupten zu können, schon einmal in Brasilien gewesen zu sein. Und doch hätten die meisten sofort Bilder im Kopf, wenn man sie nach ihrer Vorstellung des Brazilian Look fragt. Viele Farben, Muster, vielleicht noch Hölzer, die an den Regenwald erinnern – aber vor allem mischt Freude mit. Karneval im Kopf.

Barbara Benz, die mit architare eines der prestigeträchtigsten Einrichtungshäuser Stuttgarts leitet, ist sich sicher: „Der brasilianische Stil ist auf dem Vormarsch. Ich würde sogar so weit gehen, dass er den omnipräsenten Skandi-Style teilweise ablösen wird.“ Die Gründe dafür sind vielfältig. In einer Zeit, die von Schnelllebigkeit, Krisen und politischen Unsicherheiten geprägt ist, sehnen wir uns nach fröhlichen Impulsen. Und die sind im Falle von Einrichtung weniger oberflächlich und auch weniger flüchtig, als es scheinen mag.

Warum Schönes tatsächlich glücklich macht

Hier kommen Erkenntnisse aus der Neuroästhetik zum Tragen, also der Forschung darüber, wie das Gehirn auf Kunst, Schönheit und generell ästhetische Erfahrungen reagiert. Sie zeigen, dass visuelle Areale und insbesondere das Belohnungssystem aktiviert werden, wenn Menschen Schönes betrachten. Ästhetische Erfahrungen sind also faktisch mit emotionalen Reaktionen verknüpft. „Was schön ist, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters“, resümiert Barbara Benz von architare. „Wer sich aber nach mehr Frohsinn im Alltag sehnt, Farben grundsätzlich mag und auch Muster, der wird mit einer Umgestaltung im Brazilian Style Glücksgefühle entwickeln. Und zwar jeden Tag.“

Moodboard Brazilian Style

architare

Dabei ist es gar nicht so einfach, in einem Stil geprägt von Farben, Mustern und überraschenden Texturen den guten Ton zu treffen. Das sei beim Skandi-Look mit seinen hellen Hölzern und sanften Naturfarben viel simpler, gibt Benz zu bedenken. Aber genau deshalb haben sich viele an diesem auch langsam satt gesehen. „Alle Stile haben ihren Platz verdient. Doch beim skandinavischen Look und seinen Designklassikern gibt es aktuell einfach zu viele, zum Teil fragwürdige Kopien. Er verliert an Authentizität und vor allem Originalität.“

Die Ursprünge des Brazilian Modern

Im Gegensatz zum internationalen Modernismus integrierten die Architekten des Brazilian Modern von Anfang an lebhafte Kunstwerke und Farben in ihren monumentalen, meist aus Sichtbeton gefertigten Gebäuden. Zu den wichtigsten Vertretern zählen Paulo Mendes da Rocha, Pionier des Brutalismus, aber auch Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und Landschaftsarchitekt Roberto Burle Marx. Ihr Wirken war von organischen, geschwungenen Formen, offenen Grundrissen und der Verschmelzung von Architektur und Natur geprägt. „Moderne Möbelentwürfe von ClassiCon, Midcentury-Ikonen wie Marcel Breuers S32 Freischwinger oder der Kaffeehausstuhl von Thonet passen genauso gut in diese Architektur wie zum zeitgenössisch interpretierten Brazilian Look“, sagt Barbara Benz.

Herzog & de Meuron gestalteten die "Volkshaus Series".

Hassos/ ClassiCon

Brazilian Modern: Das macht den Look aus

Eine bedachte Planung ist in dieser Stilrichtung essenziell. Dabei kann es helfen, eine feste Farbpalette mit wenigen dominanten Grundtönen zu wählen, die der Gestaltung den roten Faden vorgeben. Kongeniale Partner zu expressiven Mustern sind dabei Holz in all seinen Facetten sowie starke Strukturoberflächen. Sie verleihen einem Raum Tiefe und auch die nötige Seriosität. „So wie immer gilt es, mit neuen Ansätzen ein neues Lebensgefühl zu schaffen – die Trendsetter sind nun beim Brazilian Look angekommen“, prophezeit Barbara Benz. Wie weit man geht, sei Trial and Error. Doch es bietet sich an, auch mal nah an seine Grenzen zu gehen. Das kann Glücksgefühle potenzieren.

Info: Weitere Infos zu den neuesten Interior- und Designtrends finden Interessierte auf der Webseite von architare.