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  1. Stuttgart
  2. Wie viel Nazi-Architektur steckt in Stuttgart?

Stadtentwicklung im Dritten Reich Wie viel Nazi-Architektur steckt in Stuttgart?

Die Nationalsozialisten wollten auch Stuttgart umbauen. Ist es ihnen gelungen und was ist davon noch heute zu sehen? Und gibt es überhaupt so was wie Nazi-Architektur? Architekten diskutieren darüber wieder vermehrt und Experten versuchen sich an Antworten.

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17 Bilder
Stuttgarts Oberbürgermeister Karl Strölin begrüßt Adolf Hitler in Stuttgart. In unserer Bildergalerie stellen wir Bauwerke in Stuttgart vor, wie sie die Nazis gerne gesehen haben.
Foto Archiv/Presse-Illustrationen Hoffmann

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Stuttgarts Oberbürgermeister Karl Strölin begrüßt Adolf Hitler in Stuttgart. In unserer Bildergalerie stellen wir Bauwerke in Stuttgart vor, wie sie die Nazis gerne gesehen haben.
Die Kochenhofsiedlung auf dem Killesberg, die 1933 unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Paul Schmitthenner errichtet wurde, gilt als Gegenentwurf zur fünf Jahre zuvor unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Weißenhofsiedlung. Stephan Trüby von der Uni Stuttgart „rechnet sie der sogenannten Blut-und-Boden-Architektur zu“.
Foto Achim Zweygarth

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Die Kochenhofsiedlung auf dem Killesberg, die 1933 unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Paul Schmitthenner errichtet wurde, gilt als Gegenentwurf zur fünf Jahre zuvor unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Weißenhofsiedlung. Stephan Trüby von der Uni Stuttgart „rechnet sie der sogenannten Blut-und-Boden-Architektur zu“.
Wohnen in der Stadt wollten die Nationalsozialisten attraktiver machen. Die Knochenhofsiedlung sollte zu einer „völkischen Brutstätte“ werden.
Foto Archiv

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Wohnen in der Stadt wollten die Nationalsozialisten attraktiver machen. Die Knochenhofsiedlung sollte zu einer „völkischen Brutstätte“ werden.
Der Höhenpark Killesberg ist während der Reichsgartenschau 1939 nach Plänen von Hermann Mattern (Garten- und Landschaftsarchitektur) und Gerhard Graubner (Bauten) entstanden.
Foto Archiv

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Der Höhenpark Killesberg ist während der Reichsgartenschau 1939 nach Plänen von Hermann Mattern (Garten- und Landschaftsarchitektur) und Gerhard Graubner (Bauten) entstanden.
Gerhard Graubner verwendete für seine „Ehrenhalle des Reichsnährstandes“ suggestive Steinbogenmotive, deren monumentalisierende Formensprache bei den Eröffnungsfeierlichkeiten von Walther Darré, dem Begründer der nationalsozialistischen Blut- und Boden-Ideologie, „für seine Inszenierungen einer Volksgemeinschaft gut genutzt werden konnte“, so Trüby.
Foto Lichtgut

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Gerhard Graubner verwendete für seine „Ehrenhalle des Reichsnährstandes“ suggestive Steinbogenmotive, deren monumentalisierende Formensprache bei den Eröffnungsfeierlichkeiten von Walther Darré, dem Begründer der nationalsozialistischen Blut- und Boden-Ideologie, „für seine Inszenierungen einer Volksgemeinschaft gut genutzt werden konnte“, so Trüby.
Nicht allen Nazi-Größen gefiel die neue Attraktion auf dem Killesberg. Einigen NS-Gartenarchitekten war die von Hermann Mattern entworfene Parkanlage zu individualistisch“, so Roland Müller, Leiter des Stuttgarter Stadtarchivs.
Foto Archiv/Manfred Storck

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Nicht allen Nazi-Größen gefiel die neue Attraktion auf dem Killesberg. Einigen NS-Gartenarchitekten war die von Hermann Mattern entworfene Parkanlage zu individualistisch“, so Roland Müller, Leiter des Stuttgarter Stadtarchivs.
Das ehemalige TWS-Gebäude an der Lautenschlagerstraße galt als einzig fertiggestelltes Herrschaftsgebäude in Stuttgart. Abgerissen wurde es schließlich 2011.
Foto Horst Rudel

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Das ehemalige TWS-Gebäude an der Lautenschlagerstraße galt als einzig fertiggestelltes Herrschaftsgebäude in Stuttgart. Abgerissen wurde es schließlich 2011.
Auch der Wagenburgtunnel (Bild aus dem Jahre 1959) entstand während der NS-Zeit. Er sollte zu einem die Verkehrssituation in der Stadt verbessern und zu anderem den Bürgern Schutz bei möglichen Luftangriffen bieten. Architektonisch betrachtet hat er aber keine nazispezifischen Eigenschaften.
Foto Archiv/Wibke Wieczorek

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Auch der Wagenburgtunnel (Bild aus dem Jahre 1959) entstand während der NS-Zeit. Er sollte zu einem die Verkehrssituation in der Stadt verbessern und zu anderem den Bürgern Schutz bei möglichen Luftangriffen bieten. Architektonisch betrachtet hat er aber keine nazispezifischen Eigenschaften.
Ein weiterer bekannter Bunker entstand unter dem Nazi-Regime am Stuttgarter Marktplatz.
Foto Stadtarchiv Stuttgart

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Ein weiterer bekannter Bunker entstand unter dem Nazi-Regime am Stuttgarter Marktplatz.
Ein Mal im Jahr öffnen heutzutage die später zu einem Hotel umfunktionierten Katakomben ihre Tore für Besucher. Außer dem Baudatum ist der Bunker zweckmäßig und ohne jede Nazi-Herrschaftssymbolik.
Foto Archiv/ Hannes Kilian

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Ein Mal im Jahr öffnen heutzutage die später zu einem Hotel umfunktionierten Katakomben ihre Tore für Besucher. Außer dem Baudatum ist der Bunker zweckmäßig und ohne jede Nazi-Herrschaftssymbolik.
Der Stuttgarter Flughafen stammt vom Reißbrett desselben Architekten, der den Flughafen Tempelhof in Berlin entworfen hat: Ernst Sagebiel. „Tempelhof folgt ganz klar der Totenburg-Ästhetik der Nazis“ sagt Stephan Trüby. Am Stuttgarter Flughafen sei diese allerdings nur noch leicht zur Flugzeugseite an der Travertinkleidung zu erkennen.
Foto Flughafen Stuttgart GmbH

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Der Stuttgarter Flughafen stammt vom Reißbrett desselben Architekten, der den Flughafen Tempelhof in Berlin entworfen hat: Ernst Sagebiel. „Tempelhof folgt ganz klar der Totenburg-Ästhetik der Nazis“ sagt Stephan Trüby. Am Stuttgarter Flughafen sei diese allerdings nur noch leicht zur Flugzeugseite an der Travertinkleidung zu erkennen.
Die B 27 ist unter den Nationalsozialisten erbaut worden, der Cityring stammt aber teilweise noch aus der Vorkriegsplanung. Die Idee der Stadtautobahn fügt sich laut Trüby insofern in die städtebaulichen Planungen und Kriegsplanungen der Nazis ein, dass sie Nachschublieferungen an die Front beschleunigen sollten.
Foto Michael Steinert

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Die B 27 ist unter den Nationalsozialisten erbaut worden, der Cityring stammt aber teilweise noch aus der Vorkriegsplanung. Die Idee der Stadtautobahn fügt sich laut Trüby insofern in die städtebaulichen Planungen und Kriegsplanungen der Nazis ein, dass sie Nachschublieferungen an die Front beschleunigen sollten.
Die Travertinsäulen an der Neckartalstraße beim Viadukt in Münster wurden von Albert Speer für ein geplantes Mussolinidenkmal auf dem ehemaligen Adolf-Hitler-Platz in Berlin (heute Theodor-heuss-Platz) bestellt, aber nie abgeholt.
Foto Lichtgut/Max Kovalenko

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Die Travertinsäulen an der Neckartalstraße beim Viadukt in Münster wurden von Albert Speer für ein geplantes Mussolinidenkmal auf dem ehemaligen Adolf-Hitler-Platz in Berlin (heute Theodor-heuss-Platz) bestellt, aber nie abgeholt.
„Das Speer-Denkmal hätte wäre ganz klar im vergröberten neoklassizistischen Stil der staatlichen Repräsentationsbauten der Nazis gehalten“, sagt der Architekturprofessor Stephan Trüby.
Foto Lichtgut/Max Kovalenko

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„Das Speer-Denkmal hätte wäre ganz klar im vergröberten neoklassizistischen Stil der staatlichen Repräsentationsbauten der Nazis gehalten“, sagt der Architekturprofessor Stephan Trüby.
Die Siedlung am Rotweg entstand trotz Vierjahresplan zwischen 1938 und 1940. Chancen auf eine Bleibe hatten hier nur Angehörige der SS, Gestapo oder andere ranghohe Nazis.
Foto Archiv

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Die Siedlung am Rotweg entstand trotz Vierjahresplan zwischen 1938 und 1940. Chancen auf eine Bleibe hatten hier nur Angehörige der SS, Gestapo oder andere ranghohe Nazis.
Kurz nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 entsteht in Stuttgart auch die Siedlung Wolfbusch. Damit sollte vor allem die akute Wohnungsnot bekämpft werden. Gleichzeitig wollte man den „rassistisch wertvollen Volksgenossen“ eine besser Bleibe ermöglichen, wie Roland Müller, Leiter des Stadtarchivs, sagt.
Foto Achim Zweygarth

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Kurz nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 entsteht in Stuttgart auch die Siedlung Wolfbusch. Damit sollte vor allem die akute Wohnungsnot bekämpft werden. Gleichzeitig wollte man den „rassistisch wertvollen Volksgenossen“ eine besser Bleibe ermöglichen, wie Roland Müller, Leiter des Stadtarchivs, sagt.
Professor Stephan Trüby ist Institutsleiter an der Uni Stuttgart und hat bis 2014 auch in Harvard gelehrt. Der Autor vieler Bücher beschäftigt sich intensiv mit Architektur unter historischen Gesichtspunkten. Zuletzt hat er in der Fachzeitschrift „Arch+“, deren letzte Ausgabe sich mit dem Thema „Rechte Räume“ befasst, eine Debatte ausgelöst, wie moderne Architektur zu denken ist.
Foto TU München/andreas Heddergott

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Professor Stephan Trüby ist Institutsleiter an der Uni Stuttgart und hat bis 2014 auch in Harvard gelehrt. Der Autor vieler Bücher beschäftigt sich intensiv mit Architektur unter historischen Gesichtspunkten. Zuletzt hat er in der Fachzeitschrift „Arch+“, deren letzte Ausgabe sich mit dem Thema „Rechte Räume“ befasst, eine Debatte ausgelöst, wie moderne Architektur zu denken ist.
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