Nephrologie: Nierengesundheit: Eine stille Volkskrankheit früh erkennen

Die Ultraschalluntersuchung der Nieren kann Auskunft über deren Zustand geben.
Klnikum StuttgartChronische Nierenkrankheiten (CKD) betreffen mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland – doch viele wissen nichts davon. Oft wird die Erkrankung erst erkannt, wenn die Nierenfunktion bereits deutlich eingeschränkt ist. Früherkennung und eine moderne Therapie können helfen, Nierenversagen und Nierenersatztherapie, die sogenannte Dialyse, zu vermeiden. Das Klinikum Stuttgart setzt daher auf frühe Diagnostik und moderne Therapien, um die Lebensqualität von Betroffenen zu erhalten.
Die Nieren arbeiten still und zuverlässig – und genau das macht Erkrankungen dieses lebenswichtigen Organs so tückisch. Die Nieren reinigen das Blut, regulieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt, steuern den Blutdruck, sind relevant für den Knochenstoffwechsel und die Blutbildung. Wenn ihre Leistungsfähigkeit nachlässt, bemerken Betroffene davon häufig zunächst nichts.
Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Rauchen als wichtige Risikofaktoren
Eine Nierenkrankheit kann akut auftreten, oftmals entwickelt sie sich aber langsam über Jahre, so dass es gute und innovative Möglichkeiten der Prävention gibt. Zu den wichtigsten Ursachen der Nierenkrankheiten zählen Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Auch Übergewicht und Rauchen spielen eine wichtige Rolle. Prognosen gehen leider davon aus, dass Nierenkrankheiten aufgrund der zunehmenden Zahl von Betroffenen langfristig zu den weltweit häufigsten Todesursachen zählen werden.
Einfache Untersuchungen können Klarheit schaffen
Dabei lässt sich eine chronische Nierenkrankheit mit einfachen Untersuchungen schnell diagnostizieren. Ein Bluttest kann über den Kreatininwert und die Filterleistung der Nieren Auskunft geben. Mittels Urinuntersuchung kann festgestellt werden, ob vermehrt Eiweiß beziehungsweise Albumin oder Blut ausgeschieden wird. Daraus lassen sich wichtige Informationen über die Nierengesundheit ableiten. Diese Untersuchungen können auch bei den Hausärzten durchgeführt werden. Die Weiterbehandlung sollte dann in einem spezialisierten Zentrum wie im Klinikum Stuttgart erfolgen.
Gerade Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb ihre Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren lassen. Denn wird die chronische Nierenkrankheit früh erkannt, bestehen sehr gute Möglichkeiten, ihr Fortschreiten zu verlangsamen.
Im Klinikum Stuttgart stehen für Patientinnen und Patienten mit Nierenkrankheiten moderne diagnostische und therapeutische Möglichkeiten und ein interdisziplinäres Team zur Verfügung. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen im Klinikum Stuttgart, Prof. Vedat Schwenger, betont: „Unser Ziel ist es, Nierenkrankheiten möglichst früh zu erkennen, ihre Ursache zu bestimmen und gemeinsam mit den Betroffenen eine individuell passende Behandlung einzuleiten, um eine Dialyse, zu vermeiden.“

Prof. Vedat Schwenger, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen im Klinikum Stuttgart.
Klinikum StuttgartMögliche Warnzeichen, dass die Nieren bereits geschädigt sein könnten, sind beispielsweise schaumiger Urin oder ungewöhnlich dunkler (blutiger) Urin. Auch Wassereinlagerungen (Ödeme), Bluthochdruck oder ständige Müdigkeit können Symptome sein.
Wird durch eine Blut- oder Urinuntersuchung eine Nierenkrankheit bestätigt, hängt die weitere Behandlung vor allem vom Stadium und von der Ursache ab. Um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und Komplikationen zu verhindern, kommen moderne Medikamente zum Einsatz, die etwa den Blutdruck korrigieren, den Eiweißverlust im Urin reduzieren oder eine möglicherweise ursächliche (seltene) Begleiterkrankung therapieren. Andere Medikamente, insbesondere Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac oder auch Magenschutzmedikamente wie Pantozol oder Pantoprazol, können hingegen die Nieren belasten und sollten bei bestehenden Nierenproblemen nicht ohne ärztliche Rücksprache regelmäßig eingenommen werden.
Professor Schwenger: „Ziel ist es langfristig Dialyse zu vermeiden. Ist die Schädigung der Nieren aber schon sehr weit fortgeschritten und die Nieren unwiderrufbar chronisch geschädigt, hilft häufig nur noch eine Dialyse. Diese schränkt die Lebensqualität allerdings deutlich ein.“ Eine weitere Option besteht in der Nierentransplantation, die in Deutschland aber leider weiterhin mit einer langen Wartezeit einhergeht. Das Klinikum Stuttgart ist eines der größten Nierentransplantationszentren in Deutschland.

Wenn die Erkrankung zu weit fortgeschritten ist, hilft nur noch eine Dialyse.
Klinikum StuttgartAm besten ist es immer, wenn eine chronische Nierenkrankheit erst gar nicht entsteht. „Dazu kann jeder einen Teil beitragen. Wer nicht raucht, sich ausreichend bewegt, sich gesund ernährt und seinen Blutdruck regelmäßig kontrolliert und adäquat einstellt, reduziert sein Erkrankungsrisiko enorm“, sagt Professor Schwenger.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Klinikum Stuttgart.