1. FC Heidenheim und U 21 Holger Sanwald: „Ich weiß nicht, ob wir in der Verbandsliga starten würden“

Steuern die Geschicke des 1. FC Heidenheim: Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald (li.), Finanzvorstand Gerrit Floruß. Foto: IMAGO/Eibner

Der 1. FC Heidenheim möchte mit seiner künftigen U 21 in der Oberliga starten. Wird das Spielrecht nur für die Verbandsliga erteilt, erwägt Holger Sanwald, die Pläne zu verwerfen.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Die Entscheidung naht. Noch im Februar wird geklärt, in welcher Spielklasse eine künftige U 21 des Fußball-Bundesligisten 1. FC Heidenheim in der neuen Saison an den Start gehen wird. Die Frage lautet: Wird es die Verbands- oder die Oberliga sein?

 

Für den FCH-Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald kann es nur eine Antwort geben – Oberliga! „Ich hoffe sehr, dass wir in der Oberliga starten können, weil das einfach am sinnvollsten ist. Wir haben mehrere top Nachwuchsspieler, die auf Nationalmannschaftsniveau unterwegs sind, und es zeigt sich einfach, dass es extrem wichtig ist, dass sie so früh als möglich Herrenfußball spielen“, erklärte der FCH-Chef vor dem Bundesligaduell gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 19.30 Uhr/Voith-Arena) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die fünfthöchste Spielklasse sei die allerbeste Spielklasse, um diese Spieler zu fördern. „Mit 17-, 18-Jährigen in der Oberliga gegen Herren zu spielen, das bringt etwas für die Entwicklung. Damit tut man auch dem deutschen Nachwuchsfußball etwas Gutes. Zudem wären wir als Verein eine Bereicherung für die Oberliga, davon bin ich überzeugt“, sagt Sanwald, der auch Mitglied im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist.

Patrick Mayer soll die künftige U 21 des 1. FC Heidenheim trainieren. Foto: Pressefoto Baumann

Allerdings wird die Teilnahme des FCH II vom Großteil der Oberligisten kritisch gesehen. Was für Sanwald nichts daran ändert, dass er die Verbandsliga als keine wirkliche Alternative ansieht: „Ich bin ehrlich: Wenn wir kein Spielrecht für die Oberliga bekommen, weiß ich nicht, ob wir es machen. Weil die Verbandsliga, bei allem Respekt, das ist schon etwas anderes.“ Man wolle keine „Profimannschaft light“ einkaufen, um durch die Verbandsliga zu marschieren. „Wir kämpfen lieber in der Oberliga um den Klassenerhalt, damit die Spieler lernen, an ihre Grenzen zu kommen.“

Die Entscheidung in Sachen FCH II trifft die Gesellschafterversammlung der Oberliga, an der alle drei Landesverbände gleichermaßen beteiligt sind – in Person der Präsidenten Matthias Schöck (Württemberg), Ronny Zimmermann (Baden) und Reinhold Brandt (Südbaden). Vor der Saison 2024/25 wurde die U 23 des Karlsruher SC in die Verbandsliga eingruppiert. „Der KSC war damals Zweitligist, wir sind Bundesligist“, lässt Sanwald dieses Beispiel als Präzedenzfall nicht gelten.

Unabhängig von einer Teilnahme am regulären Spielbetrieb können U-21-Teams von Erst- und Zweitligisten ab der kommenden Saison freiwillig auch untereinander in einer Liga spielen.

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