2. Hallenhockey-Regionalliga SV Böblingen wirft die Flinte nicht ins Korn und dreht Rückstand in einen Sieg

Lange klappte bei der SV Böblingen (in Weiß-Blau) wenig, dann aber drehte sie die Partie eindrucksvoll. Foto: Stefanie Schlecht

Die erste Halbzeit der Hallensaison war gar nichts aus Sicht der Hockeyspieler der SV Böblingen. Dann ließen sie sich aber mitreißen und feierten den Auftaktsieg in der 2. Regionalliga.

Nach klarem Rückstand ist der SV Böblingen dank einer furiosen Aufholjagd noch ein erfolgreicher Einstand in die Hallenhockey-Saison geglückt. Der Aufsteiger rang in der 2. Regionalliga den TV Schwabach mit 7:5 nieder. „Hart erarbeitet und nach diesem Verlauf umso schöner“, jubelte Spielertrainer Claudius Müller.

 

Nach der ersten Hälfte brauchte es bei den eigenen Fans viel Optimismus, um noch an ein gutes Ende zu glauben. Ihre Mannschaft hatte wenig Durchschlagskraft gezeigt. Der fränkische Gegner konnte sich auf solide Abwehrarbeit und einige Vorstöße beschränken, um die Sache unter Kontrolle zu haben. 0:3 stand es aus Sicht der Einheimischen bereits zur ersten Viertelpause.

Offensive der SV Böblingen bleibt lange ohne zwingende Abschlüsse

In der Folge konnten die Hausherren zwar die Lücken nach hinten schließen, aber die Offensiv blieb ohne zwingende Abschlüsse. Der Keeper des Kontrahenten musste lange keinen gefährlichen Schuss abwehren.

Was 30 Minuten lang nicht geklappt hatte, lief nach Wiederbeginn wie am Schnürchen. Claudius Müller riss seine Nebenleute mit einem Hattrick innerhalb von vier Minuten regelrecht mit. Beim 1:3 traf er bei einem seiner eher seltenen Ausflüge nach vorn aus dem offenen Geschehen heraus (32.), und mit zwei verwandelten Strafecken (34./36.) stellte er das 3:3 her. Auch das Publikum hatte die Schockstarre aus Halbzeit eins schnell überwunden und feuerte die Mannschaft unentwegt an. „Das hat echt geholfen, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen“, nickte der dreifache Knipser.

Auch ein Rückschlag in Form des 3:4 (44.) konnte die Gastgeber nicht mehr bremsen. Umgehend glich Youngster Moritz Ostermeier mit einer feinen Einzelleistung wieder aus (45.). Keanu Ciafardini schaffte mit dem 5:4 (47.) die erste Führung überhaupt. Die Auswärtstruppe hatte kaum noch etwas beigetragen, glich aber per Strafecke zum 5:5 aus (55.). Den längeren Atem besaß jedoch die SVB. Per Siebenmeter zum 6:5 holte David Scheufele den Vorteil zurück (57.). Der Routinier hätte mit einem zweiten Strafstoß alles klarmachen können, traf allerdings nur den Pfosten. Es war also weiter Zittern angesagt, weil der Rivale alles nach vorn warf. Aber die Böblinger fingen jegliche Versuche ab und konterten. Daraus ergab sich eine weitere Ecke, die Claudius Müller mit seinem vierten Streich zum 7:5-Endstand in die Maschen setzte (60.).

„Wir haben mit unserer verjüngten Mannschaft eine Weile gebraucht, aber nichts verloren gegeben. Drei Tore Rückstand sind im Hallenhockey gar nichts“, sah sich der zweikampfstarke Defensivspezialist Jonathan Schlichtig darin bestätigt, dass es sich gelohnt hatte, die Flinte nicht vorschnell ins Korn zu werfen.

SV Böblingen: Graf, C. Müller, E. Müller, Panagis, Schlichtig, Ciafardini, Nonnenmann, Scheufele, von der Mülbe, Ostermeier, Wilke, Kohlhas.

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