5000 Stellen weniger Was das Sparprogramm von Daimler Truck für die Belegschaft heißt
Der Nutzfahrzeughersteller schraubt seine Geschäftsziele kräftig nach oben. Es wird massiv gespart, auch beim Erfolgsbonus gibt es Änderungen.
Der Nutzfahrzeughersteller schraubt seine Geschäftsziele kräftig nach oben. Es wird massiv gespart, auch beim Erfolgsbonus gibt es Änderungen.
Wie der Hase laufen soll, war schon klar, bevor die neue Chefin ihr Amt überhaupt angetreten hatte. Als der Daimler-Truck-Aufsichtsratchef Joe Kaeser im September 2024 die Beförderung von Karin Radström (46) von der Mercedes-Trucks- zur Gesamt-Konzernchefin bekannt gab, legte er die Messlatte gleich ganz nach oben.
Daimler Truck, sagte Kaeser damals, müsse auf Dauer nicht nur der größte, sondern auch der profitabelste Nutzfahrzeughersteller der Welt werden. Eine Umsatzrendite von rund zehn Prozent, wie sie zuletzt 2023 erreicht wurde, sei zwar beachtlich. Aber die besten Konkurrenten schafften 15 Prozent.
In ihrem ersten großen Auftritt vor Investoren hat die schwedische Konzernchefin nun in Cleveland/North Carolina einen großen Schritt in diese Richtung angekündigt. Während fürs Geschäftsjahr 2025 noch acht bis neun Prozent Rendite angestrebt werden, sollen es bis Ende des Jahrzehnts mindestens zwölf Prozent werden. Kaesers Vorlage wurde auch sprachlich aufgegriffen: Das Ziel lautet nun schlicht, „die beste Firma für Lastwagen und Busse“ zu werden.
Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Sparprogramm namens „Cost Down Europe“ zu, sagte Radström. Es wird sich massiv auf die Beschäftigten der Lkw-Sparte in Deutschland auswirken. Deren Zahl soll um 5000 auf rund 23 000 sinken. Über die Rahmenbedingungen für den Abbau hat das Management bereits vor einigen Wochen eine Einigung mit dem Betriebsrat erreicht. Die Stellen sollen „sozialverträglich“ abgebaut werden, man wolle die natürliche Fluktuation, Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangebote nutzen. Im Gegenzug verlängerte das Management die Zusage, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, bis ins Jahr 2035. Das Unternehmen ließ sich genehmigen, künftig bis zu 18 Prozent der Arbeitskapazität über Zeitarbeitskräfte abdecken zu können, um flexibler auf Konjunkturschwankungen reagieren zu können.
Außerdem soll das Ergebnisbewusstsein der Mitarbeitenden durch eine Änderung bei den Bonuszahlungen angestachelt werden. Ausschlaggebend für die Erfolgsbeteiligung ist künftig der Geschäftserfolg der europäischen Marke Mercedes Benz Trucks. Die in der Regel besseren Ergebnisse der amerikanischen Marken spielen bei der Berechnung dann keine Rolle mehr.
Angekündigt wurde beim Kapitalmarkttag in Cleveland auch ein Aktienrückkauf im Wert von zwei Milliarden Euro. Damit soll in der Regel der Aktienkurs gestützt werden. Die Dividende soll auch künftig bei 40 bis 60 Prozent vom Gewinn liegen.